Benzinpreise: „Staat verdient sich eine goldene Nase.“

Mittwoch, 01. April 2026

Die Spritpreise gehen in die Höhe, während der Regierung nichts anderes einfällt, als die österreichische Lösung zu kopieren, nach der die Spritpreise nur einmal am Tag (um 1200) erhöht werden dürfen. Ich hatte die Empfehlung, am besten zwischen 1100 und 1200 zu tanken, zunächst überhaupt nicht verstanden. Wozu soll das gut sein? Dann fiel mir der Groschen. Wer um 1155 tankt, kann sicher sein, den besten Preis der letzten 24 Stunden zu bekommen. Sollte man mich mit meinem Auto kurz vor 1200 an der Tankstelle beobachten, darf man gern meine Abholung organisieren. Solche Spielchen mache ich nicht mit.

Kommen wir zu den Ideen des EU-Energie-Kommissars Dan Jorgensen:

„Arbeiten Sie wo möglich von zu Hause aus.“

Gute Idee. Leider gibt es Studien, die im Sinne der Firmen forschen und meinen, die Produktivität könnte steigen, wenn wir öfter in die Firma fahren. Das ist eine glatte Fehleinschätzung.

„Reduzieren Sie die Geschwindigkeit auf der Autobahn um 10km/h“

Bin ich dabei. Man sollte meinen, dass das eine ganz logische Reaktion der Autofahrer ist, wenn die Preise hoch sind. Man denke aber an die Firmenwagenfahrer samt Tankkarte, denen Spritpreise und Energieknappheit ziemlich egal sind. Sie freuen sich, wenn die linke Spur auf der Autobahn leer ist, um noch schneller von A nach B zu kommen.

„Fördern Sie den öffentlichen Nahverkehr.“

Mit „Sie“ kann Deutschland nicht gemeint sein. Das können wir in Deutschland vergessen. Es fehlt an allem, was dazu notwendig ist. Züge, Gleise, Zugführer, Busfahrer, Geld in den Landkreisen und den Kommunen und der Wille. Und das Deutschland-Ticket ist der Sargnagel. Wegen der gestiegenen Energiepreise müsste das Ticket sofort um 10% teurer werden. Aber: Es wird nicht einmal darüber gesprochen.

„Erhöhen Sie das Car-Sharing“

Ich musste überlegen, was das überhaupt ist. Jorgensen meint nicht etwa, möglichst zu dritt oder zu viert im Auto zu sitzen, wenn das Auto bewegt wird, sondern die Logik, dass ich mein Auto mit anderen Menschen teile. Heute fahre ich. Morgen fährt mein Nachbar. Das senkt aber den Energieverbrauch als solches nicht.

„Führen Sie effektive Fahrpraktiken ein“

Ineffizienz kann man am besten auf der Autobahn bei zähfließendem Verkehr beobachten. Es kommt zum typischen Stop-and-Go-Verkehr. Fünf Meter fahren, bis zum Stillstand abbremsen, usw. usf. Wenn ich dann versuche, das Auto im Schritttempo vor sich hin rollen zu lassen, um die Bremsvorgänge weitestgehend auf Null zu reduzieren, werden die Autos hinter mir bereits unruhig, wenn vor mir 10m Platz ist. Spätestens nach 30s springt einer von links in die Lücke vor mir, freilich ohne jeden Platz- bzw. Erkenntnisgewinn. Meine Logik würde nur funktionieren, wenn sich nebeneinander fahrende Autos einig sind, die drei Spuren „blockieren“ und das gleiche tun: Das Auto einfach im Schritttempo rollen lassen. Damit würde sich jeder Stau auflösen. Begreifen aber die Mitmenschen nicht.

Typisch deutsche Ideen:

„Mehrwertsteuer auf Lebensmittel auf 0% senken.“

Ein Vorschlag, der völlig absurd ist, weil Menschen davon profitieren, die diese Senkung nicht brauchen.

„Senkung der KFZ-Steuer“

Der Golf kostet mich 82 Euro. Wo soll der Effekt sein?

„Erhöhung der Pendlerpauschale“

Herrscht geistige Leere in der Parteienzentrale, erhöht man fröhlich die Pauschale.

„Preisbremse/Preisdeckel“

Schlimm ist, dass nicht nur der Links-Rot-Grüne Komplex auf diese Ideen kommt, sondern dass solche blödsinnigen Ideen längst gesellschaftsfähig sind.

„Energiesteuern senken“

Es wäre ein richtiger Schritt, als Staat die Einnahmen signifikant zu senken. Er kann das aber nicht, weil er auf der anderen Seite nicht in der Lage ist, Ausgaben in gleicher Höhe einzusparen.

„Übergewinnsteuer“

Ohne Worte.

Noch schnell zur Überschrift. Den Satz, der Staat würde sich eine goldene Nase verdienen, habe ich heute auf WeLT-TV gehört. Ohne Sarkasmus. Ganz im Ernst vorgetragen. Wer meine Schuldenuhr verfolgt, weiß es besser. Der Staat ist überhaupt nicht in der Lage, Geld zu verdienen. Das Finanzamt verlangt von jeder Firma, dass sie Geld verdient, um die Sache steuerlich nicht als Liebhaberei einzustufen, weil keine Gewinnerzielungsabsicht zu erkennen ist. Auch kennt das Finanzamt zwar den Verlustvortrag, begrenzt das zeitlich aber auch recht streng. Der Staat hat für Firmen und uns die schönsten Finanzregeln erschaffen. Für ihn selbst gilt das aber alles nicht. Er geht fröhlich der Logik nach, Geld zu scheffeln und in einer Kombination aus Rausch und Orgie wieder auszugeben bzw. zu verteilen. Und er macht hierbei Miese. Und dies dauerhaft.


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