Mittwoch, 14. Oktober 2026

Was die CDU in Sachen-Anhalt tut und vor allem zur Ministerpräsidentenwahl im Dezember vorhat, ist der absurdeste Zirkus, den man sich vorstellen. Unterste Schublade. Das ist Kindergartenniveau und deshalb musste ich auch diesen Bollerwagen mit ins Spiel bringen. Die CDU in Sachsen-Anhalt hat dermaßen fertig, das ist unglaublich.
Die CDU möchte eine geheime Wahl torpedieren, in dem man einfach bei der Wahl den Saal verlässt. Ich halte das für verfassungswidrig, weil es das Wesen einer geheimen Wahl konterkariert.
Würde diese Unart Einzug halten, wäre eine geheime Wahl keine geheime Wahl mehr. Alle, die mit Nein stimmen würden, verlassen einfach den Saal. Übrig bleiben die Ja-Stimmen, sodass es dann Geheimnis mehr ist, wer alles mit Ja abgestimmt hat. Nämlich alle, die noch im Saal waren.
Die CDU setzt in der Phase ihres Niedergangs die Axt an die Grundfeste der Demokratie. Denn Demokratie erfordert Anwesenheit.
Sven Schulze verfolgt aber mutmaßlich ein ganz neues Ideal von Verantwortung. Früher bedeutete Verantwortung, in schwierigen Situationen Haltung zu zeigen. Heute bedeutet sie offenbar, später möglichst glaubwürdig behaupten zu können, mit alledem nichts zu tun gehabt zu haben. Der moderne Christdemokrat löscht den Brand nicht mehr, er sorgt nur dafür, dass seine Fingerabdrücke nicht am Benzinkanister gefunden werden.
Man kann sich das bildlich vorstellen: Im Landtag steigt die Spannung, die Wahl steht an, und Schulze schaut nicht auf das Stimmverhalten, sondern auf die Fluchtwege. Nicht der Wahlzettel ist entscheidend, sondern die Frage, ob alle CDU-Abgeordneten rechtzeitig durch die Tür passen.
Man überlässt den Wählerwillen, die politischen Folgen und das öffentliche Bild einfach dem Schicksal und konzentriert sich selbst auf das Wesentliche: die spätere Presseerklärung. Dort kann man dann geschniegelt und geschniegelt verkünden, man habe mit dem Ganzen nichts zu tun. Der Satz „Wir waren es nicht“ wird so vom Kindergartenklassiker zur staatsmännischen Kernkompetenz erhoben.
Nicht führen, sondern sich aus der Gefahrenzone manövrieren. Die CDU als politischer Bollerwagen, die Abgeordneten geschniegelt hineingesetzt, und vorne zieht einer mit ernster Miene Richtung Ausgang, damit hinterher wenigstens die Legende stimmt.
Der jetzige Ministerpräsident Sven Schulze sollte schleunigst nach Hause gehen und sich einen anderen Job suchen, bitte abseits der Politik.
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