Samstag, 31. Januar 2026

Mitten im Bundestag entstand letztens ein interessanter Dialog. Der AfD-Bundestagsabgeordneter Maximilian Kneller hatte bei der Grünen Lamya Kaddor eine Nachfrage. Ich habe das mal abgeschrieben. Kneller merkt an:
„Ansonsten benenne ich Ihnen mal drei zentrale Namen der Clan-Kriminalität. Al-Zein, Abou Chaker und Remmo. Das sind drei große Clan-Familien in Deutschland. Jetzt würde ich sie gleich in ihrer Antwort bitten, drei deutsche Nachnamen zu benennen, die Clan-Kriminalität in Deutschland organisieren.“
Lamya Kaddor ist Tochter syrischer Eltern. Sie ist Religionspädagogin, Islamwissenschaftlerin, Publizistin, und sie war Lehrerin. Seit 2021 ist sie im Bundestag. Ihre Antwort habe ich mir auf X mit 0,25-facher Geschwindigkeit angehört, damit ich mitschreiben konnte:
„Wenn Sie allen Ernstes meinen, die drei Namen von… sie haben die Namen ja grade genannt, das zeigt ja schon das Problem, dass sie im Grunde völkisch – ich hab Sie ja auch ausreden lassen, schaffen Sie das nicht, gehört das nicht zur deutschen Tugend, Menschen aussprechen zu lassen, oder ist das nicht mehr so. So, jetzt haben Sie drei Namen genannt und ich frage mich, wahrscheinlich sind das alles deutsch-deutsche Familien inzwischen, die sind wahrscheinlich über Generationen jetzt eingebürgert, und Sie bezeichnen sie immer noch als sogenannte Ausländer, das sind sie aber gar nicht mehr. Das ist schon auch ein inzwischen ein ziemlich deutsches Phänomen, sowohl in der Rockerbande als auch in der anderen organisierten Kriminalität. Das zeigt Ihr Problem, ihr völkisches Denken, ich finde Sie offenbaren sich damit ziemlich krass. Insofern würde ich schon sagen, dass Sie sich eigentlich hier ziemlich ehrlich gesagt also eigentlich, Sie machen gar keinen Geheimnis mehr draus, wofür Sie hier stehen, eh, Sie können jede Frage stellen, Sie bekommen nicht auf jede Frage eine Antwort, das sollten Sie sich vielleicht auch merken. Sie haben das Phänomen nicht verstanden. Sie wollen es auf ein völkisches Element reduzieren. Das ist ein Anteil vielleicht, vielleicht ein Anteil des Phänomens, aber das ist nicht das Hauptmerkmal. Sie können Sie nicht, Herr Baumann, nein. Sie können solange auf die Drei zeigen wie sie wollen.„
Die Vita über Kaddor liest sich auf Wikipedia wie ein kleiner Krimi. Auszug:
„Im Jahr 2013 äußerte Kaddor ihre Enttäuschung darüber, dass fünf der Personen, die sich der „Lohberger Brigade“ angeschlossen hatten und nach Syrien gegangen waren, zuvor Schüler ihres Schulversuchs „Islamkunde in deutscher Sprache“ gewesen waren. In Dinslaken sei die Integration „gnadenlos gescheitert“, der Salafismus sei dort zu einer Jugendbewegung geworden.„
Ja, warum wundert mich das nicht. Die Erfahrungen hätten sie eigentlich zur scharfen Kritikerin ihrer eigenen Religion machen lassen müssen, aber: Weit gefehlt. Daneben gab es einen Rechtsstreit wegen Untreue, der mit einer Einstellung gegen Geldauflage endete. Das sind für grüne Wähler aber alles keine Gründe, die Dame nicht in den Bundestag zu wählen – auf dass sie da solch einen Unsinn erzählen kann.
„Gehört das nicht zur deutschen Tugend, Menschen aussprechen zu lassen.“
Ihre Mimik bei dieser Aussage zeigt schon, was sie von Deutschland und seinen Tugenden hält. Nichts. Tatsächlich bezweifle ich aber, dass die Tugend, sich gegenseitig aussprechen zu lassen, eine deutsche Tugend ist. Die meisten Menschen können das nicht. Ich habe mir angewöhnt, bei Telefongesprächen oder Telkos abrupt mit sprechen aufzuhören, wenn man mich unterbricht. Ich schweige dann vor mich hin, weshalb sich das Gegenüber dann doch manchmal erschrocken entschuldigt. Beides (Zuhören musste ich aber lernen, unter Zuhilfenahme auch der Altersweisheit. Und der Bundestag ist ja nun grade das schlimmste Beispiel dafür, mit Zwischenrufen die Reden anderer zu stören.
„Clans sind deutsch-deutsche Familien.“
Kommt der Begriff „deutsch-deutsch“ nicht aus der Vorwendezeit? In Zeiten der Bundesrepublik und der „DDR“ gab es deutsch-deutsche Beziehungen. Aber nicht einmal da gab es deutsch-deutsche Familien. Was ist denn dann aber bitte heutzutage eine deutsch-deutsche Familie?
Die sind wahrscheinlich über Generationen jetzt eingebürgert.
Als Ergebnis der Verramschung des deutschen Passes bzw. die doppelte Staatsbürgerschaft führen zu dieser typischen Aussage, dass sie ja nun mal da und eingebürgert sind und somit zu uns gehören. Das ist immer gut, denn dann erledigt sich die Ausländerkriminalität statistisch von ganz allein. So erledigt man – nach grüner Lesart – Rassismus, Ausländerkriminalität und völkisches Denken.
„Wer Clan-Kriminalität anspricht, denkt völkisch.“
Die AfD hat halt – wie immer – nichts verstanden. Denn Clans sind ein deutsche Phänomen. Man kennt sie, die typisch deutschen Clans, die sich Berlin aufteilen, aber auch schon mal in Dresden unterwegs sind. Dies zu kritisieren ist… völkisch, Nazisprech.
„Das ist schon auch ein inzwischen ein ziemlich deutsches Phänomen.“
Wie kann Clan-Kriminalität ein Phänomen sein? Das klingt so folkloristisch. So temporär. Als könnte sich das Problem durch höhere Kräfte wieder erledigen. So wie beim Wetterleuchten, oder wie? Wie lange ist ein Phänomen üblicherweise ein Phänomen, bevor man sich eine andere Begrifflichkeit suchen muss, die das Thema realistischer beschreibt?
„Sie bekommen nicht auf jede Frage eine Antwort.“
Natürlich nicht. Bundestagsabgeordnete der Grünen müssen nicht auf jede Frage antworten. Das ist unter ihrem Niveau. Der beste Kommentar auf X war:
Im schrillen Kreischen neurotischer Weiber äußert sich ihr Ertapptsein.
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