Samstag, 07. Februar 2025

Ich wollte heute etwas bei Amazon bestellen. Mir fiel aber ein, dass da noch irgendwo ein Gutschein sein müsste. Also schaute ich mir die Papierablage im Haus an und… siehe da: Kaum 20 Minuten später lag er vor mir. Die Prozedur zur Nutzung war allerdings nicht von schlechten Eltern. Ich würde nicht von einer Raketenwissenschaft sprechen. Aber mit drei Klicks war es eben auch nicht erledigt.
Das Interessante ist, dass beide beteiligte Anbieter – ich meine: absichtlich – kleine Steinchen in den Weg legen. Zum Beispiel würde man erwarten, dass unter www.wunschgutschein.de beim Einlösen des Gutscheins der mächtige Anbieter Amazon ganz oben angezeigt werden müsste. Er wird aber auf der ersten Shop-Seite gar nicht angezeigt. Amazon wird irgendwo versteckt. Bei 500 Shops hatte es deshalb Sinn, Amazon über das Suchfenster zu finden. Wieder zehn Minuten weg.
Als Ergebnis könnte man nun erwarten, dass nach dem Einlösen der Code erscheint, mit dem ich dann auf Amazon einfach weiter mache. Weit gefehlt. Es kommt eine Mail. Diese wiederum kommt aber verzögert. Sie kommt nicht nach 30 Sekunden und nicht nach fünf Minuten. Man muss sich – gefühlt – eine halbe Stunde gedulden.
Hier setzt Amazon auf die menschliche Psyche. Ich möchte etwas bestellen, ich habe eigentlich keine Zeit, ich will die Sache vom Tisch haben. Und dann kommt die Mail nicht. Man könnte somit in seinem Frust sagen: Auf die 15 Euro ist gepfiffen, ich kümmere mich später drum, ich bestelle jetzt einfach ohne Berücksichtigung des Gutscheins. Ich glaube, dass Amazon auf diesen Effekt setzt.
Nun wusste ich das aber, weil das nicht der erste Gutschein dieser Sorte ist. Dann kam die Mail, wiederum von wunschgutschein.de. Ich nehme an, dass im Hintergrund der Gutschein von Amazon identifiziert wird und die 15 Euro von der Plattform an Amazon überwiesen werden. Erst wenn diese Sache ausgehandelt ist, schickt Amazon an wertgutschein.de den amazon-code. Den bekomme ich aber nicht direkt, sondern durch einen Link in einer Mail.
Na schön, dann klickt man halt auf den Link und bekommt den Code, den man sich irgendwie kopieren muss. Denn nun wechselt man zu Amazon, und kümmert sich um das zweite Kapitel. Irgendwo in einem Untermenü, ich glaube, unter Konto findet man Gutschein-Einlösen-Funktion. Jetzt könnte man meinen, dass alles weitere automatisiert ist. Wieder weit gefehlt. Wenn man jetzt einkauft, würde der Gutschein nicht berücksichtigt. Man muss beim nächsten kauf explizit angeben, dass man den Gutschein auch verwenden möchte.
Dabei gibt es gar keinen logischen Grund, ein Guthaben nicht zu benutzen.
Aber: Ende gut, alles gut. Die 15 Euro sind verbraucht. Der ganze Vorgang hat auch nur eine Stunde gedauert. Kaum der Rede wert. Der Aufwand hat sich ja auch total gelohnt.
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