Sonntag, 5. Juli 2026

Die Forderungs-Grünen sind plötzlich am Start, wenn es um Klimaanlagen geht, die sie gern überall hätten. Sie verknüpfen die Installation von Klimaanlagen mit der Installation von PV-Anlagen. Das sei die sinnvollste Lösung.
In Sachen Stromverbrauch gebe ich ihr sogar Recht. Aber wie schaut es mit der Wärmeabgabe aus. In den südlichen Ländern sieht man die Außengebläse für die Klimaanlagen an jedem Haus.
Bei der Betrachtung kommt mir das Henne-Ei-Prinzip in den Sinn. Bekämpft man die Hitze durch das heiße Wetter durch Klimaanlagen, oder produziert man nicht doch selbst – durch die Klimaanlagen – die Hitze, die man später in den Innenräumen bekämpft? Ist das nicht ein Teufelskreis?
Was sagt die Schwarmintelligenz zum Thema Klimaerwärmung durch den Betrieb von Klimaanlagen?
Klimaanlagen machen die Erde heißer – aber wie stark eigentlich?
An heißen Sommertagen laufen weltweit etwa zwei Milliarden Klimaanlagen auf Hochtouren. Tendenz? Steigend. Das sorgt regelmäßig für Schlagzeilen. Klimaanlagen würden die Erderwärmung beschleunigen, was grundsätzlich stimmt. Die spannende Frage lautet aber: Wie groß ist dieser Effekt tatsächlich?
Eine aktuelle wissenschaftliche Studie kommt zu einem überraschenden Ergebnis. Selbst wenn sich Klimaanlagen weltweit weiter stark verbreiten, tragen sie bis zum Jahr 2050 voraussichtlich nur rund 0,05 Grad Celsius zur zusätzlichen globalen Erwärmung bei. Das ist deutlich weniger, als viele Menschen vermutlich erwarten würden.
Berücksichtigt wurden vor allem der Stromverbrauch der Geräte sowie klimaschädliche Kältemittel, die bei Undichtigkeiten in die Atmosphäre gelangen können. Und die Abwärme?
Nur 0,05 Grad bis 2050?
Interessant ist eine weitere Erkenntnis der Studie. Man könnte vermuten, dass die steigenden Temperaturen der Hauptgrund für den Boom bei Klimaanlagen sind. Tatsächlich spiele dieser Effekt jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Der überwiegende Teil des zusätzlichen Energieverbrauchs entstehe schlicht dadurch, dass immer mehr Menschen auf der Welt wohlhabender würden und sich erstmals eine Klimaanlage leisten könnten. Vor allem in Asien, Afrika und Südamerika wachse der Markt seit Jahren rasant.
Abwärme deutlich spürbar
Wer schon einmal neben einem Außengerät einer Klimaanlage gestanden hat, kennt den Effekt. Die Wärme verschwindet nicht – sie wird lediglich nach draußen transportiert.
In dicht bebauten Städten kann diese zusätzliche Abwärme die Umgebung lokal durchaus um ein bis zwei Grad erwärmen und den sogenannten Wärmeinseleffekt verstärken. Für das globale Klima spiele diese direkte Wärmeabgabe dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Entscheidend seien vielmehr der Stromverbrauch und die Treibhausgase. Ich bin verwundert.
Die richtige Einordnung
0,05 Grad – wenn der Wert stimmt – sind weder nichts noch eine Katastrophe. Die Studie zeigt vor allem, dass Klimaanlagen zwar ihren Anteil an der Erderwärmung haben, aber keineswegs zu den größten Verursachern gehören. Die eigentliche Herausforderung bestehe deshalb nicht darin, Klimaanlagen grundsätzlich zu verteufeln. Sinnvoller sei es, sie effizienter zu machen, klimafreundlichere Kältemittel einzusetzen und den dafür benötigten Strom möglichst emissionsarm zu erzeugen.
Scheinbar liegt zwischen der Aussage „Klimaanlagen tragen zur Erwärmung bei“ und „Klimaanlagen treiben den Klimawandel maßgeblich an“ ein erheblicher Unterschied. Wiederum bin ich verwundert. Zweite Milliarden Klimaanlagen blasen die Abwärme in die Luft, und der Effekt soll vernachlässigbar sein?
Eine wichtige Einschränkung
Offen bleibt allerdings ein wichtiger Punkt. Die Studie betrachtet im Wesentlichen den Betrieb der Klimaanlagen sowie austretende Kältemittel. Die Emissionen aus der Herstellung der Geräte wurden dagegen nicht umfassend berücksichtigt. Für eine vollständige ökologische Bewertung müsste eigentlich der gesamte Lebenszyklus – von der Produktion über den Betrieb bis zur Entsorgung – einbezogen werden.
Was würde die Forderung der Grünen kosten?
Die Grünen schlagen vor, Klimaanlagen im Rahmen des Infrastrukturprogramms und damit aus dem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen zu finanzieren.
In Deutschland gibt es rund 61.000 Kitas, 41.000 Schulen, 1.841 Krankenhäuser und etwa 16.500 Pflegeheime. Zusammen sind das rund 120.000 Einrichtungen.
Eine fest eingebaute Split-Klimaanlage kostet im privaten Bereich etwa 2.000 bis 8.000 Euro inklusive Montage. In öffentlichen Gebäuden wird es aber deutlich teurer. Planung, Elektrik, Brandschutz, Ausschreibungen und die Klimatisierung vieler Räume treiben die Kosten erheblich nach oben.
Als grobe Schätzung ergeben sich für eine einfache Klimatisierung einzelner Räume Investitionen von etwa fünf bis zehn Milliarden Euro. Für realistische Lösungen in öffentlichen Gebäuden einschließlich Elektroarbeiten, Wartung und Solaranlagen dürfte eher eine Größenordnung von zehn bis 25 Milliarden Euro erreicht werden. Eine vollständige professionelle Klimatisierung großer Schulen, Krankenhäuser und Pflegeheime kann durchaus 30 Milliarden Euro oder mehr kosten.
Es reicht eben nicht, irgendwo ein Baumarktgerät an die Wand zu hängen. Gerade Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen und Kitas sind komplexe Gebäude mit hohen technischen und rechtlichen Anforderungen. Die politische Überschrift lautet schnell: „Klimaanlage rein, fertig.“ Die Rechnung darunter dürfte deutlich komplizierter ausfallen.
Ich stehe einem massenhaften Ausbau von Klimaanlagen skeptisch gegenüber. Die Finanzierung sollte somit möglichst wenig mit meinem Steuergeld zu tun haben.
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