Ukrainekrieg: Drohnensteuerung durch Glasfaser. Echt jetzt?

Mittwoch, 08. April 2026

Gehört hatte ich davon schon einmal – allein, mir fehlte der Glauben. Weil die Russendrohnen durch ukrainische Störsender reihenweise unkontrollierbar gemacht wurden, kamen die Russen auf die Idee, es mit Glasfaser zu versuchen. Wie geht das? Die Drohne zieht im Flug eine Glasfaser hinter sich her? Wohl kaum. Tatsächlich „zieht“ die Drohne gar nichts. Das könnte sie auch nicht, denn die die Last eines auf dem Boden schleifenden Glasfaserkabels würde die stärkste Drohne in die Knie zwingen. Vielmehr hat die Drohne die Glasfaserrolle an Bord. Die Drohne fliegt los, und die Glasfaser wird abgewickelt.

Das wirklich Erstaunliche ist, dass bereits eine Rolle Glasfaser mit einem Gewicht von 1kg genügt, um einer militärischen Drohne eine Reichweite von bis zu 10km zu verschaffen. Denn diese Glasfaser darf man sich nicht als Glasfaserkabel vorstellen, wie ich es zwischen meinem Fernseher und der Teufel-Soundbar nutze, denn dieses ist fast 1cm dick. Die Glasfaserkabel für die Drohnen sind nur 0.25mm stark. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar kann bis zu 0,1mm stark sein. Somit wird eine zunächst irre erscheinende Idee zu einer realen militärischen Alternative.

Aber: Wo eine Idee entsteht, entsteht auch eine Gegenidee. Die Ukrainer können die Drohnen zwar nun nicht mehr orten oder Störsender nutzen. Aber sie spannen über dem Boden einen besonderen Stacheldraht, den sie mittels Motor in eine rotierende Bewegung versetzten. Legt sich darauf ein Glasfaserkabel einer den Draht in luftiger Höhe überfliegenden Drohne, dann wird die Glasfaser gekappt. Aus die Maus.

Stacheldraht zur Drohnenabwehr

Wenn man die Sache weiterdenkt, dann wird aber klar, dass die Drohne mit dem Kabel – wenn sie denn nicht zur Stacheldrahtbeute wurde – nicht mehr zum Abflugort zurückfliegen kann. Also muss sich die Drohne vor dem Rückflug entweder von der Glasfaser trennen, oder wir sprechen von einer Kamikaze-Drohne, die im Feld zurückbleibt. Wir sprechen meist über die zweite Option.

Auf jeden Fall bleiben die Glasfaserkabel einfach in der Landschaft liegen. Mich wundert, dass die Grünen diese unsägliche Umweltverschmutzung noch nicht längst zum Thema gemacht haben. Sie könnten z.B. eine UN-Resolution starten, oder einfach ein Ramadama organisieren.

So, oder so ähnlich schaut die Drohne aus. Die Glasfaser wird aus einem Vorratstank abgewickelt. Die bidirektionale Technik erlaubt es tatsächlich, nur mit einer Faser auszukommen. In meiner technischen Hochleistungsphase funktionierte die Optik immer mit zwei Fasern: Transmit und Receive.


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