IT: Lästige Werbeanrufe

Donnerstag, 03. September 2026

Ich hatte schon mal angedeutet, dass ich – meistens im Homeoffice sitzend – grundsätzlich alle privaten eigehenden Anrufe annehme. Das gilt auch dann, wenn ich förmlich riechen kann, dass es lästige Werbeanrufe oder Betrugsanrufe sind. Ich bin der Ansicht, dass mich alles, was mich nicht umhaut, stärker macht. Mit jedem Anruf wächst das Selbstbewusstsein. Es stellen sich Aha-Effekte ein, und man lernt die Tricks der anderen Seite besser kennen.

Gestern war es wieder so weit. Anruf von der Nummer 054468279156:

  • Gesprächsannahme meinerseits
  • Ich: Michael Behrens
  • Er: Herr Behrens?
  • Ich: Sooo habe ich mich gemeldet.
  • Er: Dennis Kaiser in der Leitung. Ah, ich kann Sie grade nicht mehr hören.
  • Gesprächsabbruch

Kann in VoIP-Zeiten schon mal passieren. Ich richtete mich darauf ein, dass es spätestens in 10s wieder klingelt. Aber. Überraschung. Es kam kein Anruf. Also nutzte ich die Zeit und checkte die A-Nummer im Internet. Auf tellows war das Ergebnis wie erwartet: Einstufung der Nummer als Werbeanrufe.

Dann habe ich mir Gedanken darüber gemacht, ob vielleicht meine Stimme analysiert worden sein könnte und bei dem „Callcenteragenten“ eine kleine Ampel auf Rot gesprungen ist, so nach dem Motto: Klingt genervt, eher kein potenzieller Kunde für einen neuen Stromvertrag. Zeit sparen. Gespräch trennen.

Ja, diese Lösung würde mir sogar gut gefallen. Aber leider kam heute gleich der nächste Anruf mit gleicher Nummer. Diesmal eine Frau. Wenigstens war sie nicht aggressiv. Das Gespräch war kurz und nach 30s zu Ende.

Muss ich mich fürchten, dass aus den Gesprächsschnipseln mit mir vielleicht eine Bejahung eines Neuvertrages „zusammengezimmert“ werden könnte? Nun, diese Gefahr besteht immer. Aber mein MicroSIP-softphone ist in der Lage, Gespräche aufzuzeichnen. Das könnte vor Gericht helfen.

Und ich versuche, bei solchen Gesprächen nie „ja“ zu sagen.

„Möchten Sie ein kostenpflichtiges Abo?“
„Nein.“
„Sind Sie Michael Behrens?“
„Ja.“

Man könnte den mittleren Abschnitt herausschneiden und übrig bleibt ein „Ja“.

Ich denke schon, dass es deshalb erlaubt ist, das Gespräch bei telefonischen „Vertragsverhandlungen“ mitzuschneiden. Aber wir wissen auch: Auf offenem Meer und vor Gericht ist man in Gottes Hand.

Das Problem ist ein anderes. Meiner Überzeugung nach dürfte es telefonische Vertragsabschlüsse gesetzlich gar nicht geben. Ein Vertrag im Sinne von Langzeitwirkung sollte immer eine eigenhändige Unterschrift bedingen. Ersatzweise kann ich Verträge natürlich online abschließen.

Ich habe nichts dagegen, wenn die andere Seite sagt: Gehen Sie auf unsere Homepage, schauen Sie sich unsere Angebote an und schließen Sie einen Vertrag ab, wenn Ihnen unser Angebot gefällt.

Sollte ein telefonisch unterbreitetes Angebot wirklich seriös, überzeugend und verlockend klingen, dann bitte ich immer darum, mir eine Mail zu schreiben. Spätestens dann trennt sich die Spreu vom Weizen.


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