Sonntag, 12. Juli 2026

Jetzt haben wir den Salat. Quasi über Nacht hat die Bundesregierung die Förderung für Wärmepumpen reduziert. Die Sparmaßnahme war absehbar. Entsprechende Warnungen hatte uns ein Heizungsbauer vorab geschickt. Aber Panik ist bei einer solchen Anschaffung ein eher schlechter Begleiter. Und ein Panikkauf ist nicht Teil meiner DNA.
Ich hatte mich ausgiebig beraten lassen. Das Angebot lag beziehungsweise liegt vor. Der Preis ist ordentlich, die Förderung war mit 16.000 Euro allerdings ebenfalls ordentlich. Ein Grund für meine Zögerlichkeit ist der Umstand, dass die Öltanks noch sehr gut gefüllt sind. Ein zweiter Grund ist, dass die Heizungsanlage tadellos funktioniert und regelmäßig gewartet wird.
So, wie ich Autos bis zur Schrottreife fahre, würde ich auch gern die Ölheizung betreiben, bis sie komplett den Geist aufgibt. Ich sehe allerdings den Unterschied. Wenn eines unserer beiden Autos vor Rost in sich zusammenfällt, steht immer noch ein weiteres Auto zur Verfügung. Fällt jedoch die Heizung irreparabel aus, ist sofort Gefahr im Verzug. Dann besteht unmittelbarer Handlungszwang.
Und nun? Nun tun wir erst einmal gar nichts und vertrauen auf die Langlebigkeit der Viessmann-Heizung und … der Neumarkt-Sankt Veiter Heizungsfirma, die es im Notfall richten muss.
Sind die CO₂-Preise ein Faktor?
Der CO₂-Preis verteuert Heizöl schrittweise. Für 2026 bewegt sich der CO₂-Preis in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne CO₂. Die Bundesregierung hat außerdem angekündigt, diesen Korridor auch 2027 beizubehalten, um starke Preissprünge zunächst zu vermeiden.
Erst ab 2028 wird es spannender. Dann soll die Preisbildung stärker in den europäischen Emissionshandel übergehen. Der CO₂-Preis ist dann nicht mehr politisch festgelegt, sondern hängt von Angebot und Nachfrage nach Emissionszertifikaten ab. Niemand kann heute seriös vorhersagen, ob eine Tonne CO₂ dann 70, 100 oder 150 Euro kosten wird.
Spielen wir die Sache dennoch einmal durch und nehmen an, dass ich das nächste Mal erst 2029 tanken muss. Dann werden 4.000 Liter in die drei Tanks gepumpt. Ein Liter Heizöl verursacht rechnerisch rund 2,676 Kilogramm CO₂. Bei 4.000 Litern sind das etwa 10,7 Tonnen CO₂. Anders als früher gibt es also keinen festen Preis mehr. Die Zertifikate werden versteigert. Je nach Auktionsergebnis liegt der Preis innerhalb dieses Korridors. Für Heizöl bedeutet das derzeit:
- 55€/t CO₂ → ca. 17,5 Cent CO₂-Aufschlag pro Liter (inkl. MwSt.)
- 65€/t CO₂ → ca. 20,7 Cent CO₂-Aufschlag pro Liter (inkl. MwSt.)
Mögliche CO₂-Preise an und ihre Auswirkungen auf die Zusatzkosten:

Die Zahl rechts unten würde mich – falls es denn so kommt – zwar nicht umhauen, aber doch ins Grübeln bringen. Kann es tatsächlich eine Verdreifachung der CO₂-Preise geben, und würde die Politik das wirklich einfach so laufen lassen?
Und wirken sich CO₂-Aufschläge nicht auch auf die Produktion von Wärmepumpen aus? Tatsächlich ja. Aber der Verteuerungseffekt dürfte eher gering sein. Etwas Stahl hier, etwas Kupfer da und etwas Zement dort – das macht das Kraut nicht fett.
Wie schaut es überhaupt mit der Entwicklung der Preise für Wärmepumpen aus? Die Erfahrung zeigt, dass Hersteller und Installationsbetriebe ihre Preise häufig hoch halten, solange staatliche Förderungen im Spiel sind. Auffällig ist jedenfalls, dass Wärmepumpenanlagen in Frankreich teilweise deutlich günstiger angeboten werden als in Deutschland. Woran das liegt, darüber kann jeder seine eigenen Schlüsse ziehen.
Insgesamt rechne ich eher mit sinkenden Preisen. In welchem Umfang sich dieser Effekt mit steigenden CO₂-Kosten ausgleicht? Who knows.
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