Sonntag, 11. Oktober 2026

Alfred Lantenhammer hatte angesichts der Pläne für den Bau von zwei Windrädern für heute zu einer Infoveranstaltung direkt vor Ort eingeladen. Treffpunkt war das Pestkreuz oberhalb von Öd. Ungefähr 80 Menschen waren der Einladung gefolgt. Ich hatte Lust, Fahrrad zu fahren, und war auch dabei. Man wird bei solchen Veranstaltungen ja nicht dümmer. Herr Lantenhammer beschrieb den Energiebedarf der Zukunft, der sich bis 2045 verdoppeln wird. Er bezog sich mit seinen Ausführungen auf die Planungen des Bayernwerkes. Er machte deutlich, dass die größten Stromtrassen, die in Deutschland für den Stromtransport in alle Richtungen gebaut werden müssen, nicht ausreichen werden, den lokalen Strombedarf zu decken. Folglich müsse die Energie vor Ort erzeugt und auch verbraucht werden.

In den Vorranggebieten plane Schönberg mit einem Abstand von 650m bis zur nächsten Bebauung. Ich habe herausgehört, dass bei einer Abstandsplanung von nur 500m damit zu rechnen sei, dass die Windräder in der Nacht abgeschaltet werden müssen (Beispiel: Graf Törring). Das ist aus Lantenhammers (und auch aus meiner) Sicht kontraproduktiv.
Denn wenn die Windräder etwas zur Grundlast beitragen können, dann eher nachts, wenn PV-Strom nicht produziert wird. Durch die gesetzlich einzuhaltenden Abstände läuft es bei der Planung bezüglich der Standorte dann eben fast immer auf unsere Wälder hinaus. Das ist der Hasenfuß an der Sache.
Ich war gespannt zu hören und zu sehen, wie sich die Windkraftgegner vorbereitet hatten und argumentieren würden. Es war, wie ich es vorausgesehen habe. Aus allgemeinem Gemurmel entwickelten sich dann diverse Meinungen. Man muss aber dazu wissen, dass Herr Lantenhammer an drei Orten referierte.

Am allgemeinen Treffpunkt mit den Infotafeln, am Windradstandort 1 und am Windradstandort 2. An den Standorten für die Windradl war die Diskussion intensiver. Wie war die Antwort einer Windkraftskeptikerin, die vorher leichte Kritik äußerte, auf die Frage, mit welcher Energieform sie denn die Zukunft bewältigen möchte?
„Atomkraftwerke“
Sie erntete allgemeines Gelächter. Mit Atomstrom sind wir durch. Das möchte keiner mehr. Die ungelöste Endlagerfrage beispielsweise steht wie ein Elefant im Raum. Auch das Argument, neue Mini-AKWs seien quasi rückstandsfrei, klingt nicht überzeugend. Technisch mögen die Konzepte existieren. Aber die Umsetzung dürfte sich noch zehn Jahre in die Länge ziehen. Deutschland nützt diese Technologie somit im Moment nichts. Reine Theorie. Fukushima und Tschernobyl tun bei der Ablehnung ihr Übriges. Auch das Argument, wir würden ja eh schon Atomstrom aus Frankreich nutzen, verfängt nicht mehr. Die Dame war meinungstechnisch isoliert.
Herr Lantenhammer führte aus, dass man die Bürgerwindkraft Schönberg GmbH & Co. KG gegründet habe, bei der die Gemeinde in der Planungsphase lediglich mit 10€ (in Worten zehn Euro) beteiligt ist. Das ändere sich, wenn es zur Umsetzungsphase kommt. Dann nämlich soll die Wind18 GmbH & Co. KG 33% Anteile besitzen, die Gemeinde Schönberg ebenfalls und die Bürger auch. Die restlichen 1% gehen an die Grundstückseigentümer. Ist die Abspeisung der Grundstückseigentümer mit nur 1% gerecht? Durchaus. Denn sie profitieren von der Verpachtung.
Fazit von Herrn Lantenhammer für die Planungsphase: Maximales Mitspracherecht, minimales Risiko. Die Bürgerwindkraft wird von Herrn Wingerl (Geschäftsführer) und Herrn Lantenhammer (Prokurist) unentgeltlich geleitet.
