Freitag, 19. Juni 2026

An dem Fall in Memmingen wundert mich inhaltlich nichts. Auspeitschungen kennt man aus den Ländern, aus denen beide Täter kommen.
Kulturelle Vielfalt bei der Arbeit
Einer der zwei strafunmündigen Täter sei aus der Schule geworfen und an eine andere Schule versetzt worden.
Ich frage mich, ob diese Bestrafung nicht genau dem Prinzip der Strafunmündigkeit widerspricht und würde diese Frage glatt mit ja beanworten. Außerdem gibt es eine gesetzliche Schulpflicht, der sich die Memminger Bismarkschule nicht einfach dadurch entziehen kann, indem man den Schüler versetzt.
Solche und ähnliche Fragen könnte man der Schule stellen. Wurde vermutlich auch gemacht.
Wie schön ist es für Schule und Behörden dann aber, wenn man sich hinter dem Datenschutz und irgendwelchen Persönlichkeitsrechten verstecken kann und nicht antworten muss.
Die bayerischen Behörden sind aber voll dran, an der Sache:
“Es seien Sicherungs- und Ordnungsmaßnahmen gegen die beschuldigten Siebtklässler getroffen worden, um erzieherisch auf sie einzuwirken und betroffene Schüler zu schützen.”
Das wage ich zu bezweifeln, denn die betroffenen Schüler sind ab sofort seine neuen Mitschüler. Und vor lauter Datenschutz erfahren die Schüler vermutlich nicht, wer da plötzlich neben ihnen sitzt. Und die Lehrer zwitschern es sich hinter vogehaltener Hand zu.
“Das bayer. Kultusministerium hat die Kommunikation zu dem Fall von Schule und regionaler Schulaufsicht übernommen.”
Das hatten wir schon durchgenommen und vermuten, dass wir von dem Fall nichts mehr hören werden.
“Versäumnisse oder eine Verletzung der Aufsichtspflicht der Lehrer im Skilager habe es nach bisherigen Erkenntnissen nicht gegeben.”
Selbstverständlich nicht. Ein Kind kommt – verletzt an Körper und Geist – von einem Skiausflug nach Hause, und niemand ist schuld.
“Die Jugendsozialarbeit habe sich der betroffenen Schüler angenommen, das städtische Jugendamt habe Unterstützung zugesagt.”
Wer sind jetzt hier die ‘betroffenen’ Schüler? Mehrzahl. Wir sprechen somit nicht bzw. nicht nur vom Opfer.
Aber wenn das Jugendamt mit an Bord ist, wird alles gut.
Wir erfahren dann zumindest irgendwann, ob es sich um “Auspeitschungen” (Focus), “Übergriffe mit einem Gürtel” (SZ) oder Mobbing (Polizei) handelt.
Von Interesse wäre auch, warum uns ein Vorgang, der sich schon im Februar ereignet hat, erst jetzt präsentiert wird. Wir ahnen es: Auch darauf hat man keine Antwort. Müssen wir nicht wissen.
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