Montag, 01. Juni 2026

Ich hatte am gestrigen Sonntag leider Wichtigeres zu tun, als die Wahl zum neuen FDP-Vorsitzenden zu analysieren. Ich musste mal eben mit meiner Schwester in das tschechische Eger ins Krankenhaus fahren, um dort nach dem Rechten zu schauen. Wie ich immer sage. Älterwerden ist nichts für Feiglinge. Ab 80 wird es dann besonders interessant. Die Einschläge kommen näher. Relativ ungünstig ist, wenn die Dinge im Ausland geschehen. Aber wir sind erfahren. Wir kennen uns aus. Die Prozeduren werden professionell abgearbeitet. Wir werden die Mama schon irgendwie heimbekommen. In Südafrika hat es auch geklappt.
Somit habe ich nur am Rande mitbekommen, dass die alte und immer etwas garstig wirkende alte Dame Agnes Strack-Zimmermann aus dem Nichts heraus eine Kampfkandidatur gegen den designierten Vorsitzenden Wolfgang Kubicki anzettelte und verlor.
Strack-Zimmermann stichelt
Das könnte man noch als lustigen Streich abtun. Der Ausgang der Wahl mit 60:40 für Kubicki ist dann aber schon weniger lustig. Wobei: Wenn Strack-Zimmermann verlauten lässt, mit Kubicki grüße die Vergangenheit, dann wird es doch wieder lustig, weil Kubicki 74 Jahre alt ist, Strack-Zimmermann aber auch schon 68.
Aber wie kommen denn allen Ernstes 40% der Delegierten zu dem Schluss, man müsse jetzt unbedingt Strack-Zimmermann zur Vorsitzenden küren? Wer hat ein Interesse daran, die Liberalen in den endgültigen Untergang zu treiben? Antwort: 40% der Delegierten.
Ob man – wie die Bild, die Fachzeitschrift für Unter-5%-Parteien – gleich von einer Schlammschlacht sprechen muss, sei dahingestellt. Kubicki ignoriert seine Widersacherin einfach weg, während Strack-Zimmermann die Schlacht klar verloren hat und ihre Oppositionshaltung gegen Kubicki unbedingt aufgeben sollte.
Der Vergleich von Strack-Zimmermann mit Bärbel Bas stammt initial von Harald Martenstein, der immer für kurze aber zielführende Kolumnen sorgt. Dieser Vergleich muss Strack-Zimmermann bis ins Mark hinein erschüttern.
Hoffentlich kann es Wolfgang Kubicki richten. Die FDP wird gebraucht, jedoch in einer viel besseren Verfassung.
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