Energiewende: Sechs Millionen PV-Anlagen installiert

Sonntag, 21.06.2026

https://www.solaranlage-ratgeber.de/solar-news-juni-2026-eeg-reform-stockt

Der Artikel ist so schlecht nicht. Die Zahl von sechs Millionen installierten PV-Anlagen ist beeindruckend. Ein notwendiges Gesetzgebungsverfahren zum Thema EEG stockt, weil sich das Bundeswirtschafts- und das Umweltministerium streiten. Bei zwei Punkten kann man sich nicht einigen: Redispatching und – wir ahnen es – die Ausgestaltung der Einspeisevergütung. Die garantierte Einspeisevergütung soll entfallen. Warum sich an diesen Punkten ein Streit entzünden kann, erschließt sich mir angesichts von teilweise negativen Strompreisen an der Strombörse nicht.

Außerdem hatte Deutschland 34 Jahre Zeit, sich darauf einzurichten, dass eine Technologie auch einmal irgendwann ohne Subventionen auskommen muss. Die ersten Subventionen reichen bis ins Jahr 1992 zurück.

Viele Investoren haben dank staatlich garantierter Vergütungen erhebliche Renditen erzielt, die letztlich von Stromkunden und später zunehmend auch vom Staat finanziert wurden. Damit muss nun endlich einmal Schluss sein. Das hat man im CDU-geführten Wirtschaftsministerium verstanden, im von Sozi Carsten Schneider geführten Umweltministerium jedoch nicht.

Der zweite Beitrag, den ich mir durchgelesen haben, ist dieser hier:

https://www.solarwirtschaft.de/2026/06/20/solarstrom-erspart-deutschland-seit-2020-kosten-in-dreistelliger-milliardenhoehe/?utm_source=chatgpt.com

Hier spricht der Bundesverband, weshalb diese Seite schon deutlich solar-freundlicher ist.

Nach Berechnungen des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) wurden zwischen 2020 und 2025 fossile Energieimporte im Wert von über 20 Milliarden Euro ersetzt und zugleich Klimaschadenskosten von bis zu 250 Milliarden Euro vermieden.

Die Worte höre ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Es fehlen Zahlen, wieviel fossile Energie eingesetzt werden musste, um die PV-Anlagen zu bauen und zu installieren und letztlich auch zu reparieren.

Um die schätzungsweise ca. 300 Millionen bei uns verbauten PV-Module von China nach Deutschland zu bringen (meine Module kommen aus Kanada, aber das war eher Zufall), sind wohl eher keine solar-betriebenen Schiffe über den indischen Ozean gefahren.

„Insgesamt wurden in diesem Zeitraum knapp 390 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom erzeugt.“

Und dennoch werden die Investitionen in PV-Systeme von vielen System-Beteiligten zunehmend kritisch gesehen werden. PV-Anlagen erzeugen Strom, wenn die Sonne scheint, was nicht zwingend mit den Zeiten übereinstimmt, wann er gebraucht wird. Das Prinzip von Angebot und Nachfrage ist in Schieflage.

Nach Angaben des Umweltbundesamtes wurden durch die Nutzung von Solarstrom in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren rund 500 Millionen Tonnen Treibhausgase (CO₂-Äquivalente, netto) vermieden.

Das ist die Irreführung des Jahres. Die Zahl ist zwar korrekt, wirkt aber ohne Einordnung deutlich beeindruckender, als sie im globalen Maßstab tatsächlich ist. Ich stelle folgende Frage: Wie darf ich mir eine Tonne CO₂ eigentlich vorstellen? Tatsächlich hätte ich mich schon bei Eisen erheblich verschätzt. Eisen mit einer Kantenlänge von 50cm x 50cm x 50cm hat ein Gewicht von etwa einer Tonne.

CO₂ allerdings ist ein Gas. Eine Tonne CO₂ entspricht bei Normaldruck und 15 °C ungefähr rund 550 Kubikmetern CO₂. Das entspricht dem Volumen eines Würfels mit etwa acht Metern Kantenlänge. Das ist ungefähr so groß wie ein Einfamilienhaus.

Jetzt kann man sich aber schlecht 500 Millionen Einfamilienhäuser vorstellen. Man kann aber die 500 Millionen durch 20 dividieren, um auf eine Jahresersparnis von 25 Millionen Tonnen zu kommen. Hilft auch noch nicht recht weiter. Aber nun vergleichen wir die 25 Mio eingesparten Tonnen mit dem weltweiten, jährlichen CO₂-Ausstoß. Und dieser liegt bei… Achtung: 38,1 Milliarden Tonnen pro Jahr. Jetzt müssen wir nur noch den Prozentsatz ausrechnen, mit dem Deutschland mittels CO₂-Reduzierung durch PV-Anlagen die Welt retten möchte. Es sind: 0,065%.

„Auf Basis von Schätzungen des Umweltbundesamtes entspricht dies vermiedenen Klimaschadenskosten von bis zu 250 Milliarden Euro, wenn heutige und zukünftige Generationen gleichwertig berücksichtigt werden.

Wenn aber 0,065% Klimaschadenskosten von 12,5 Milliarden Euro pro Jahr darstellen (250/20=12,5), dann würden sich die gesamten Klimaschäden pro Jahr für die ganze Welt auf 38 Billionen Euro erstrecken. Diese Zahl lässt sich tatsächlich durch andere Quellen halbwegs bestätigen, doch ist sie so außerhalb jeder Vorstellungskraft, sodass ich diesen Zahlen einfach nicht folgen will bzw. kann.


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