Bei der Darstellung des zukünftigen Strombedarfs sprach Lantenhammer von 10 Terrawatstunden pro Jahr allein für KI-Rechenzentren und allem was dazu gehört. Eine Zuhörerin entgegnete:
„Ich nutze keine KI“
Das sind dann die Momente, wo ich froh bin, dass ich mittlerweile in mir selbst ruhe. Denn in dem Moment hätte ich mich – zwanzig Jahre jünger – eingemischt, so nach dem Motto, ob der Dame eigentlich klar sei, dass KI mittlerweile unser ganzes Leben durchzieht? Bei jedem Tetrapak bzw. jeder Flasche Milch hat im Hintergrund in der einen oder anderen Form die KI bereits mitgewirkt. Ich hätte die Dame als völlig weltfremd hingestellt und sie gefragt, ob sie zwischen 1811 und 1817 auch als Maschinenstürmerin tätig gewesen wäre, weil der unaufhaltsame Fortschritt unbedingt aufzuhalten war/ist? Und ob sie vielleicht bereit wäre, für KI-freie Produkte in Zukunft den doppelten Preis zu bezahlen. Und ihr E-Bike könne sie auch gleich bei mir abgeben.
Lantenhammer sprach von einer notwendigen Versechsfachung der Leistung der Windkraftwerke. Ich selbst vertrete zwar die Meinung, dass PV der Windkraft vorzuziehen ist. Ich glaube aber, dass wir uns zähneknirschend an mehr Windräder gewöhnen müssen.
Was kann SuedLink leisten?
Hier kann Lantenhammer froh sein, dass unter den Zuhörern kein „Wissender“ war. Mir kam seine Aussage, SüdLink könne nur 1GW nach Landshut bringen, etwas komisch vor. Und tatsächlich muss man ein wenig weiter ausholen. Die Stromtrasse SüdLink wird eine maximale Übertragungsleistung von 4 Gigawatt (GW), also 4.000 Megawatt (MW), haben. Das entspricht ungefähr der Nennleistung von vier großen Kernkraftwerksblöcken – nicht Kraftwerken, wohlgemerkt.
Wie setzen sich die 4 Gigawatt zusammen?
SüdLink besteht aus zwei Hochspannungs-Gleichstromverbindungen (HGÜ):
- 2.000MW: Von Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) nach Großgartach/Leingarten (Baden-Württemberg).
- 2.000MW: Von Wilster (Schleswig-Holstein) nach Bergrheinfeld (Bayern).

Die Übertragungsspannung beträgt jeweils 525kV. Diese dumme Erdkabelverlegung ist übrigens der Grund, warum Südlink nicht fertig wird. Inbetriebnahmetermin sollte Ende 2022 sein. Jetzt ist die Fertigstellung für Ende 2028 geplant. Ich hätte mich für Hochspannungsleitungen und Wechselstrom entschieden. Denn die Kosten für eine Erdkabelverlegung sind der reinste Wahnsinn: Acht Millionen Euro pro Kilometer stehen rund 1,5 Millionen Euro gegenüber, wenn man bei der klassischen Überlandleitung geblieben wäre. Wem haben wir diese Kostenerhöhung zu verdanken? Den entsprechenden Bürgerinitiativen und z.B. einem Markus Söder, der vor ihnen eingeknickt ist.
Wie viel Strom kann SüdLink jährlich transportieren?
Wenn SüdLink theoretisch das ganze Jahr mit voller Leistung betrieben würde, ergäbe sich eine jährliche Strommenge von 4.000MW × 8.760 Stunden = 35TWh. Das entspricht rechnerisch dem jährlichen Stromverbrauch von etwa 10 Millionen Haushalten, wenn man 3.500kWh je Haushalt zugrunde legt. Die tatsächliche Strommenge dürfte geringer ausfallen, weil SüdLink nicht dauerhaft mit voller Leistung betrieben wird und Transportverluste entstehen.
Technische Logik
4 Gigawatt (GW) ist die maximale Transportleistung von SüdLink zu jedem beliebigen Zeitpunkt. Das ist kein Jahreswert. 4 Gigawattstunden (GWh) könnte SuedLink innerhalb einer Stunde bei voller Auslastung transportieren. 96 GWh wären es innerhalb von 24 Stunden. 35,04 Terawattstunden (TWh) wären es innerhalb eines Jahres mit 365 Tagen. Die 35,04 TWh sind also der theoretische jährliche Maximalwert, wenn SüdLink ununterbrochen mit voller Leistung betrieben würde. Zum Vergleich: Deutschland verbraucht jährlich rund 500 TWh Strom. SüdLink könnte somit bei vollständiger Auslastung rechnerisch etwa 7% des deutschen Jahresstromverbrauchs transportieren. Bayern verbraucht 15% des deutschen Gesamtverbrauches.
