Neumarkt-Sankt Veit | Kommunalwahl | SPD | Speed-Dating

Sonntag, 08. Februar 2026

Die AfD-Veranstaltung am Freitag war gegen 2015 zu Ende. Es blieb noch genug Zeit, den Standort zu wechseln. Ich wackelte zum Epocq. Hier hatte die Bürgermeister-Kandidatin der SPD, Madlen Winterer, zu einem Speed-Dating eingeladen.

Was immer das Bild zeigt und was immer auch Speed-Dating bedeutet: Ein Speed-Dating war das bestimmt nicht. Es war aber eine intensive Generalprobe für die Podiumsdiskussion am Dienstag um 1930 im Bahnhof. Denn die Fragesteller scharten sich hier noch enger um sie, als es am Dienstag der Fall sein wird. Und auch die Logik, dass bei solchen Veranstaltungen ja eher nur der eigene Anhang erscheint, traf nicht zu. Die Fragen waren durchaus kritisch.

Wer am Dienstag punkten möchte, muss jedes Blabla vermeiden. Ich mache es am Beispiel des Jugendpflegers vor Ort fest. Einfach zu sagen, dass man auf den JUVO verzichtet, weil man ja in Neumarkt genügend Vereine hätte, und man würde ja lieber denen das Geld geben, ist deutlich zu kurz gesprungen und wird am Dienstag auf Widerspruch treffen.

Die Personalie Madlen Winterer ist von den vier Kandidaten die Unbekannteste. Alle Augen werden sich auf sie richten. Ich hoffe, sie hat sich im Vorfeld gut briefen lassen. Sie muss die Menschen mit Details überraschen, die man ihr nicht zutraut.

Das jugendliche Klientel, das ein JUVO in unserer Stadt adressieren muss, ist nicht das Klientel, welches sich die Vereine in den eigenen Reihen wünschen. Der Umgang mit Problem-Jugendlichen erschwert die Vereins- und die Trainingsarbeit. Die Psychologen, Sozialarbeiter und Therapeuten dürften in den Neumarkter Vereinen zahlenmäßig eher rar sein. In den Vereinen wird eher Vereins- und Trainings-Arbeit geleistet, Care-Arbeit eher nicht.

Hinzukommt, dass der JUVO vor allem Ansprechpartner für besorgte Eltern sein wird. Wenn ich bei einem meiner Kinder bemerke, dass es abzudriften droht, wird die letzte Telefonnummer, die ich anrufe, die des Jugendamtes sein. Und auch die Lehrerin oder die Schuldirektorin sind hier nicht die erste Wahl. Der JUVO, der einen physikalischen und geistigen Abstand zu Neumarkt hat, wäre hier genau der Richtige.

Beim JUVO fehlt mir die Logik, wie 43.000 Euro bei 50 Vereinen zu einem positiven Effekt bei der Integrierung von Problem-Jugendlichen führen soll. Mir fehlt sogar die Phantasie, wie man das Geld überhaupt verteilen will. Wenn ein Verein nicht grade ein Bauprojekt hat, bei dem die Stadt traditionell 20% dazugibt, dann will man das Geld wie genau verteilen?

Das vom ovb gewählte Format für die Podiumsdiskussion am Dienstag halte ich für überzogen. Gelbe Karte, Rote Karte, Veto-Karte, Stoppuhr. Reihenfolge der Antworten hier, veränderte Reihenfolge da. Ich hätte mir eine lockere Veranstaltung gewünscht. Ich hätte sehr gern auf das Verbindende gesetzt. Denn: Wir sind hier schließlich nicht beim ARD-TV-Duell.


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