Deutschland: Wochenrückblick schon am Dienstag.

Dienstag, 21. April 2026

So würden wir den Wal „Timmy“ gern sehen.

„Der Wal bewegt Deutschland“

Ja, aber nicht ganz Deutschland. Ich war von Anfang an skeptisch. Wenn sich ein Wal derart verirrt, und das mehrmals, und dies nicht nur seit drei Wochen, sondern schon seit Anfang März, dann hätte ich als Landesregierung eine NGO gesucht und die mal machen lassen. Es gibt Hunderte von Klima-Gruppierungen bis hin zu Greenpeace. Nie im Leben hätte ich einen einzigen Euro Steuergeld investiert.

Weltweit gibt es schätzungsweise zwischen 120.000 und über 140.000 Buckelwale. Nach dem Verbot des kommerziellen Walfangs hat sich der Bestand erholt, und die Art gilt laut IUCN als „nicht gefährdet“. Die Populationen, insbesondere auf der Südhalbkugel, zeigen einen steigenden Trend.

Was also inspiriert den Klima-Ministers Till Backhaus, nachts auf dem Boot zu übernachten, mit dem Wal zu kommunizieren und Aktionismus zu versprühen? Es kann nur eine Antwort geben: Die Angst vor dem Nichtstun. Denn das hätte einen Shitstorm ausgelöst, so wie alles einen Shitstorm auslöst, was Politiker zu tun. Irgendwoher kommt immer massive Kritik. Und wenn er nur einen Bauzaun aufstellen lässt, damit Wal-Touristen nicht zu nah ans Geschehen herankommen, ist ihm massive Kritik sicher. Und jeder weiß es immer viel besser als anderen. Es blieb Backhaus nichts weiter übrig als aktiv zu werden, wider besseren Wissens.

Sogar die krude Theorie, Backhaus nutze den Wal für den, äh, Walkampf, geistert in den Medien herum. Eine Walwissenschaftlerin, die aus Hawaii eingeflogen wurde, hat den Ort des Geschehens schon wieder genervt verlassen, weil sie mit irgendeinem Vorgehen nicht einverstanden war. Man sieht: Die Bandbreite an Meinungen kann größer nicht sein. Und überhaupt: Was wären wir denn für ein Land, wenn nicht versuchen würden, ein Tier zu retten. Oder: Lasst den Wal endlich in Ruhe.

Gebracht haben die Aktionen alle nichts. Der Wal sitzt zum x-ten Mal fest. Jetzt möchte man das Tier mit 2,5kg Makrelen füttern. Das Viech ist 12m lang und wiegt 12 Tonnen. Was bringen da 2,5kg Makrelen? Man sollte den Wal – Risiko hin oder her – lieber betäuben oder zumindest mit einer Monsterspritze ruhigstellen, damit man die restlichen Seile au seinem Maul entfernt. Mit diesen Seilresten kann man ihn doch unmöglich in den Nord-Atlantik entlassen.

„Macht hochgerechnet 200.000 Menschen, das sind zwei deutsche Großstädte“

Die Aussage kommt von der AfD-Weidel. Aber was soll ich machen? Wenn es stimmt, dann stimmt’s. Das sind die Aussichten für dieses Jahr, was den Zuzug von Migranten nach Deutschland angeht. Das ist deutlich zu hoch und zeigt, dass alle Maßnahmen (noch) nicht fruchten. Außer ein paar armen Irren kann sich über diese Entwicklung niemand freuen.

