Sonntag, 03. Mail 2026

Wir sprechen heute über einen Artikel von Dieter Homburg, der sich seit 25 Jahren als Experte für private Krankenversicherungen und Risikoabsicherungen auf langfristig stabile und bezahlbare PKV-Tarife spezialisiert hat. Tatsächlich war er damit ganz offensichtlich nicht sonderlich erfolgreich. Aber der Reihe nach. Hier die Zusammenfassung:
„Aktuell würde über ganz konkrete Maßnahmen diskutiert, wobei Ehepartner nicht mehr kostenlos mitversichert sein könnten. Zusätzliche Beiträge von mehreren Hundert Euro stünden im Raum. Höhere Zuzahlungen und Eigenbeteiligungen würden diskutiert. Das System gerate an seine finanziellen Grenzen. Der Denkfehler sei, dass darüber diskutiert würde, dass ein einziges System für alle automatisch fairer sei. Weniger junge Beitragszahler, mehr ältere Leistungsempfänger, steigende medizinische Kosten.“
Bisher waren das nur Binsenweisheiten. Wenn Herr Homburg nicht mehr weiß, als würde, hätte und könnte, dann brauche ich seine Kommentare nicht. Herr Homburg stellt dann noch fest, dass grade die vergleichsweise wenigen Privat-Versicherten für die überlebenswichtige Finanzkraft im Gesundheitssystem sorgen.
Dann endet der Bericht, ohne dass er überhaupt eine einzige Forderung aufgestellt hätte. Ich helfe ihm mit dem einzig richtigen Punkt:
„Der Zugang zur PKV ist für alle Arbeitnehmer – unabhängig vom Gehalt – zu gewährleisten.„
Dann wäre es ziemlich schnell vorbei mit den 90 bis 100 Gesetzlichen Krankenkassen. Das ist auch immer ein Argument in den Talkshows, dass es doch viel zu viele Gesetzliche Krankenkassen gäbe. Zehn Versicherungen müssten doch reichen – so die Experten. So weit müssen wir gar nicht gehen. Es gibt 40 bis 43 Private Krankenversicherungen. Und jeder von ihnen kommt ziemlich gut und ohne Steuerzuschüsse zurecht. Könnte man die Gesetzlichen zumindest auf unter 50 drücken wäre schon viel gewonnen.
Und hier meine Einlassung zu dem immer wieder geäußerten Argument, im Alter käme bei den Privaten das böse Erwachen. Ja, es wird teurer. Aber das liegt eben genau daran, dass wir mit unseren Beiträgen das marode Gesundheitssystem mitfinanzieren müssen. Marode, weil von den Gesetzlichen – und der Politik – in Grund und Boden gewirtschaftet.
Nur Wahnsinnige können die Abschaffung der Privaten fordern.
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