Mittwoch, 11.03.2026, Blick in den neuen Kreistag

Neben unserer Bürgermeister- und der Stadtratswahl fand am Sonntag auch die Wahl zum Kreistag statt. Aus den Ergebnissen lassen sich aus Neumarkt-Sankt Veiter Sicht doch einige Schlagzeilen ableiten, die ich hier einmal kurz zusammenfasse.
Neubürgermeister Stefan Streck schafft es in den Kreistag, Peter Hobmaier als momentaner Kreisrat wurde abgewählt
Es ist schon ein wichtiges Signal, dass unser Neu-Bürgermeister auch im Kreistag vertreten sein wird. Seine Karriere nimmt Fahrt auf, während Peter Hobmaier nach der Niederlage bei der Bürgermeisterwahl einen zweiten Rückschlag hinnehmen muss und nicht mehr im Kreistag sein wird. Auf Platz 7 gelandet, ist er aber erster Nachrücker. Eine dritte Irritation für ihn selbst dürfte der Umstand sein, dass er innerhalb der UWG bei der Stadtratswahl nur auf Platz 4 gelandet ist. Er wurde somit von Platz 1 ein wenig „durchgereicht“. Ganz anders bei der CSU: Stefan Streck hat mit großem Vorsprung die meisten Stimmen eingefahren.
Tina Winterer zieht in den Kreistag ein, Thomas Döring nicht
Die Grünen ziehen mit sechs Vertretern in den Kreistag ein. Tina Winterer war auf Platz 17 platziert und schaffte es vor auf Platz 6. Thomas Döring war auf Platz 16 notiert und hat den Einzug mit Platz 7 knapp verfehlt. Das dürfte seinen Frust eher noch verstärkt haben.
Ludwig Spirkl hat es nicht geschafft.
Unser zukünftig einziger Stadtrat aus den Reihen der Sozis war auf Platz 7 notiert und ist auch auf Platz 7 gelandet. Damit ist er zweiter Nachrücker.
Marcel Huber (CSU) schafft ein Kunststück
Der allseits bekannte ehemalige bayerische Umweltminister hat es tatsächlich von Platz 60 vor auf Platz 2 geschafft. Stärker konnten wir der Beliebtheit Marcel Hubers nicht Ausdruck verleihen. Ich finde das sensationell. Mittlerweile ist der alte und neue Landrat Max Heimerl von der Kreistagsliste genommen wurden. Marcel Huber erscheint somit sogar auf Platz 1.
Der Neumarkt-Sankt Veiter Altbürgermeister bleibst Kreisrat
Ich hatte seine vierseitige Rückzugserklärung aus dem Oktober 2025 irgendwie anders verstanden. Dass er jetzt im Kreistag einfach noch sechs Jahre weitermacht, das war jetzt außerhalb meiner Vorstellungskraft. Denn als Kreisrat sollte man seiner eigenen Stadt kommunalpolitisch verbunden sein. Aber unser Altbürgermeister wird in Neumarkt-Sankt Veit wohl eher keine Funktion mehr haben. Zumindest ist mir nichts bekannt. Das bedeutet, dass auch der kommunalpolitische Informationsfluss in seine Richtung versiegt. Er hat faktisch keine andere Informationslage als ich, zumindest dann, wenn alle Beteiligten korrekt zwischen öffentlich und nichtöffentlich unterscheiden. Wir können gemeinsam das ovb analysieren bzw. zu den Stadtratssitzungen gehen. Auf dieser Basis macht er dann Politik im Kreistag für unsere Stadt? Alle 60 CSU-Kandidaten konnten bei der Abstimmung mehr Stimmen auf sich vereinen, als unser Alt-Bürgermeister. Dennoch haben 36 der 60 CSU-Kandidaten Pech und bleiben außen vor, während unser Alt-Bürgermeister drin ist.
