Donnerstag, 11. Juni 2026

In faktisch jeder WhatsApp-Gruppe – und ich bin in so einigen – schreibt irgendjemand folgendes Sprüchlein per copy+paste hinein:
„Wichtig für alle Gruppenchats! Ab Samstag wird KI auf WhatsApp verfügbar sein und Zugriff auf alle Unterhaltungen haben. Alle Gruppenadministratoren können bzw. sollten die Option „Erweiterter Datenschutz“ aktivieren. Andernfalls könnte die künstliche Intelligenz Gruppennachrichten öffnen, Telefonnummern sehen und sogar persönliche Informationen von eurem Telefon abrufen, einschließlich privater Gespräche. So könnt ihr das verhindern: Öffnet den Gruppenchat. Tippt oben auf den Namen der Gruppe. Scrollt nach unten und aktiviert die Option „Erweiterter Datenschutz“. Macht das so bald wie möglich und teilt diese Information auch mit den anderen Gruppen, in denen ihr Mitglied seid , insbesondere, wenn ihr Administrator seid.“
Solche Warnungen würde man bei der Fußball-WM, die heute begonnen hat, Angsthasenfußball nennen. Ohne auch nur ansatzweise zu überlegen, ob eine KI in WhatsApp vielleicht eine gute Idee sein könnte, geht der Deutsche sofort in die Defensive, wittert Verschwörung und Datenklau. Dabei ist die derzeit massenhaft über WhatsApp verbreitete Warnung technisch betrachtet in weiten Teilen irreführend.
Wie benutzt man die KI im WhatsApp überhaupt?
Je nach WhatsApp-Version gibt es mehrere Möglichkeiten:
- Neuer Chat → „Meta AI“ auswählen, im Suchfeld Fragen eingeben.
- In Gruppen mit „@Meta AI“ erwähnen den blauen bzw. bunten KI-Kreis antippen (falls bereits verfügbar).
Sollte man den erweiterten Datenschutz aktivieren?
Für normale Familien- und Freundesgruppen stellt sich die Frage an sich nicht. In Firmen kann die Aktivierung durchaus sinnvoll sein, weil damit verhindert werden kann, dass Teilnehmer KI-Funktionen oder bestimmte Exportmöglichkeiten nutzen. Aber nutzen Firmen wirklich WhatsApp als Chattool?
Fazit
Die KI legt nicht einfach los und spioniert WhatsApp-Nutzer aus. Man muss sie bewusst verwenden. Wer eine Frage an die KI stellt, möchte schließlich gerade, dass diese Frage verarbeitet wird.
Meta AI ist letztlich ein KI-Assistent innerhalb von WhatsApp. Der Unterschied zu ChatGPT besteht vor allem darin, dass die KI direkt in den Messenger integriert ist.
Bei mir funktioniert die Ansteuerung über „@Meta AI“ derzeit ohnehin noch nicht. Die entsprechende Information habe ich oben als Screenshot eingefügt.
Deshalb mein Rat: Runter vom Gas. Nicht jede technische Neuerung ist automatisch eine Bedrohung. Künstliche Intelligenz sollte man kritisch, aber nicht hysterisch betrachten.
Wir wollen doch nicht ernsthaft die Fehler der Maschinenstürmer wiederholen, die vor über 200 Jahren glaubten, durch die Zerstörung neuer Technik ihre Probleme lösen zu können. Man darf annehmen, dass wir inzwischen ein wenig weiter sind.
Wir dürfen auch davon überzeugt sein, dass die Firma Meta (Mark Zuckerberg, Facebook, WhatsApp, Instagram, Threads) bereits alles über uns weiß, was sie wissen möchte.
Wir Deutschen können uns somit beruhigt wieder hinlegen. Unsere German Angst kommt zu spät.
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