Freitag, 09. Oktober 2026

Ich bin seit zwei Monaten Besitzer eines Wellpasses und möchte nur kurz mitteilen, wie gut mir das Training tut. Das Programm, das ich abspule, ist faktisch immer das Gleiche. 30 Minuten Laufband, danach Zirkeltraining und dann noch drei oder vier ausgewählte Geräte. Einen echten, professionellen Trainingsplan verfolge ich bei der ganzen Sache nicht. Ich brauche aber einen geregelten Ablauf.
Am Anfang ging es darum, herauszufinden, wo im eigenen Körper stillgelegte Muskeln sind, die es zu reaktivieren galt. Das müsste so weit gelungen sein. Mittlerweile bin ich beim Laufband bei 9km/h angekommen. Pro Woche schalte ich die Geschwindigkeit um 0,1km/h hoch. Beim Laufen bin ich bereits nach sechs bis sieben Minuten tropfnass. Deshalb habe ich auch immer zwei Handtücher und zwei Sportdresse dabei. Ein ganzheitliches Training bietet aus meiner Sicht das Rudern. Da bewegt sich praktisch alles.
Interessant ist, dass mich das iPhone nach zwei Minuten des Ruderns folgendes fragt: „Machst du Indoor-Rudern? Ich kann es für dich aufnehmen.“ In dem Moment habe ich das iPhone natürlich nicht am Körper. Es liegt reglos neben dem Gerät. Zunächst dachte ich, die airpods seinen vielleicht besonders schlau. Tatsächlich ist es aber die AppleWatch. Sie erkennt präzise alle typischen Bewegungsmuster. Und dass ich im Fitnesscenter rudere, erkennt die Watch scheinbar daran, dass ich nicht vom Fleck komme.
Der Wellpass kann privat nicht erworben werden. Es geht nur über die Firma, ähnlich wie beim Jobrad. Der Pass kostet – geschätzt – wohl zwischen 50 und 60 Euro. Firmen übernehmen üblicherweise einen Teil davon. Den Rest muss man selbst stemmen. Ich war in den zwei Monaten ca. 30-mal im clever fit in Mühldorf. Ich finde das Ambiente wunderbar. Nicht überlaufen, immer sauber. Mineralwasser kann man sich gratis zapfen. Duschen ist gratis. Wenn man das alles in Relation setzt und den gesundheitlichen Effekt berücksichtigt, dann gibt es wohl kaum eine bessere Investition.
Nur beim Zugangsarmband hätte ich mir eine andere Farbe gewünscht. Rosa – das muss man erst einmal verkraften. Für das Band musste ich zudem 20 Euro bezahlen. Wegen dieser Einmalgebühr hat es Sinn, eher einem oder maximal zwei Fitnesscentern die Treue zu halten. Ampfing soll auch nicht schlecht sein, habe ich mir sagen lassen.
Als ich an der Ostsee war, habe ich den Betreiber des dortigen Fitnesscenters nach der Finanzierung gefragt. Mich interessierte, ob ein Fitnesscenter, das sich am Wellpass-Programm beteiligt, ein monatliches Salär bekommt, oder jeder einzelne Check-in eines Users einzeln verrechnet wird. Antwort: Letzeres. Er wusste die Höhe nicht genau, meinte aber, dass Wellpass besser bezahle als andere Ketten, so um die acht Euro. Das würde bedeuten, dass Wellpass an mir nicht nur nichts verdient, sondern draufzahlt. Aber: Nichts Gewisses weiß man nicht, und: Offensichtlich macht die Masse das Geschäft.
Über die Fitnesscenter hinaus beteiligen sich viele weitere Anbieter an dem Programm, so z.B. Frei- und Hallenbäder. Neumarkt-Sankt Veit gehört noch nicht dazu. Ich werde dem Rathaus mal eine Info geben. Wie würde das mit dem Eintritt funktionieren? Man müsste zunächst bar bezahlen und die Eintrittskarten dann (gesammelt) bei Wellpass einreichen. Klingt ein wenig umständlich und riecht auch nach Missbrauchsmöglichkeiten. Das ginge aber zu Lasten der Wellpass-Organisation und nicht zu Lasten der Stadt Neumarkt-Sankt Veit. Noch besser wäre natürlich die Umrüstung des Kassenautomaten auf Kartenzahlung bzw. das Bezahlen mit der App. Das wäre der zahlungstechnische Olymp.
Preisfrage: Was ist im Fitnesscenter das am meisten genutzte Gerät? Richtig, das Mobiltelefon. Die Sucht ist schier grenzenlos. Unglaublich.
Aber auch das regelmäßige Training macht in gewisser Weise leicht süchtig. Letztens musste ich wegen einer Kurzreise drei Tage aussetzen. Da wurde ich schon leicht unruhig. Nachlassendes Engagement verspüre ich nicht.
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