Dienstag, 10.03.2026, ovb-Presseschau zur Bürgermeisterwahl
Wie schon gestern kann ich den heutigen ovb-Bericht zur Kommunalwahl auf ovb-online.de nicht finden und somit nicht verlinken. Wir kommen aber auch so zurecht und gleich zur Schlagzeile des Tages, bzw. zum Patzer des Tages:
„Anstelle von Egbert Windhager, der sich nicht mehr aufstellen lassen wollte, sei Felix Rauscheder nachgerückt.“
So wird der CSU-Stadtrat Peter Gruber zitiert. Aber so wie ich wird er Neumarkts Windhager-Dynastie mit den drei Brüdern genau kennen und auch die Vornamen im Griff haben. Für Zugereiste und nicht namensfeste ovb-Redakteure erkläre ich es:
- Egbert Windhager, CSU, Bäcker im Ruhestand
- Klaus Windhager, UWG, Zahnarzt
- Hans Windhager, kommunalpolitisch unauffällig
Felix Rauscheder folgt in der UWG somit nicht Egbert Windhager nach, sondern Klaus Windhager. Bleiben wir bei der UWG und schauen uns die Personalie Christian Perau an, der zum Thema Fraktionschef wie folgt zitiert wird:
„Das hätten die Leute, die weiter vorn das Mandat erhalten hätten, zu entscheiden.“
Da klingt nach Frust, den ich nachvollziehen kann. Schon bei der UWG-Aufstellungsversammlung war Christian Perau von seinen eigenen Leuten nur auf Platz 8 gesetzt worden. Und genauso wackelig ist er bei der Stadtratswahl von seiner UWG über den letzten Platz 8 grade noch in den Stadtrat hineingerutscht. Hätten die Vereinsfunktionäre Ehmeier, Ohneis und Loibl besser performt, wäre er nicht mehr im Stadtrat. Seltsam, dass sich Perau mehr Zustimmung für genau die drei Personalien gewünscht hätte, die letztlich sein eigenes Ausscheiden bedeutet hätte. Das zeigt aber auch, dass die Neumarkt-Sankt Veiter nichts davon halten, dass Vereinsfunktionäre versuchen, ihren Vereinslobbyismus in den Stadtrat hinein ausdehnen.
Die UWG wird sich neu erfinden müssen. Der Dirigent (Bürgermeister) fehlt, ebenso der Taktgeber (Klaus Windhager) Der Fraktionschef Christian Perau wurde durch seine eigene Wählergemeinschaft durch Platzieren auf Platz 8 beschädigt und reagiert entsprechend: Sollen die da vorn mal machen. Aber wer und wie?
„Grüne als Zünglein an der Waage.“
Das liest sich schon wieder gar nicht gut. Der Wind habe sich gedreht, das Pendel schlage in eine andere Richtung, Pattsituation, keine klare Mehrheit.
Sorry, aber das ist genau da, was wir Neumarkt-Sankt Veiter im Moment grade nicht hören möchten. Unserer Stadt steht finanziell das Wasser bis zum Hals. Jetzt schon wieder sein Terrain abstecken zu wollen, halte ich für verfehlt. Wir brauchen 20 Stadträte, die jenseits aller Partei- und Wählergemeinschaftsgrenzen ausschließlich die Zukunft der Stadt im Blick haben.
Auf die Zusammenarbeit der zwei grünen Stadträte und auf ihr Auftreten darf man gespannt sein – zwei Menschen mit völlig unterschiedlichem Typus. Interessant ist, dass es Tina Winterer in den Kreistag geschafft hat, Thomas Döring aber nicht. Das ist sein nächster Misserfolg, den er verkraften muss. Damit ist er aber in guter Gesellschaft Die Zusammensetzung des Kreistages schauen wir uns aber eh noch genauer an.
Montag, 09.03.2026, 22.15 Uhr, ovb-Presseschau zur Bürgermeisterwahl
Jetzt sind wir natürlich viel schlauer, als es die Bürgermeisterkandidaten gestern waren. Drei von vier Kandidaten gaben beim ovb ihr erstes Statement ab, ohne die Ergebnisse der Stadtratswahl zu kennen. Der Wahlverlierer Peter Hobmaier war enttäuscht und kommentierte das mit dem Nachsatz „Aber das Volk hat entschieden.“ Ich würde eher sagen: Das Völkchen. Denn so viele sind wir jetzt auch wieder nicht, dass wir ein Volk wären. Als Angehöriger des „Völkchens“ entschuldige ich mich in aller Form, dass so viele Neumarkter nicht im Sinne der UWG gewählt haben und es nun „so ist, wie es ist“.
Peter Hobmaier war dann noch der Hoffnung auf eine stabile Mehrheit der UWG-Fraktion. Jetzt wissen wir, dass man die Bürgermeisterwahl und die Stadtratswahl getrennt betrachten muss. Aber auf Basis der eigenen 27,9% auf eine stabile Mehrheit im Stadtrat zu hoffen, war zu ambitioniert. Wer einfach auf ein „Weiter so“ setzte, während der „wind of change“ lange spürbar war, konnte nicht davon ausgehen, dass man sich bei der Anzahl der Stadträte steigern kann. Das war mathematisch unmöglich. Genau aus dem gleichen Grund – Verjüngung – hatte ich eigentlich damit gerechnet, dass sich die CSU von neun auf zehn Sitze verbessern kann. Hat auch nicht funktioniert.
