Sonntag, 04. Oktober 2026

Das Bundeskanzleramt hat den Gesetzentwurf von Sozi-Finanzminister Lars Klingbeil für eine Zuckersteuer auf zuckerhaltige Getränke vorerst gestoppt. Der Entwurf sei in seiner derzeitigen Form innerhalb der Bundesregierung nicht mehrheitsfähig und weiche von dem zuvor vereinbarten Vorschlag der Finanzkommission Gesundheit ab. Ich kann mir vorstellen, dass Islamische Organisationen Sturm gelaufen sind. Sie sehen ihr jährliches Zuckerfest ernstlich in Gefahr. Satire aus.
Klingbeils Entwurf sah ab dem 1. Juli 2027 eine gestaffelte Steuer vor. Getränke mit mindestens 5g Zucker je 100ml sollten mit 26 Cent pro Liter belastet werden, ab 7g mit 32 Cent und ab 10g mit 38 Cent. Das Finanzministerium rechnete damit langfristig mit Einnahmen von mehr als einer Milliarde Euro jährlich.
Die Finanzkommission Gesundheit hatte dagegen lediglich zwei Steuerstufen von 26 und 32 Cent vorgeschlagen und Einnahmen von rund 450 Millionen Euro jährlich erwartet. Genau diese Ausweitung des ursprünglichen Modells sorgte nun für Widerstand.
Immer diese seltsamen Staffelungen, die einem niemand erklärt. Warum besteuert man nicht konsequent ab dem ersten Gramm Zucker? Denn Zucker in Getränken hat keinen Sinn. Der Körper braucht Wasser, Energie und verschiedene Nährstoffe. Er braucht aber keinen Zucker in flüssiger Form.
Es gibt Getränke mit 10g Zucker pro 100ml? Beim Trinken eines halben Liters schmeißt man somit 50g reinen Zucker in sich hinein? Mir fehlt die Vorstellungskraft, was der Körper damit anfangen soll – außer Diabetes zu entwickeln.
Vom Tisch ist die Zuckersteuer leider nicht. Klingbeil erklärte nach dem Eingreifen des Kanzleramts, er wolle „audrücklich betonen, weil es ihm wichtig ist“ (seine Standardfloskel, die er bestimmt auch hier benutzt hat), die Einführung sei grundsätzlich in der Koalition vereinbart und solle weiterhin kommen. Gestritten wird damit derzeit vor allem über die konkrete Höhe und Ausgestaltung der Steuer.
Vielleicht braucht es ja doch noch einmal eine Kommission und einen Arbeitskreis.
Ich hatte mich des Themas schon mehrfach, hier und hier und hier angenommen und halte eine Zuckersteuer in dieser Form für kompletten Unsinn. Wenn eine derartige Steuer überhaupt Sinn hat, dann müsste sie gleich bei der Erzeugung greifen. Denn Zucker wirkt – negativ – in derart vielen Lebensmitteln, dass ich mich frage, warum sich der sozialistische Finanzminister ausgerechnet auf Getränke konzentriert.
Alternativ könnte man die Mehrwertsteuer auf alle Nahrungsmittel erhöhen, die Zucker enthalten. Der Effekt wäre ungleich größer größer. Es würde ins Bewusstsein der Menschen geraten, wo überall Zucker versteckt ist.
Man hört gelegentlich das Argument: „Der Körper braucht doch Zucker.“ Das ist nur halb richtig und deshalb herrlich geeignet, um sich eine Cola schönzureden.
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