Freitag, 11. September 2026
https://www.juedische-allgemeine.de/meinung/politische-und-moralische-boykotterklaerung
Was für ein perfekter Text. Es gibt sie noch: Zeitungen, die man lesen kann. Die Literaturkritikerin Maha El Hissy wurde in die Jury des renommierten Deutschen Buchpreises berufen. Das ruft die Jüdische Allgemeine auf den Plan, sich ihre Meinungen zu Israel etwas genauer anzuschauen. Der Redakteur Daniel Neumann bringt es gnadenlos auf den Punkt und entzaubert Maha El Hissy. Es fragt sich somit, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit der Berufung El Hissys ein derart falsches Zeichen setzen konnte.
Hessens Antisemitismusbeauftragter Uwe Becker (CDU) hat denn auch die Rücknahme der Berufung gefordert. Der Börsenverein hat dies abgelehnt. El Hissy erfülle alle Voraussetzungen für ihre neue Rolle.
Nun weiß ich aber rein zufällig, dass 15 von 16 Bundesländern (Bremen ist die Ausnahme) einen Antisemitismusbeauftragten haben. Warum gibt es hier keine breite Einheitsfront, El Hissy wieder aus ihrem neuen Amt zu befördern?
Tatsächlich ist die Nachrichtenlage im Netz äußerst dünn. Zwar rechnet auch die allseits bekannte Shoa-Überlebende Charlotte Knobloch mit El Hissy ab, nur berichtet darüber wiederum einzig und allein die Jüdische Zeitung.
Ich frage mich, was mit unserem Land los ist.
Ich habe schon mal geschaut, was ein E-Paper-Abo der Jüdischen Allgemeinen kostet. Das Medium gehört finanziell unterstützt. 109 Euro im Jahr für 52 Ausgaben pro Jahr. Das entspricht einem grünen Tee pro Woche auf dem Neumarkt-Sankt Veiter Stadtplatz. Das erscheint mir machbar.
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