Samstag, 28.06.2026

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-csd-2026-bilder-bill-kaulitz-dominik-krause-li.3503248
Bei Vielfalt denke ich reflexhaft eher an Artenvielfalt, an Pflanzen, an Tiere, an arme, wohlhabende und reiche Menschen. Ich denke an Familien mit einem Kind oder mit vier Kindern. Auch denke ich an große und kleine Städte, an Seen und Flüsse, an Berge, Wiesen und Felder und verschiedene bayerische Dialekte. Ich denke an kleine und große Unternehmen, die unseren Wohlstand sichern. Ich denke an die Vielfalt des Bildungssystems und der Berufe. Ich denke an junge und alte Menschen, die Bayern gestalten. Das macht unseren Freistaat aus.
Statistisch gesehen gibt es rund 100.000 gleichgeschlechtliche männliche Paare in Deutschland. Gegenüber etwa 20 Millionen gemischtgeschlechtlichen Paaren sprechen wir somit über einen Anteil von 0,5% an Paaren, die durch das SZ-Bild repräsentiert werden. Wenn bereits 0,5% als Ausdruck gesellschaftlicher Vielfalt gelten, dann bräuchten wir aus Sicht der CSD 200 verschiedene Lebensformen, um so richtig vielfältig zu sein?
Das Grundgesetz schützt bereits alle Bürger
Ich sehe keine Verbindung zwischen dem Begriff Vielfalt und unterschiedlichen Partnerschaftsformen. Jeder darf seine Beziehungen ohnehin so ausleben, wie er möchte. Man sollte nur keine politischen Botschaften damit verknüpfen. Genau das tut der CSD mit folgenden Forderungen jedoch:
- Queere Menschen vor Diskriminierung schützen
- Hasskriminalität und Hate Speech bekämpfen
- Selbstbestimmung erhalten
- Das Abstammungsrecht an die Vielfalt der gelebten Familienformen anpassen
- Queeren Geflüchteten Schutz bieten
- Einen queeren Aktionsplan für Bayern verabschieden
- Punkt 1: Das Grundgesetz schützt alle Menschen in Deutschland vor staatlicher Ungleichbehandlung und enthält Diskriminierungsverbote.
- Punkt 2: Die Bekämpfung von Kriminalität ist Aufgabe von Polizei und Justiz.
- Punkt 3: Die Selbstbestimmung ist in unserem Land so gut wie nirgendwo anders geregelt.
- Punkt 4 habe ich nicht verstanden.
- Punkt 5: Ich stelle die Gegenfrage: Aus welchen Ländern flüchten queere Menschen? Dann reden wir weiter.
- Punkt 6: Niemand hält queere Menschen davon ab, Aktionspläne zu entwerfen.
In Deutschland sehe ich eher wenig Handlungsbedarf. Der CSD könnte seine Parade zur Abwechslung in ein muslimisch geprägtes Land verlegen. Ich glaube, dann würde den CSD-Organisatoren schmerzhaft bewusst, in welchen Ländern es wirklich an Vielfalt mangelt und wo man Forderungen aufstellen sollte.
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