Donnerstag, 20. August 2026

Die ovb-heimatzeitungen zeigt sich heute wieder super-aktuell. Die geplante Ansiedlung einer Firma, die sich mit der Aufarbeitung von Wafern beschäftigt, wurde bereits in der Stadtratssitzung am Donnerstag, dem 30. Juli 2026 behandelt. Während ich am 31. Juli über dieses sehr interessante Business geschrieben haben, ringt sich das ovb zwanzig Tage später zu einem Beitrag darüber durch. Ich wäre damit einverstanden, wenn das ovb in der Zwischenzeit brandneue Informationen recherchiert und diese hätte einfließen lassen. Tatsächlich ist der heutige ovb-Bericht aber lediglich ein 1:1-Abklatsch von dem, was ich als Zuschauer in der Stadtratssitzung gehört habe.
Das ovb ist wieder spät dran
Vor allem ist der zeitliche Versatz unlogisch. Denn auf ovb-online ist der Artikel schon seit 06.08. zu lesen. Man kaschiert im ovb-heimatzeitungen die Verspätung, in dem man einfach nicht mitteilt, wann die Stadtratssitzung war. Der unerfahrene Leser könnte meinen, die Sitzung sei vor drei Tagen gewesen und merkt nicht, dass er kalten Kaffee serviert bekommt, den ich schon einen Tag nach der Sitzung schön heiß kredenzt habe. Der erfahrene ovb-Leser weiß natürlich, wo er superschnell informiert wird. Stay tuned.
Periodensystem. Something rings a bell?
Ich bin mir nicht sicher, ob es die Spatzen nicht doch schon längst von den Dächern pfeifen, aber wer sich ein wenig mit Halbleitertechnik und der hiesigen Wirtschaftregion auskennt, kommt sehr schnell drauf, um welche Firma es geht. Ich gebe einen Tipp. Man kommt dem Ort, zu der die Firma gehört, sehr nahe, wenn man mit dem Fahrrad von Neumarkt-Sankt Veit nach Winhöring fährt. Und man ist noch näher dran, wenn man weiß, wo ich meinen 60. gefeiert habe.
Und es hilft noch viel mehr, wenn man in der Schule in Chemie und Physik aufgepasst hat und das Periodensystem kennt. Wie war das gleich wieder mit der Einordnung der Elemente in Klassen, je nach dem, wieviele Elektronen das Element auf der Außenbahn um ein Atom herum hat?
Chemie-Unterricht meets Praxis
Ich schwelge fast ein wenig in der Vergangenheit, wenn ich mir das mit den p- und n-dotierten Halbleitern wieder ins Gedächtnis rufe. N-dotiert ist eine Verbindung, wenn in der Summe plötzlich ein Elektron zuviel da ist, also Eins mehr als Acht. Dagegen sprechen wir von P-dotierten Halbleitern, wenn nach der Verbindung ein Elektron fehlt. Weiter gedacht entstanden damals pnp-Transistoren und Dioden.
Merke: Nicht alles, was man in der Schule bzw. Berufsschule gelernt hat, ist Unsinn.
Was unterscheidet Kupfer von Silizium? Kupfer leitet Strom ziemlich stoisch, während man die Leitfähigkeit von Halbleitern sehr intelligent steuern kann.
Ich habe höchsten Respekt vor Firmengründern, die trockene Theorie in echte Produkte umwandeln können.
So führt der Weg tatsächlich von ein paar Elektronen auf der äußersten Schale eines Atoms bis zu unseren Servern und Computern. Die Menschheit hat irgendwann herausgefunden, dass man Elektronen und sogar fehlende Elektronen in einem Kristall derart präzise herumkommandieren kann, dass damit WordPress und meine Homepage laufen.
Das – finde ich – ist der angemessene Höhepunkt der Halbleiterphysik.
Aber wie kann man denn fehlende Elektronen überhaupt herumkommandieren? Wo nicht ist, kann doch nichts bewegt werden. Eben doch. Das ist ja das Phantastische in der Halbleitertechnologie. Ich fasse es so zusammen:
Ich schaue auf einen Wafer. Für meine Augen ist das eine vollkommen regungslose Scheibe. Tatsächlich schwingen darin Atome, Ladungsträger bewegen sich und Elektronen gehorchen Regeln, für die unsere Alltagserfahrung keine vernünftigen Bilder mehr bereithält. Wir berechnen, messen und beherrschen diese Technologie. Nur so richtig vorstellen kann ich es mir nicht, denn: Eine Eisenkugel und ein Holztisch machen ungefähr den gleichen „Unsinn“.
Ich schaue im Fitnesscenter auf eine massive Eisenkugel. Sie liegt da wie der Inbegriff der Bewegungslosigkeit. Schwer, kalt, tot. Auf atomarer Ebene ist dieses Bild aber komplett falsch. Ich denke weiterhin: „Eisenkugel.“ Die Natur denkt: „Viele Billionen Billionen Atome, Gitterschwingungen, Elektronenzustände und Quantenmechanik.“ Und richtig spannend wird es, wenn dann noch eine elektrische Ladung hinzukommt.
Wenn ich das nächste Mal im Fitnesscenter eine Eisenkugel anhebe, werde ich das in höchster Ehrfurcht tun.
Zurück zum Thema: Die Firma darf zu uns kommen, am besten gleich komplett und nicht nur mit einem Außenstandort.
Wenn die Firmenerweiterung durch ist, werde ich um einen Gesprächstermin bitten, weil mich das Thema so fasziniert.
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