Freitag, 24. April 2026

https://www.instagram.com/reels/CdN_hB9MfzH
Bevor ich hier über die Sache schreiben konnte, musste ich mir sicher sein, dass das Video auch wirklich echt ist. Denn eine seriöse AOK-Quelle war faktisch nicht zu finden. Ich verstehe nicht, warum ich nicht einfach auf aok.de gehen kann, um dort über die Suchfunktion das Video zu finden, von mir aus im Archiv. So aber muss ich in Tiktok und Instagram suchen, ob da irgendwo das Video unter eine AOK-Seite auftaucht. Richtig ist, alle Daten und Informationen auf der Homepag zu zentralisieren. Von dort aus können sie dann auf alle Sozialen Plattformen dieser Welt gepustet werden. Die Homepage muss aber der zentrale Ablageplatz sein, wo sich alles strukturiert wiederfinden lässt.
In der Gesamtschau komme ich aber zu dem Schluss, dass ich hier nicht etwa auf Fake-News hereinfalle. w&v erklärt die Sache. Der Shitstorm war der AOK auf allen Kanälen garantiert, kommt aber erst aktuell heute daher, während die AOK-Kampagne wohl schon im Oktober 2025 gelauncht wurde.
Was halten wir denn nun von dem Bild samt dem 17-sekündigen Video? Die kurze Antwort ist: Nichts. Absolut gar nichts. Ich halte nichts von der Idee, ich halte nichts von den Schriftzügen, ich halte nichts von dem Video und ich halte vor allem nichts von der Konstellation der drei Personen zueinander, was auch immer die AOK uns suggerieren möchte. Ich halte nichts von der „neuen“ Normalität, die uns hier scheinbar vermittelt werden soll.
Selbstverständlich kann man junge Menschen in Sachen Verhütung beraten. Aber dafür braucht es nicht diese Art von Videos. Was die Bezahlung von Verhütungsberatungen bzw. Verhütungsmitteln für Frauen bis zum 22. Lebensjahr angeht, da bin ich mir in meiner Bewertung noch nicht ganz sicher. Ich tendiere aber dazu, dass das Sex-Leben von Menschen Privatsache sein sollte, auch finanziell.
Eine Beratungsstunde dürfte um die 100 Euro kosten. Das Geld sollte man privat auftreiben können – wenn man als junger Mensch schon nicht seine Eltern ansprechen möchte, die eigentlich die erste Adresse sein sollten. Notfalls geht man zu den Großeltern, sie gehen zwangloser mit dem Thema um.
Die wiederkehrenden monatlichen Kosten für die Antibabypille betragen schlanke 20 Euro pro Monat. Warum machen sich die Krankenkassen wegen 20 Euro wichtig? Wo ist der Sinn?
Ich sehe das Video auch von der finanziellen Seite und würde gern die Kosten für das von einer externen Marketing-Firma bezahlte Video wissen wollen. Wenn es auch nur 10.000 Euro gekostet haben sollte, war das eine äußerst fragwürdige Investition.
Noch Fragen, warum ich niemals – ich wiederhole: niemals – in einer gesetzlichen Krankenkasse wie der AOK versichert sein möchte?
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