Freitag, 10. April 2026

Würde mir jemandem erklären, wie toll die Software PowerShell ist und was man alles so damit machen kann, wäre ich hinterher vermutlich genauso schlau wie vorher. Wenn ich KI Sinn und Funktion von PowerShell zusammenfassen lasse, bekomme ich diese Erklärung:
„PowerShell ist ein leistungsstarkes, objektbasiertes Framework von Microsoft zur Automatisierung, Konfiguration und Verwaltung von Systemen. Es umfasst eine Kommandozeilen-Shell und eine Skriptsprache, ist plattformübergreifend (Windows, Linux, macOS) und nutzt .NET-Objekte statt nur Text, was die Verwaltung von Systemen effizienter macht.“
Aha. Jetzt bin ich natürlich mittendrin, statt nur dabei. Jetzt verstehe ich alles. Nein. Es braucht eine Anforderung aus der Praxis. Und die hatte ich heute. Man stelle sich den folder-basierenden Windows-Explorer vor, mit dem ich mir die Inhalte des häuslichen NAS-Laufwerkes anschaue. Wie in einem gut sortierten Kleiderschrank sind die Dateien nach Themen, Datum und anderen Kriterien in die „Schubladen“ einsortiert, was das Auffinden historischer Daten auf ein 10 Sekunden dauerndes Kinderspiel reduziert. Rein ins Haus (Laufwerksbuchstabe), hin zur richtigen Etage (erste Folder-Ebene), den richtigen Raum betreten (zweite Ebene), zum richtigen Schrank (dritte Ebene), in die richtige Schublade (vierte Ebene) und schon liegt der Inhalt (die Dateien bzw. die Socken) wie ein offenes Buch vor dem Betrachter. Die Ablage folgt der Logik: Nicht sinnlos suchen, sondern sinnvoll klicken.
Jetzt habe ich mehrere Folder mit jeweils einer Liste von ca. 150 Unterfoldern. Aus einem bestimmten Grund heraus bestand die Aufgabe, die Namensbezeichnungen der jeweils 150 Folder in eine Excel-Datei zu übertragen.
Es gab zwei Möglichkeiten, die Sache anzugehen.
- Option 1: Leere Excel aufmachen und wie ein Idiot mit copy+paste die Bezeichnungen von links nach rechts bringen.
- Option 2: Erkennen, dass die Zeiten des stupiden manuellen Arbeitens am PC auch bei schräg anmutenden Anforderungen vorbei sind.
Ich entschied mich mannhaft für Option 2, fragte ChatGPT, wie sich die KI die Lösung denn so vorstellt und gab ein Foto von meine Folderstruktur als Hilfestellung mit. Die Antwort war: PowerShell. Ach, dachte ich mir, das wollen wir jetzt aber genauer wissen.
Jetzt kam hinzu, dass jeder der 150 Folder im Namen vier verschiedene Informationen enthält. Die Zusatzanforderung war somit, die Inhalte ins Excel und dort in vier Spalten zu exportieren (ja ich weiß, das kann man notfalls auch später im Excel erledigen), aber: Wir wollten ja auch etwas dazulernen.
Und jetzt kommt eine Sache ins Spiel, wegen der ich von meinem Umfeld immer wieder belächelt werde: Strukturiertes Ablegen von Informationen. Alle Ziel-Folder-Namen haben das gleiche Format. Nur so ist es für eine wie auch immer geartete Software möglich, die Daten zu trennen, um sie fehlerfrei in Excel-Spalten zu exportieren.
ChatGPT baute daraufhin ein Script für diese spezielle Anforderung. Jetzt ging es nur noch darum, wie man ein Script auf dem Laptop eigentlich zur Ausführung bringt. Das führte dann zu einigen Aha-Effekten. Ohne ChatGPT hätte ich das nie im Leben hingebracht. Woher soll ein Mensch wissen, dass man – wenn man im cmd-Modus unterwegs ist und in den PowerShell-Modus gewechselt ist, am Anfang des Befehls ein kaufmännisches „&“ braucht. Ich hätte mich ohne die KI totgesucht.
Und dann ging alles schnell wie am Fließband. Das Ergebnis war perfekt, meine Laune bestens. Und mir geht langsam ein Licht auf, wie ich PowerShell für weitere Anforderungen nutzen kann. Wie wäre es mit diesem Befehl?
robocopy „Y:\Quelle“ „D:\Backup“ /E /XO /MT:16
Mein ganzes privates Datensicherungskonzept bekommt plötzlich eine andere Dimension.
Mit ChatGPT traue ich mich an Themen heran, wo ich früher gesagt hätte: Nö, lass mal, keine Zeit für ausartende Recherchen.
ChatGPT macht schlau.
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