Donnerstag, 09. April 2026

Es gibt Experten, die sagen das ganz nüchtern, ohne Mitleid, ohne jede Empathie mit den wirklich Betroffenen. Ich habe das heute im Fernsehen gehört. Und das Handelsblatt titelt in einem Kommentar:
„Lasst die fossilen Preise hoch.“
Oh, da blickt der Kommentator wohl aus einem besonders hohen Elfenbeinturm auf uns – das einfache Volk, den minderbemittelten Pöbel – herab. Offensichtlich soll die Deindustrialisierung jetzt mit allen Mitteln durchgezogen werden.
Menschen und Firmen, die wirklich auf ihre Mobilität angewiesen sind, bekommen angesichts einer solchen Losung ganz sicher einen Schreikrampf und verzweifeln. Bei solchen Aussagen bekommt der Begriff „Soziale Kälte“ eine ganz andere Bedeutung. Wer nicht hören will, muss fühlen. Das habt ihr jetzt davon, dass ihr die E-Autos verschmäht habt. Jetzt lernt ihr es auf die harte Tour. Über die Preise. Selbst Schuld.
Wüsste das Handelsblatt, wofür Rohöl alles benötigt wird, könnte man sich solche Kommentare vollständig sparen. Die Frage lautet, womit wir eigentlich im Frühjahr die Schlaglöcher unserer Straßen teeren, um fröhlich mit E-Autos darauf herumzukurven? Richtig mit Bitumen, das aus Öl hergestellt wird. Die Abhängigkeit von Rohöl wird weltweit so lange andauern, wie der letzte Liter Öl irgendwo auf dieser Welt gefördert wird.
Gelebte grüne Pädagogik.
Hätte ich was zu sagen, würde ich die Firmen und Speditionen und jene extrem entlasten, die den deutschen Karren ziehen. Die links-rot-grüne Logik, dass alle Menschen unmittelbar und sofort entlastet werden müssen, ist eine sozialistisch-populistische Forderung, die in die völlig falsche Richtung geht. Was nutzt es, wenn die Menschen finanziell entlastet werden, mit dem gesparten Geld dann aber an geschlossenen Tankstellen stehen. Was nutzt es dem System Deutschland, wenn wir Bürgergeldempfänger und Arbeitslose unterstützen, während uns die Industrie wegbricht. Wir müssen uns darauf konzentrieren, die links-grünen Schreihälse in ihre Schranken zu weisen. Spätestens dann, wenn etwaige Entlastungen zu Steuerausfällen führen, die im Bundeshaushalt gegenfinanziert werden müssen, ist der links-rot-grüne Komplex ratlos. Die Begrifflichkeit „Sparen“ kennt der Sozialist nicht.
Wir können uns zwischen zwei Optionen entscheiden: Entweder wir akzeptieren die Preise und die damit verbundenen Härten zähneknirschend oder wir werden durch sozialistische Markteingriffe in eine Versorgungskrise hineingeraten. Unvorstellbar in Deutschland? Glaube ich nicht. Es gibt schon Berichte über Benzin-Knappheit in Frankreich. Dort brennen dann bald wieder die Autos.
Rationierungen sind außerhalb jeder Vorstellungskraft? Man schaue in die Slowakei.
In Ungarn wurde der Benzinpreisdeckel nach einem Jahr wieder abgeschafft. Funktionierte nicht. Wie auch. Ungarn war und ist auf den Import von Benzin und Diesel angewiesen. Damit hat man nicht mehr die Preishoheit. Das mussten die Ungarn erst auf die harte Tour lernen.
In Irland blockieren Bauern und Trucker die Häfen. Das Militär muss für Ordnung sorgen.
In Hongkong kostet der Liter Benzin 3,50 Euro. Interessiert niemanden. Dort gibt es eine hohe Dichte an Ferraris und Lamborghinis, und nur 8 bis 9 Prozent der Menschen dort haben überhaupt ein Auto.
Irland: Militär im Einsatz.
Sri Lanka setzt auf ein QR-Code-basiertes System, nachdem Autofahrer nur 15 Liter Benzin pro Woche bekommen.
Ein Drittel der Tankstellen in Kambodscha war/ist geschlossen.
Myanmar hat ein „Gerade-Ungerade“-KFZ-Kennzeichen-Rationierungssystem. Kennzeichen die mit einer graden Ziffer enden, fahren an einem Tag, die mit ungraden Ziffern am darauffolgenden Tag. In Italien hatte man dieses System auch einmal. Das führte aber nur dazu, das die Italiener fortan zwei Autos fuhren, mit unterschiedlich endenden Kennzeichen – versteht sich.
Einen „autofreien Tages“ pro Woche – das erwägt die neuseeländische Regierung.
Aber wir – angeführt von den Sozis – können das natürlich alles viel besser.
Wenn man – wie Deutschland – auf Importe von Rohöl angewiesen ist und kein einziges bedeutsames eigenes Mineralölunternehmen hat, dann ist man in einer ähnlichen Situation wie Ungarn.
Ich würde die Durststrecke gerne akzeptieren, wenn sich im Nahen Osten dadurch irgendetwas verbessern würde. Das ist aber leider nicht der Fall. Das Mullah-Regime im Iran wackelt nicht einmal. Mit eiserner Hand hat man die Straße von Hormus in der Hand. Die USA haben keine Idee, wie man das Problem beheben möchte. Trump erzählt uns jeden Tag etwas anderes. Die europäischen Regierungschefs sitzen vor Trump wie die Kaninchen vor der Schlange. Sie versuchen, dem Trump’schen Blödsinn etwas Sinnvolles zu entnehmen. Aber da ist nichts, was uns Hoffnung machen könnte. Stattdessen verstrickt sich Trump in Widersprüche und vergreift sich im Ton. Zum Fremdschämen. Der wichtigste Führer der westlichen Welt ist ein Totalausfall.
Ich hätte nie geglaubt, dass das amerikanische Militär so planlos vorgehen könnte. Man agiert, als hätte man unter Trump den Verstand verloren. Sie verbomben eine Jahresproduktion an Raketen innerhalb von sechs Wochen.
Hätten die Amis mal den Israelis das Kommando überlassen. Dann wären wir schon ein Stück weiter. Aber: Auch Israel hält diese Kriege an allen Fronten nicht ewig durch.
Ein Eingreifen mit Bodentruppen wäre angesichts von 1 Million iranischen Soldaten/Revolutionsgardisten eine wohl eher schlechte Option. Die Iraner selbst trauen sich nicht mehr aus ihren Häusern. Putin sitzt derweil schmunzelnd in einem seiner Schlösser am Rande Moskaus und sieht sich als Gewinner, während die Welt taumelt und am Rande einer Weltwirtschaftskrise steht.
Ich sehe nur eine Option für ein mögliches Ende des Krieges: Die Amerikaner ziehen sich mit einer fadenscheinigen Begründung zurück. Um die Straße von Hormus können sich andere kümmern.
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