Friedrich Merz: „Die gesetzliche Rente wird nur noch die Basis der Versorgung im Alter sein.“

Und wieder beginnt der Shitstorm. Aber: Wer hat denn die Riesterrente erfunden? Es waren die SPD und die Grünen im Jahre 2002. Und davor gab es schon eine lange Diskussion. Gefühlt wissen wir also schon seit 30 Jahren, dass die gesetzliche Rente wohl eher nicht reichen wird, seinen Lebensabend ohne jeden Wohlstandsverlust zu verleben. Dennoch erzählt uns heute SPDler Matthias Miersch voller Inbrunst, dass die Rente zum Leben reichen muss. Das wird sie auch, aber auf niedrigem Niveau. Das Geld für die Renten fällt nicht vom Himmel. Aber in Sachen Finanzierung lehnen die Sozis alles ab, was nicht mit U beginnt und mit G aufhört (Umverteilung). Auch die Aussage „Gesetzliche Rente ist in Zukunft allenfalls Basis“ ist bei einem Prozentsatz von 48% (Haltelinie) völlig richtig. Keine Ahnung, warum der links-rot-grüne Komplex tobt. Ist man des Rechnens nicht fähig?

Merz: „Die Deutschen müssen wieder mehr arbeiten.“

Kann er vergessen. Wird nicht passieren. Wer kann, entzieht sich dem System Arbeit so schnell es geht. Die Rente mit Abschlägen mit 63 bzw. die Rente als Langzeitversicherter mit 65 erfreuen sich bester Beliebtheit. Und langsam stellt sich bei dem Deindustrialisierungstempo auch die Frage, wo und was wir arbeiten sollen. Wir haben einen Höchststand von über drei Millionen, wenn man die letzten zwölf Jahre betrachtet.

In Deutschland kann es nur schwerlich vorangehen. Nicht die Wirtschaft und die Vernunftsbegabten haben das Sagen, sondern Linke, Grüne, Sozis, NGOs, Verfassungs- und Datenschützer, Lobbyisten, Verbände, Stiftungen, Gewerkschaften, Gerichte bis hoch zum Bundesverfassungsgericht, Mainstreammedien, aber eben auch Soziale Medien, die EU, Beamte und die Verwaltungen. Jeder verteidigt seine Pfründe mit allem, was er hat. Die Börsen darf man auch nicht vergessen. Alle diese Organisationen haben mehrere Dinge gemeinsam: Sie schaffen keine Werte. Sie produzieren nichts. Sie helfen unserem Bruttosozialprodukt nicht weiter. Und, wichtig: Sie lassen sich nicht reformieren. Fazit: Je mehr über Reformen gesprochen wird, desto weniger werden sie kommen.

Jung-Sozi Philipp Türmer über die Gesetzliche Krankenversicherung: „Beitragsbemessungsgrenze muss weg.“

Das hätte der junge Mann gern. Mit der Forderung ist er aber kontraproduktiv unterwegs. Menschen, die über der Beitragsbemessungsgrenze verdienen, würden mit dem Umsetzen dieser Forderung sofort in die offenen Arme der Privaten Krankenversicherungen getrieben. Insofern begrüße ich Türmers Forderung. Nichts kann besser sein, als einem maroden System leise Servus zu sagen. Was wiederum hält die Spitzenverdiener in der Gesetzlichen Krankenversicherung? Es ist die Furcht vor ausufernden Kosten im Alter. Aber eigentlich ist es nur logisch, mit höherem Alter auch mehr zu bezahlen. Als alter Mensch bin ich nun mal öfter krank. Die Privaten federn das mit Altersrückstellungen ab, um nicht für eine echte Preisexplosion bei den Beiträgen zu sorgen. Aber 962 Euro Monatsbeitrag ist schon eine Menge Holz.

Der Widerspruch in diesem System ist eklatant. Spitzenverdiener machen es sich in der Gesetzlichen Krankenversicherung bequem, zahlen nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze, obwohl sie sehr leicht mehr zahlen könnten. Andererseits fließen seit 2017 jährlich 14,5 Milliarden Euro an Steuergeldern in diese Kassen hinein, um das marode System zu stützen. Berufspolitiker Türmer sieht sehr wohl diesen Wahnsinn, zieht aber – typisch Sozi – die falschen Schlüsse daraus. Auch Türmer kennt nur einen sozialistischen Kampfbegriff: Umverteilung.


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