Thomas Döring (Grüne) sei bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen gewesen. Hier tippe ich darauf, dass seine Enttäuschung so riesig war/ist, dass ihm die Worte fehlten. Das hat man ihm gestern im Rathaus auch angesehen. Aber dem ovb kein erstes Statement zu geben, war nicht gut.
Die einzig wirkliche Enttäuschung des Abends war das Abschneiden von Madlen Winterer (SPD). Nur 4,3% sind sehr wenig. Sie konnte ihren Bekanntheitsgrad im Wahlkampf nicht so steigern, wie es notwendig gewesen wäre.
Peter Hobmaier: „Vor Streck liegen nun schwere Aufgaben, wenn er das umsetzen will, was er versprochen hat.“
Ich bin mir nicht sicher, ob und wie oft Stefan Streck tatsächlich etwas „versprochen“ hat. Hier wird bereits der Druck erhöht, was nicht notwendig ist. Der in den letzten 24 Jahren angehäufte Schuldenberg ist für den Bürgermeister Stefan Streck eh schon eine sehr schwere Hypothek. Peter Hobmaier war 18 von diesen 24 Jahren im Stadtrat.
Ich lese mir grade noch das ovb von morgen durch. Schwerer Patzer des ovb durch eine Namensverdrehung.
Status um 08.05 Uhr. Wer ist im neuen Stadtrat?

CSU (9)
- Heike Perzlmeier
- Johanna Obermeier
- Hildegard Heimerl
- Peter Gruber
- Lukas Dietrich
- Georg Grubwinkler
- Uwe Beckel
- Tanja Kohwagner
- Rosina Maria Roennebeck
UWG (8)
- Michael Lächele
- Sylvia Wegner
- Silke Auer
- Peter Hobmaier
- Felix Rauscheder
- Monika Eisenreich
- Maria Kobold
- Christian Perau
Grüne (2)
- Thomas Döring
- Tina Winterer
SPD (1)
- Ludwig Spirkl
Status um 7.52 Uhr, Ein paar Zahlen zur Wahl
- Stimmberechtigte: 5.119
- Wähler: 3.172
- Wahlbeteiligung: 62%
Status um 07.50 Uhr. Finales Wahlergebnis
- CSU: 43,6%
- UWG: 40,4%
- Grüne: 11,1%
- SPD: 4,8%
Status um 07.45 Uhr (14 von 14)
Aufbleiben hätte nichts mehr gebracht. An der Sitzverteilung hat sich durch die letzten noch fehlenden Wahlkreise nichts mehr geändert.
- CSU: 9
- UWG: 8
- Grüne: 2
- SPD: 1
Status um 01.12 Uhr (11 von 14)
Spannung bietet eigentlich nur noch die SPD, wo jetzt wieder Ludwig Spirkl vorn liegt und das gleich mit 51 Stimmen Abstand zu Ulrich Geltinger. Jetzt muss ich aber doch aufgeben. Newsticker ist für diese Nacht beendet.
- CSU: 9
- UWG: 8
- Grüne: 2
- SPD: 1
Status um 01.06 Uhr (10 von 14)
Hier geschieht nicht mehr viel.
- CSU: 9
- UWG: 8
- Grüne: 2
- SPD: 1
Status um 00.40 Uhr (9 von 14)
Die Auszähler ziehen durch. Sie haben es sich verdient, dass wir jetzt munterbleiben. Die CSU verbessert sich ganz leicht auf 44,1%. Aber von einem zehnten Sitz ist sie aus meiner Sicht weit weg. die UWG verliert 0,6% und fällt wieder auf 39,4%. Im Moment scheint mir alles recht festgezurrt. Außer bei der SPD. Dort hat jetzt Ulrich Geltinger den Platz an der Sonne „übernommen“.
- CSU: 9
- UWG: 8
- Grüne: 2
- SPD: 1
Status um 00.10 Uhr (8 von 14)
Kaum habe ich über die Prozentsätze sinniert, schon ändert sich hier was. Bei 7 von 14 hatte die CSU noch 8 Sitze mit 43,5%. Jetzt hat man 43,8% und einen Sitz mehr. Die UWG steigert sich von 39,4% sogar auf 40%, bleibt aber bei acht Sitzen. Das sind die Geheimnisse der Auszählungsarithmetik. Bei der SPD ist wieder Ludwig Spirkl vorn, während Madlen Winterer auf Platz 3 abgerutscht ist. Ich meine, dass auf der CSU-Liste erstmals Tanja Kohwagner im Stadtrat ist. Die wenigsten Stimmen von allen 54 Kandidaten hat bisher Michèle Gaulinger von der SPD mit 89 Stimmen eingefahren. Die Grünen sind von 13,6% auf 12,1% gefallen und haben im Moment den dritten Platz eingebüßt.