Wie hoch ist der jährliche Stromverbrauch Bayerns?
Bayern verbraucht jährlich rund 80 Terawattstunden. Die Schätzbilanz des Bayerischen Wirtschaftsministeriums für 2024 nennt folgende Zahlen:
| Kennzahl | Strommenge jährlich |
|---|---|
| Bruttostromverbrauch | 79,59 TWh |
| Nettostromverbrauch | 74,66 TWh |
| Stromerzeugung in Bayern | 60,06 TWh |
| Rechnerische Differenz zwischen Verbrauch und Erzeugung | 19,53 TWh |
Um die rechnerische Differenz zwischen bayerischer Stromerzeugung und Verbrauch von 19,53 TWh auszugleichen, wären rund 1.300 Windräder notwendig, zusätzlich, denn es gibt bereits 1.160 Windräder. Jetzt könnte man meinen, dass mit Südlink und seinen 35TWh Ende 2028 alle Probleme gelöst seien, oder?
Keine Windräder und PVs mehr bauen, irgendwie bis Ende 2028 durchhalten und dann aufatmen? Leider zu kurz gesprungen. Wir haben den zukünftigen Strombedarf nicht mitberechnet. Und wer sagt, dass Südlink immer und für alle Zeiten unter Volllast Strom in den Süden liefern wird? Auch im Norden Deutschlands wird sich der Strombedarf erhöhen. Die erzeugten Kapazitäten müssen dann an der Küste zwischen Eigenverbrauch und Südlink aufgeteilt werden, und dann nochmals zwischen BW und Bayern.
Fazit: Wir müssen Herrn Lantenhammer somit ein wenig korrigieren: Südlink transportiert 4GW zu jedem beliebigen Zeitpunkt. Weil Südlink aus zwei Strecken besteht, sprechen wir von 2GW Transportkapazität nach Bayern. Man kann sich den tatsächlichen Transport von Strom aber natürlich auch künstlich und unter Einbeziehung von Unwägbarkeiten herunterrechnen und kommt dann vielleicht doch bei tatsächlichen 1GW an transportiertem Strom an.
Südlink endet auch nicht in Landshut, sondern in Bergrheinfeld bei Schweinfurt. Bis Landshut ist da noch ein Stück.
Der eigentliche Witz ist, dass sich das Fernstreckennetz teilweise gar nicht in deutscher Hand befindet, sondern dem niederländischen Staat gehört. Erst die neue Bundesregierung hat sich wieder an ihre Verantwortung beim Trassenausbau erinnert und hält mittlerweile wenigstens 25,1% der Anteile an TenneT.
Was mir heute fehlte, war die plastische Darstellung des Strombedarfes von Schönberg in Relation zu der Leistung eines modernen Windkraftwerkes. Ich liefere sie:

Wenn man bedenkt, dass viele Schönberger bereits mit PV und Speicher ausgerüstet sein dürften, wird der Überschuss noch höher. Die Chance zum Geldverdienen wäre noch besser. Und darum geht es. Die schöne Vision: Schönberg könnte mit zwei Windrädern jede Menge Geld verdienen. Der Gemeindehaushalt wäre die nächsten zwanzig Jahre sichergestellt. Man könnte schuldenfrei und mit vollem Selbstbewusstsein agieren. Man müsste „nur“ ein paar Hektar Wald opfern. Und dazu hatte der Waldbesitzer von Windradstandort 1 eine einfache Meinung. Morgen könnte ihm auch der Sturm die Bäume umlegen, übermorgen der Käfer zuschlagen. Er sah die Sache pragmatisch.

Auf Basis der Kapazität eines Windrades ist es nicht besonders dramatisch, dass die Verpachtungssituation am ersten Windradstandort scheinbar positiv ist, während sich beim zweiten Standort offensichtlich alle beteiligten Grundstückseigentümer gegen die Windkraftanlage entschieden haben. Herr Lantenhammer wurde gebeten, seinen kleinen Hinweismasten doch gleich wieder mitzunehmen. Das hat er dann emotionslos und mit einem Lächeln auch getan.

Die Frage wird nur lauten, ob die Planungsfirma mitspielt. Denn die Planungskosten bezifferte Lantenhammer bei zwei Windrädern auf eine Million Euro und bei einem Windrad auf 750.000 Euro. Einwand einer Dame zum Thema:
„Wenn ich nicht schlafen kann, werde ich klagen.“
Als ich das gehört habe, musste ich mir auf die Zunge beißen. Denn gegen wen oder was möchte die Dame klagen, wenn sich alle Beteiligten an die geltenden Gesetze halten? In der Diskussion um die Lautstärke eines Windrades war die Meinung: Wenn der Wind weht, ist der Wald lauter als ein Windrad. Die Gegenmeinung war, dass am Boden Windstille herrschen könnte, während in 250m Höhe durchaus Wind weht. Dann wäre das Windrad eben doch laut.
