Deutsche Justiz: 17 Schüsse auf Polizisten, Freispruch

Samstag, 04. April 2026

Man sitzt vor der Nachricht und denkt zunächst, man habe sich verlesen. Ein Mann schießt mehrfach – angeblich 6 Mal – auf einen Polizisten. Und am Ende steht kein Mordurteil, sondern ein Freispruch vom Mordvorwurf. Das passt nicht zusammen. Zumindest nicht intuitiv. Das wirkt wie ein Skandal. Das ist ein Skandal.

Denn das Bauchgefühl vieler Menschen ist klar: Wer so handelt, muss doch zur Rechenschaft gezogen werden. Wer so handelt, muss doch ein Mörder sein. Und ja, er ist ein Mörder, zumindest in meiner Bewertung.

Die Irritation über das Urteil ist schier grenzenlos. Die juristische Realität passt nicht zum normalen Rechtsempfinden.

Recht und Gerechtigkeit sind nicht deckungsgleich.

Er war beim Überfall in seiner Steuerungsfähigkeit erheblich vermindert“

So begründete die „Richterin Jennifer K. das Urteil. Das dürfte dann ein Entlastungsargument für jeden Killer sein. Denn wer sich selbst steuern kann, begeht keinen Mord bzw. verübt keinen Totschlag. Wer aber in seiner Steuerungsfähigkeit erheblich vermindert ist, kann faktisch kein Mörder sein. Wir können uns somit gleich darauf einigen, dass Mord-Urteile dann nur noch für die organisierte Krimininalität, bei Clans und der Mafia relevant sind. Dort sitzen die echten Killer, die mit vollem Vorsatz handeln.

“Die Angst hatte sein Denken übernommen”

Und so endet ein Killer wieder einmal in der Psychiatrie. Das Problem ist, dass man das Urteil einmal mehr einem Psychiater und seinem Gutachten überlassen hat. Deutsche Gerichte machen es sich deutlich zu einfach und ziehen so mit Recht Kritik auf sich.

Ein Mörder entgeht in Deutschland einem Schuldspruch, wenn er von Stimmen im Kopf spricht und sich bei der Befragung durch den Gutachter taktisch geschickt verhält. Das geschieht viel zu oft.

“Der Angeklagte gab die Schüsse ab, weil er einen subjektiven Angriff auf sein Leben glaubte”

Das ist großer Quatsch. Wir sind hier nicht Amerika. Dort besteht die reale Chance, bei einer Festnahme erschossen zu werden, wenn man falsch zuckt.

Wie wird ein Gespräch zwischen der Richterin und der Ehefrau des Polizisten ablaufen, wenn sich beide zufällig im Café in Völklingen begegnen und an benachbarten Tischen sitzen?

Zum Glück hat die Staatsanwaltschaft Revision angekündigt.


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