Der Irankrieg und die Spritpreise

Sonntag, 01. März 2026

Wenn es im Nahen Osten kracht, dann fällt der Blick reflexartig auf die Benzinpreise. Und die kennen im Moment nur eine Richtung: Nach oben. Aber das ist auch nicht verwunderlich. Die OPEC hat zwar schnell entschieden, die Förderquoten zu erhöhen. Es gibt aber drei Probleme: Das ausfallende iranische Öl, die Signalwirkung auf die Märkte und vor allem aber die Straße von Hormus. Diese Meerenge zwischen dem Oman und dem Iran ist ungemein wichtig für den Transport von Erdöl. Jeder fünfte Tanker nutzt diese Straße täglich. So lange der Iran noch irgendwie funktioniert, ist die Sperrung kein Problem. Und weiter unten im Süden sitzen auch noch die verrückten Huthis im Jemen. Das ist eine Miliz mit bis zu 350.000 Kämpfern.

Die Auswirkungen auf die Preise an unseren Zapfsäulen sind überhaupt nicht absehbar. Ich schätze, dass der Diesel-Preis bis auf 2,20 Euro steigen könnte. Die Medien in Deutschlands sprechen sofort von einer „Explosion“ der Preise. Wir sollten hier nicht übertreiben.

Die Gegenschläge des Iran wirken willkürlich. Die Mullahs lassen in alle Himmelsrichtungen schießen. Das eint aber eher die Gegnerschaft und beschleunigt das Ende des Mullah-Regimes.

Vor allem ist Dubai als internationales Drehkreuz für die Luftfahrt betroffen. Das hat gigantische Auswirkungen auf den Warenverkehr von und nach China usw. In der Summe wird das Leben für uns in allen Bereichen teurer werden. Da kann mir die Wirtschaftsministerin Reiche erzählen, was sie möchte. Egal, wo wir unser Erdöl herbekommen, die Auswirkungen treffen Deutschland wie jedes andere Land.

Irgendwann erlischt der iranische Vorrat an Raketen und Drohnen. Die Situation lässt sich nicht mit Russland vergleichen, wo eine Kriegswirtschaft für immer neuen Nachschub sorgt.

Ich glaube aber auch nicht, dass der Krieg in drei Tagen vorbei ist. Es wäre ein völlig sinnloser Krieg, würden die USA und Israel plötzlich ihre Aktivitäten einstellen und damit den Mullahs die Möglichkeit geben, das Regime wieder zu stabilisieren. Jetzt muss man die Sache bis zum erfolgreichen Ende durchziehen.


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