- CSU: 9
- UWG: 8
- Grüne: 2
- SPD: 1
Status um 23.47 Uhr (7 von 14)
Ludwig Spirkl führt die SPD-Liste jetzt wieder an. Rosina von Roennebeck von der CSU wäre – Stand jetzt – wieder drin, im Stadtrat. Interessantes Detail: CSU und UWG haben einen Gleichstand bei den Sitzen, obwohl die CSU 4,1% mehr Gesamtstimmen hat als die UWG. Schauen wir genauer hin. CSU 43,5%, UWG 39,4%. Das bedeutet, dass die Sitze bei der CSU ab- und bei der UWG aufgerundet werden. Denn für je 5% gibt es einen Sitz – so meine Logik.
- CSU: 8
- UWG: 8
- Grüne: 3
- SPD: 1
Status um 23.30 Uhr (6 von 14)
Die Verteilung der Sitze ist unverändert. Bei der SPD hat sich aber Madlen Winterer auf Platz 1 gesetzt. Der Abstand zu Ludwig Spirkl und Ulrich Geltiner beträgt 18 Stimmen. Bei den Grünen scheinen wenigstens zwei Stadtratssitze (für Thomas Döring und Madlen Winterer) vergeben. Bei der UWG hätte im Moment Christian Perau auf Platz 9 Pech.
- CSU: 8
- UWG: 8
- Grüne: 3
- SPD: 1
Status um 23.21 Uhr (5 von 14)
Jetzt muss die CSU einen Sitz an die UWG abgeben. Das bedeutet Gleichstand zwischen den zwei ‚Großen‘. Bei der SPD haben Ulrich Geltinger und Madlen Winterer die Plätze getauscht. Frau Winterer ist jetzt auf Platz 2, was zum Einzug in den Stadtrat aber im Moment nicht reichen würde. Aber Ludwig Spirkl auf Platz 1 ist nur noch eine Stimme besser. Stefan Streck auf Platz 1 wird seinen Platz räumen, Uwe Beckel auf Platz 9 dafür nachrücken. Rosina Maria von Roennebeck auf Platz 10 hätte im Moment das Nachsehen.
- CSU: 8
- UWG: 8
- Grüne: 3
- SPD: 1
Status um 23.05 Uhr (4 von 14)
Die Grünen legen um einen Sitz zu, den die UWG im Moment abgegeben muss. Wäre jetzt Schluss, würde es um den dritten Platz einen Losentscheid zwischen drei Damen geben. Hofthambach macht es möglich.
- CSU: 9
- UWG: 7
- Grüne: 3
- SPD: 1
Status um 22.46 Uhr (3 von 14)
Keine Änderung durch das Ergebnis des dritten Wahlbezirkes was die Verteilung insgesamt angeht. Was die Kandidaten angeht – da geht es innerhalb von CSU und UWG auf und ab.
- CSU: 9
- UWG: 8
- Grüne: 2
- SPD: 1
Status um 22.46 Uhr (2 von 14)
Nach der Auszählung von 2 Wahlbezirken kommt jetzt auch die SPD ins Spiel: Momentan ein Sitz, und den gibt es vorläufig für Ludwig Spirkl.
- CSU: 9
- UWG: 8
- Grüne: 2
- SPD: 1
Status um 22.29 Uhr (1 von 14)
Die Ergebnisse aus Hörbering sind da. Die SPD hatte schon bei der Bürgermeisterwahl in Hörbering schlecht ausgesehen. Insofern überrascht das Ergebnis (Auszählung von 1 von 14 Wahlbezirken) nicht:
- CSU: 10
- UWG: 8
- Grüne: 2
- SPD: 0
Status um 22.06 Uhr
Die Auszählerei für den Stadtrat ist eine etwas aufwändigere Sache. Das kann noch ein wenig dauern, bis wir Zahlen sehen. Die Frage lautet, ob und wie sich das Ergebnis der Bürgermeisterwahl auf die Stadtratswahl abfärbt. Mein vorsichtiger Tipp ist, dass die CSU auf zehn Stadträte kommt. Die Verteilung bei den anderen Parteien und Wählergemeinschaften traue ich mir im Moment nicht wirklich zu.
Ich kann aber sagen, dass es eine zweite sehr gute Nachricht für die CSU gibt. Denn unser aus Neumarkt-Sankt Veit stammender Landrat Max Heimerl hat die Wiederwahl glatt gewonnen.

Vor sechs Jahren – bei seiner ersten Wahl – war die Sache äußerst knapp. Jetzt, mit dem Amtsbonus, war es ein nie gefährdeter und klarer Sieg gegen vier Kandidaten. Wir Neumarkt-Sankt Veiter haben ihn mit 72,6% unterstützt.
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