IT-Security, ARD-Doku, Kings of Scam: Wer klickt, verliert.

Freitag, 02. April 2026

https://www.ardmediathek.de/serie/kings-of-scam-wer-klickt-verliert/staffel-1/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdFNlcmllcy9TMjAyNVdPMDE0ODg2QTA/1

Inhaltlich war es eine gute Sendung. Sie lieferte einige Aha-Effekte. Es geht um die Kreditkarte, die nahezu jeder von uns besitzt und die Frage, wie Scammer sich die Kartendaten aneignen, um dann auf unserem Konto finanziellen Schaden anzurichten.

Die Logik ist z.B., die Opfer mit SMS-Nachrichten über angebliche Paketzustellungen auf eine nachgemachte Seite von Paketdienstleistern zu locken, um ihnen dort die Kreditkarteninformationen zu entlocken. Das wäre aber nur die halbe Miete. Es geht dann auch noch darum, dass der Angreifer die Kreditkarte in die Wallet seines Mobiltelefons bringt. Das Opfer bekommt somit auch noch die Aufforderung, den Sicherheitscode, der beim Hinzufügen entsteht, auf der Fake-Seite einzutragen. Anschließend kann der Angreifer (z.B. unser Scam-King aus Bangkok) lustig shoppen gehen.

Auf Grund der Sendung habe ich in der Sparkassen-App die Push-Nachrichten überprüft. Kommen Alerts, wenn eine Abbuchung vom Konto erfolgt? Tatsächlich nicht. Ich nahm die entsprechenden Einstellungen gleich vor, um die Sicherheit zu erhöhen.

Glatte dreißig Minuten habe ich gebraucht, um in der App die Einstellungen und Möglichkeiten zu verstehen und die richtigen Klicks zu setzen. Plug & Play war es nicht.

Das Problem ist, dass man unvorsichtig wird, je länger nichts passiert ist. Die Technik lullt einen sozusagen ein. Der letzte Vorfall, der mich aufgerüttelt hat, geschah im Dezember, als ich in London war. In der Zwischenzeit war nichts, was eine trügerische Ruhe vorspielt. Deswegen kam die gestrige Sendung grade richtig. Es ist wie in einer Ausbildung, wie bei der Bundeswehr. Ständiges Wiederholen, ständige Übung und ständiger Drill helfen, sensibilisiert zu bleiben.

Welche Telefonnummer wählt man, wenn man seine Kreditkarte wegen fraglicher Umsätze sperren möchte? Man wählt 116116 und muss auch im Zustand der Panik seine IBAN wissen.

Im Notfalls sind zwei Infos wichtig: Die Tel.nr. 116116 und die eigene Kontonummer

Was passiert nach der Sperrung? Ist damit jeglicher Schaden ausgeschlossen? Jein. Als Kreditkartenbesitzer ist man ab dem Zeitpunkt der Sperrung fast 100%ig geschützt. Schaden kann aber immer noch eintreten. Es gibt Offline-Zahlungen, z.B. im Flugzeug. Das mobile Terminal speichert die Zahlungen auf dem Gerät und führt die echte Abbuchung erst aus, wenn es wieder festen Boden unter den Füßen und eine Internetverbindung hat.

Gibt es noch die Ritsch-Ratsch-Geräte von früher? Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten 30 Jahren einem solchen Imprinter begegnet zu sein.

Und weiterhin gilt der ultimative Tipp: Auch wenn die Plattformen, auf denen ich mich im Internet bewege, noch so bekannt und vertrauenswürdig sind, gebe ich bei der Passworteingabe immer bewusst das falsche Passwort ein. Akzeptiert die Plattform das falsche Passwort, befindet man sich auf einer Fake-Seite.

So eine Mail ist beispielsweise der Lacher des Tages:

Private Mailadresse aus den USA. Fall erledigt. Ablage Rund.

Hier gibt sich jemand aber überhaupt keine Mühe. Es ist ratsam, nicht einmal einen Klick auf das Bild (das kleine rote x) zu machen, um es mir anzeigen zu lassen. Ablage Rund.

Die Katze (Titelfoto) ist ein Hinweis auf die Betrugssoftware ‚Magic Cat“. Mit ihr kann mit in Windeseile Betrugsseiten aufbauen. Mich wundert nicht, dass viele Spuren nach China führen. Mich wundert insbesondere nicht, dass die chinesischen Behörden nichts gegen den Betrug, bei dem es um Milliarden Euro pro Jahr geht, unternehmen. Nationale Interessen werden nicht verletzt. Also unternimmt das chinesische Regime… nichts.


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