Katar blockiert VW auf dem Weg in die Rüstungsindustrie

Mittwoch, 15. Juli 2026

Deutschland diskutiert seit Monaten darüber, wie sich die heimische Industrie angesichts der sicherheitspolitischen Lage neu aufstellen kann. Der VW-Konzern prüft deshalb, freie Produktionskapazitäten künftig auch für die Rüstungsindustrie zu nutzen. Und freie Kapazitäten scheint es ohne Ende zu geben. Die Umstellung auf Kriegswirtschaft erscheint VW wie ein Strohhalm, den man in der Not gern ergreift. Ergriffen hätte.

Ausgerechnet dieser Plan gerät nun ins Stocken – nicht wegen der Bundesregierung, nicht wegen des Bundestags und nicht wegen der Beschäftigten. Sondern wegen Katar.

Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen.

Ein deutscher Industriekonzern sucht nach einer Zukunftsperspektive für ein Werk in Niedersachsen. Tausende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Im Gespräch ist eine Zusammenarbeit mit dem israelischen Rüstungsunternehmen Rafael, das unter anderem Komponenten für das Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ herstellen möchte. Doch genau hier soll der Widerstand beginnen: Nach übereinstimmenden Medienberichten hat die staatliche Qatar Investment Authority (QIA) als Großaktionär erhebliche Vorbehalte gegen dieses Vorhaben angemeldet.

17 Prozent Stimmrechte – zwei Sitze im Aufsichtsrat

Viele wissen gar nicht, welchen Einfluss Katar bei Volkswagen besitzt. Die Qatar Investment Authority hält rund 10,4 Prozent des Grundkapitals und verfügt über 17 Prozent der Stimmrechte. Damit ist sie nach Porsche SE und dem Land Niedersachsen einer der wichtigsten Anteilseigner des Konzerns. Zudem entsendet Katar zwei Vertreter in den VW-Aufsichtsrat. Mit anderen Worten: Ein ausländischer Staatsfonds übt erheblichen Einfluss auf strategische Entscheidungen eines der bedeutendsten deutschen Industrieunternehmen aus.

German Doppemoral bei der Arbeit

Die deutsche Politik hätte sich mal um solche Konstellationen kümmern müssen. Stattdessen setzte sich die damalige Innenministerin Faeser mit einer One-Love-Binde in Katar ins WM-Stadion und provozierte so die Kataris. Die schworen scheinbar darauf hin Rache…

Ausgerechnet Katar?

Besonders bemerkenswert ist die Konstellation deshalb, weil Katar seit Jahren wegen seiner Beziehungen zur Hamas im Fokus steht. Die politische Führung der Hamas unterhielt über Jahre ein Büro in Doha. Der Propagandasender Al Jazeera sitz in Doha. Katar fungiert zugleich regelmäßig als Vermittler zwischen Israel und der Hamas – eine Rolle, die unter anderem von den USA genutzt wurde, um Verhandlungen über Geiseln oder Waffenruhen zu ermöglichen. Diese Doppelrolle sorgt international seit Jahren für kontroverse Diskussionen. Dass nun ausgerechnet dieser Staat Einfluss darauf nehmen könnte, ob in Deutschland Komponenten für ein rein defensives Raketenabwehrsystem produziert werden, stimmt nachdenklich. Eigentlich ist die Konstellation, dass deutsche Unternehmen von ausländischen Mächten kontrolliert wird, ein Skandal. Die MSM-Nachrichtensender haben das nur in einem Nebensatz erwähnt.

Ein Land mit konservativ-islamischer Staatsordnung

Katar ist keine liberale Demokratie westlicher Prägung. Der Staat ist eine absolute Monarchie. Politische Parteien spielen keine Rolle. Der Islam ist Staatsreligion, und Teile der Gesetzgebung orientieren sich an der Scharia. Meinungsfreiheit und Pressefreiheit sind eingeschränkt. Homosexuelle Handlungen sind strafbar. Religionsfreiheit besteht nur innerhalb enger Grenzen. Internationale Menschenrechtsorganisationen kritisieren Katar seit Jahren wegen Defiziten bei den Bürger- und Menschenrechten sowie der Behandlung von Arbeitsmigranten. Diese Fakten sind seit Langem dokumentiert und standen bereits während der Fußball-WM 2022 weltweit im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte. Aber aus Provokationen unternahm Deutschland genau was? Nichts.

Wer bestimmt eigentlich in Deutschland?

Die eigentliche Frage lautet deshalb gar nicht, ob Volkswagen künftig Rüstungsgüter produzieren sollte. Die eigentliche Frage lautet: Warum kann ein ausländischer Staatsfonds überhaupt in eine Lage kommen, strategische Industrieentscheidungen eines deutschen Konzerns maßgeblich zu beeinflussen? Deutschland diskutiert ständig über wirtschaftliche Resilienz, kritische Infrastruktur und nationale Sicherheit. Vielleicht sollte man dieselbe Diskussion auch einmal über Beteiligungen an deutschen Schlüsselunternehmen führen. Denn eines wirkt schon ziemlich paradox:

Während Deutschland seine Verteidigungsfähigkeit stärken möchte, scheint ein autoritär regierter Staat mit erheblichem Einfluss auf einen deutschen Industriekonzern ausgerechnet ein Projekt zu bremsen, das Arbeitsplätze sichern und Europas Verteidigungsindustrie stärken könnte.

Katar finanziert den politischen Islam, in dem es Aktien eines deutschen Vorzeigeunternehmens besitzt und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Komponenten nun von einer indischen Firma gefertigt werden.

Indien? Indien. Ach das ist das Land mit den Atomraketen, ein Land, dem wir 2023 etwa 434 Millionen Euro an Entwicklungshilfegeldern zugeschoben haben. Zum Dank übernimmt Indien jetzt unsere Geschäfte.

Deutschland ist offensichtlich und komplett von allen guten Geistern verlassen.

Dark times ahead.


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