Freitag, 22. Mai 2026

Wenn ich mir das Bezahlmodell von kleineren Web-Seiten so anschaue, dann finanzieren sich Blog- und Seitenbetreiber zum großen Teil über eingeblendete Werbung. Nur größere Betreiber haben die Strahlkraft, ihre User in ein Abo-Modell zu zwingen.
Wenn ich als User auf einer beliebigen Webseite auf die eingeblendete Werbung klicke – was ich z.B. bei Temu nie tun würde – dann wird dem Betreiber dieser Klick vergütet. Und er wird manchmal noch höher vergütet, wenn daraus ein Kauf entsteht.
Leben und leben lassen
Das ganze Konzept gerät durch KI aber ins Wanken. Man stelle sich vor, ich müsste von meiner Blog-Seite leben. Und dank genügend Besuchern und genügend Klicks würde das auch gut funktionieren. Dann wäre ich massiv besorgt darüber, wie die KI-Plattformen dazwischenfunken.
Meine Leser könnten auf die Idee kommen, gar nicht mehr auf meine Seite zu klicken, sondern ChatGPT wie folgt zu befragen: “Schau doch bitte auf der Seite www.michael-behrens-news.de nach Neuigkeiten und fasse mir das kurz zusammen.”
Das ganze Bezahlmodell würde zusammenbrechen. Die Anzahl der Besucher würde drastisch sinken, Werbung ins Leere gehen. Lebte ich hauptberuflich vom Bloggen, könnte ich meine Seite zusperren und mir einen Job suchen.
Warum Webseiten verschwinden werden
Würde es zusammenbrechen? Oder wird es zusammenbrechen? Nach jetziger Logik bedient sich ChatGPT zu einem großen Teil kostenlos an den Trilliarden Informationen im Netz – ohne freilich dafür zu bezahlen. Andererseits hat ChatGPT sehr wohl schon Verträge mit großen Medienhäusern abgeschlossen und zahlt dafür, aus deren Inhalten zitieren zu dürfen.
Ich bin gespannt, wann sich ChatGPT bei mir meldet und mir einen Vertrag anbietet. Würde ich ChatGPT dahingehend befragen, würden die KI-Betreiber den Spieß aber wohl umdrehen. Ich könne doch froh sein, wenn ChatGPT meine Seite findet und bei seinen KI-Antworten als Service den Link zu meiner Seite angibt. ChatGPT könnte der Meinung sein, dass nicht ich Geld von denen bekomme, sondern sie Geld von mir.
Es scheint zumindest gesichert, dass ich leer ausgehe. Gesichert scheint mir aber auch zu sein, dass sich das Internet “leeren” wird, wenn die ordentliche Bezahlung der Webseitenbetreiber nicht geklärt ist. ChatGPT könnte und wird so dominierend sein, dass man irgendwann nicht mehr darauf angewiesen ist, auf der Suche nach Antworten auf gestellte Fragen das Internet durchsuchen zu müssen. Die eigenen Datenbanken werden massiv ausgebaut.
ChatGPT wird zum neuen Internet
Google versucht dagegenzuhalten. Wie jeder beim Googeln schon festgestellt hat, liefert auch Google schon fertige Antworten. Das Klicken auf die blauen Links entfällt bzw. ist nur noch dann angebracht, wenn die KI-Antwort nicht ausreichend erscheint. Das ist aber für Google ebenso ein strukturelles Risiko. Googles Konzept war/ist es, auf ein von mir eingegebenes Stichwort Webseiten herauszusuchen, die am ehesten die richtigen Antworten liefern könnten. Das hat Google großgemacht. Jetzt weicht Google zunehmend von seinem eigenen Erfolgsmodell ab.
Das führt zu weniger Klicks auf Webseiten. Weniger Klicks lassen die Besucherzahlen sinken. Weniger Besucher führen zu weniger Werbeeinnahmen. Webseiten-Betreiber müssen aufgeben, die Inhalte werden ausgedünnt. Google kann damit auf weniger Inhalte zurückgreifen und bekommt ein Problem.
Wir als Nutzer haben ebenfalls ein Problem, wenn z.B. die Nachrichtenlage von einigen TOP-Konzernen bestimmt wird.
Die Vielfältigkeit des Netzes leidet
Wie also geht es weiter, mit dem world-wide-web? Wäre ich dreißig Jahre jünger, würde ich hier sehr genau hinschauen. So aber kann ich den Entwicklungen mit innerer Gelassenheit entgegensehen.
Noch habe ich einen kleinen Vorteil. Die KI kommt nicht zur Bauausschusssitzung nach Neumarkt-Sankt Veit.
Warum AdBlocker zusätzlich zerstörerisch wirken
AdBlocker sind kleine PlugIns auf dem PC, die vermeintlich nervige Werbung unterdrücken. Man kann Seiten dann zwar werbefrei “genießen”, doch wird damit das Konzept zerstört. Das Akzeptieren von Werbung ist unser Tribut, den wir bezahlen, damit wir für den Besuch von Webseiten eben nicht bezahlen müssen. Man kann nicht beides haben.
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KI Fluch oder Segen?
KI stellt mir in Sekundenschnelle eine Play List zusammen, andererseits ist die KI mit Umgang von sensiblen Daten oft intransparent.
Papst Leo XIV. stellte seine erste Enzyklika „Magnifica humanitas. Über den Schutz des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“ zusammen mit dem kanadischen KI Forscher und Atheisten Christopfer Olah vor. Das nötige Startkapital für sein KI-Unternehmen Anthropic erhielt Olah von den US-amerikanischen Investor -deutscher Herkunft – Peter Thiel, der auch als Gründer versch. KI-Firmen u. Mitbegründer des Unternehmens PayPal bekannt ist.
Dieses kleine Büchlein ist lesenswert, um auch die Künstliche Intelligenz von einem Blickwinkel zu betrachten.