Wie laut ist ein modernes Windrad?
Ein modernes Windrad mit 5 bis 7MW Leistung erzeugt im Betrieb ein deutlich wahrnehmbares, rhythmisches Rauschen. Wie laut es bei einem Wohnhaus ankommt, hängt vor allem von der Entfernung, der Windrichtung, dem Gelände und dem Betriebszustand der Anlage ab.
Moderne Windräder erreichen typischerweise einen Schallleistungspegel von 103 bis 108dB. Das ist aber die gesamte abgestrahlte Schallleistung und nicht der Lärmpegel, den ein Mensch am Boden hört.
Wie laut ist ein Windrad in welcher Entfernung?
Die folgende Tabelle zeigt typische Orientierungswerte für eine moderne Windkraftanlage.
| Entfernung zum Windrad | Ungefährer Schalldruckpegel |
|---|---|
| 500m | 40–45dB(A) |
| 1.000m | 35–40dB(A) |
| 1.500m | ca. 30–36dB(A) |
| 2.000m | ca. 28–33dB(A) |
Wie laut sind 40dB nachts wirklich?
Ein anschaulicher Vergleich ist ein leise laufender Kühlschrank in einer ansonsten stillen Küche. Je nach Modell und Abstand erzeugt er ungefähr 35 bis 42dB. Das ist tatsächlich unangenehm und stört. Aber schon ein geschlossenes Fenster oder ein Schlafraum auf der dem Windrad abgewandten Seite lässt den Geräuschpegel auf 10dB sinken. Dann ist ein Windrad bewusst nicht mehr wahrnehmbar. Eine einzige Krähe stört den Seelenfrieden erheblich mehr.
Ein Windrad für Schönberg: Was könnten die Bürger daran verdienen?
Die Energiewende soll nicht nur Strom produzieren, sondern möglichst auch Geld in die Kassen der Gemeinden und ihrer Bürger spülen. Das ist ja auch die Idee des Landkreiswerkes, dem Schönberg aber nicht beigetreten ist. Die Frage lautet: Was könnte ein einzelner Schönberger mit einer Beteiligung von beispielsweise 10.000€ jährlich verdienen?
Was kostet ein modernes Windrad?
Für unsere Modellrechnung nehmen wir ein modernes Windrad mit 6MW Nennleistung an. Einschließlich Fundament, Planung, Erschließung, Netzanschluss und weiterer Nebenkosten veranschlagen wir Investitionskosten von zwölf Millionen Euro.
Finanziert wird das Projekt zu 75% über ein Bankdarlehen und zu 25% über Eigenkapital.
| Finanzierung | Betrag |
|---|---|
| Gesamtinvestition | 12.000.000€ |
| Bankdarlehen | 9.000.000€ |
| Eigenkapital | 3.000.000€ |
| Anteil Windkraftunternehmen | 1.000.000€ |
| Anteil Gemeinde Schönberg | 1.000.000€ |
| Anteil der Bürger insgesamt | 1.000.000€ |
Die Bürger müssten also gemeinsam eine Million Euro aufbringen. Würden sich 100 Schönberger mit jeweils 10.000€ beteiligen, wäre das erforderliche Bürgerkapital vollständig vorhanden. Natürlich könnten auch weniger Bürger höhere Beträge einzahlen. Die Rendite hängt grundsätzlich vom jeweiligen Kapitalanteil und den vertraglich vereinbarten Beteiligungsrechten ab.
Wie viel Strom produziert dieses Windrad?
Ein Windrad mit 6MW Leistung kann unter optimalen Windbedingungen bis zu 6.000kWh Strom pro Stunde erzeugen. Allerdings weht der Wind bekanntlich nicht rund um die Uhr mit derselben Geschwindigkeit. Deshalb rechnen wir mit 2.500 sogenannten Volllaststunden pro Jahr. Daraus ergibt sich eine jährliche Stromerzeugung von 15 Millionen Kilowattstunden.
Wie viel Geld bringt der Stromverkauf ein?
Wir nehmen für unser Beispiel einen effektiven Stromerlös von 8ct/kWh an. Das ergibt einen jährlichen Umsatz von 1,2 Millionen Euro. Das deckt sich mit der Äußerung von Herrn Lantenhammer, der von einer Million Euro sprach. Von diesem Geld muss der Betreiber jedoch zunächst sämtliche Kosten bezahlen (Bank, Wartungsfirma, Versicherung, Grundstückseigentümer).
Was bleibt nach Abzug der Kosten übrig?
Für Wartung, Reparaturen, Versicherungen, Grundstückspacht, Verwaltung und sonstige Betriebskosten setzen wir jährlich 325.000€ an. Die neun Millionen Euro Bankdarlehen sollen über 20 Jahre bei einem angenommenen Zinssatz von 4,5% vollständig zurückgezahlt werden. Daraus ergibt sich eine jährliche Kreditbelastung von rund 691.885€. Es bleiben für die Ausschüttung 183.115,00€. Das ist allerdings noch kein steuerlicher Nettogewinn und auch kein garantiert ausschüttungsfähiger Betrag. Steuern, Rücklagen und mögliche zusätzliche Investitionen müssen ebenfalls berücksichtigt werden.
Wie viel verdient ein Schönberger mit 10.000€ Beteiligung?
Wenn der gesamte errechnete Überschuss an die drei Gesellschaftergruppen verteilt würde, ergäbe sich folgende Aufteilung:
| Gesellschafter | Jährlicher Anteil |
|---|---|
| Windkraftunternehmen | 61.038€ |
| Gemeinde Schönberg | 61.038€ |
| Schönberger Bürger gemeinsam | 61.039€ |
Bei 100 beteiligten Bürgern mit jeweils 10.000€ Einlage wären das rechnerisch rund 610€ pro Person und Jahr. Das entspräche einer jährlichen Ausschüttungsquote von etwa 6,1% auf das eingesetzte Kapital, vor persönlichen Steuern und ohne zusätzliche Rücklagen. Schon bei 6,5ct/kWh würde der laufende Überschuss nach den angenommenen Kosten und Kreditraten sogar negativ ausfallen. Eine Beteiligung am Windrad wäre deshalb keine gewöhnliche Geldanlage mit garantierten Zinsen, sondern eine unternehmerische Beteiligung mit entsprechenden Risiken.
Und was hätte die Gemeinde Schönberg davon?
Die Gemeinde würde in unserem Beispiel eine Million Euro Eigenkapital investieren und dafür rechnerisch rund 61.000€ jährlich erhalten. Auf der anderen Seite müsste Schönberg eine Million Euro investieren oder finanzieren. Würde die Gemeinde ihren Eigenkapitalanteil vollständig über einen eigenen Kredit finanzieren, entstünden zusätzliche Zins- und Tilgungsbelastungen.
Was geschieht nach 20 Jahren?
Nach meiner Berechnung wäre das Windrad nach 20 Jahren vollständig entschuldet. Sofern die Anlage dann noch wirtschaftlich betrieben werden kann, entfiele die jährliche Kreditbelastung von rund 692.000€. Dadurch könnte deutlich mehr Geld für die Gesellschafter verfügbar werden. Allerdings endet auch die reguläre EEG-Förderdauer. Der Strom müsste anschließend zu den dann erzielbaren Marktbedingungen verkauft werden.
Zudem steigen bei älteren Windkraftanlagen möglicherweise die Wartungskosten. Irgendwann muss das Windrad außerdem zurückgebaut werden. Auch dafür sind finanzielle Rückstellungen beziehungsweise entsprechende Sicherheiten erforderlich.
Würde ich mich als Schönberger beteiligen?
Eine Bürgerbeteiligung kann durchaus interessant sein. Insbesondere muss aber klar sein, ob Nachschusspflichten bestehen, wie Gewinne verteilt werden, welche Steuern anfallen und ob Bürger ihre Anteile wieder verkaufen können. Eine realistische Planung müsste allerdings auch mit niedrigeren Stromerlösen, schwächeren Windjahren, höheren Finanzierungs- und Wartungskosten und Jahren ohne Ausschüttung rechnen.
Und damit wären wir bei der eigentlich entscheidenden Frage: Wenn Schönberg schon ein Windrad vor die Haustür gestellt bekommt, wie stellt die Gemeinde sicher, dass ihre Bürger nicht nur am Anblick, sondern auch am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt werden? Und das kann sie meines Erachtens nicht zu 100%. Aber das unterscheidet diese Investition nicht von jeder anderen Investition.
Risikofreies Geldverdienen kann nicht garantiert werden.
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