Badetote: Die Hitze fordert einen hohen Preis

Samstag, 27. Juni 2026

Freibad Neumarkt-Sankt Veit, hier ist die Badewelt noch in Ordnung.

Die Zahl der tödlich ausgegangenen Badeunfälle ist erschreckend hoch. Die Menschen fallen vom SUP oder aus dem Boot. Wo waren hier die Schwimmwesten bzw. die Schwimmbojen?

Man muss das Tragen in Booten und auf SUPs oder im Wasser nicht unbedingt zur Pflicht machen. Wer sie nicht trägt, sollte im Schadensfall aber die Kosten eines Großeinsatzes tragen müssen. Im Todesfall sollte die Familie herangezogen werden. Ich sehe nicht, dass es ein Recht auf Unvernunft auf Kosten der Steuerzahler gibt. Ein Verzicht auf Schwimmbojen sollte finanzielle Konsequenzen haben.

Jeder einzelne dieser Fälle steht für ein menschliches Schicksal. Für Angehörige endet ein heißer Sommertag nicht mit einer schönen Erinnerung, sondern mit einer Nachricht, die ihr Leben für immer verändert.

Interessant bei der Recherche war, dass immer wieder die Zahl 80 auftaucht. Das scheint die Standardanzahl an Rettungskräften zu sein, die an großen Rettungsaktionen beteiligt sind. Respekt habe ich vor allem vor den Tauchern, die ihr Leben riskieren und als Belohnung für ihre Arbeit eine Leiche finden, die sie dann auch noch bergen, also, nach oben bringen müssen.

Wenn 80 Einsatzkräfte einen Menschen zwei Tage lang suchen, nur weil dieser keine Schwimmboje trug, dann stellt sich schon auch die Frage nach den Kosten. Solche Suchaktionen könnten auf wenige Minuten begrenzt bzw. überflüssig werden, wenn die Menschen in freien Gewässern eine solche Boje am Körper tragen würden. Zusätzlich bliebe vielen Einsatzkräften die psychologische Betreuung erspart.

Und immer folgen den Todesfällen polizeiliche Ermittlungen. Was für eine irre Verschwendung von Geld und Personal – angesichts einfacher Lösungen zum Vermeiden von Badeunfällen.

Die Schwimmbojen sind hochtechnisch. Sie sind z.B. ausgestattet mit zwei Luftkammern, manchmal mit einer Trillerpfeife, kleinen Aufbewahrungsmöglichkeiten für Wertsachen und auch Griffen zum Festhalten, um sich auszuruhen oder um einen Wadenkrampf zu bekämpfen. Man muss auch damit rechnen, von etwas gebissen oder auch nur gestriffen zu werden, wodurch man leicht in Panik geraten kann. So ein Ding zu besitzen und zu benutzen, ist eine heilige Pflicht.

Ich halte nicht die Hitze für die Hauptursache. Viel häufiger scheinen Leichtsinn, Selbstüberschätzung oder mangelnde Vorbereitung eine Rolle zu spielen.

  • Unvernunft?
  • War Alkohol im Spiel?
  • Gab es Vorerkrankungen?
  • Wie gut waren die Schwimmfähigkeiten?
  • Lag Selbstüberschätzung vor?
  • War Leichtsinn die Ursache?
  • Welche Rolle spielten Herkunft oder Kulturkreis?

https://www.br.de/nachrichten/bayern/schon-15-badetote-in-bayern-wasserwacht-warnt-vor-leichtsinn,VNfsd0q

Ich selbst bin bei freien Gewässern oder dem Schwimmen im Meer eher ein Schisser. Mehr als 25m schwimme ich nicht raus. Ich muss immer an Murphys Gesetz denken. Was schiefgehen kann, geht schief.

Interessant ist auch, dass die Badeunfälle an Ost- und Nordsee im Vergleich zu Unfällen an Binnenseen und Flüssen gering sind. Vor den Meeren haben die Menschen anscheinend ausreichend Respekt.

Angst vor Murphys Gesetz

Letztes Jahr habe ich die Schwimmbojen in der Schweiz am Vierwaldstätter See erstmals im Einsatz gesehen. In Portugal, vor zwei Wochen, an der Algarve, habe ich die Bojen nicht wahrgenommen. Ich scanne zwecks Beschaffung grade das Internet. Die eierlegende Wollmilchsau habe ich noch nicht entdeckt. Aber es läuft vielleicht auf diese Schwimmboje hinaus: https://www.decathlon.de/p/mp/schwimmende-boje-mit-zentraler-aufbewahrungstasche/91d0aa82-b88a-4ee4-8869-45be69aa9639/c20

Hier eine Auswahl der Schicksalsschläge für die Angehörigen:

27.06.2026, Herne, Rhein-Herne-Kanal: Im Bereich des Herner Meers am Rhein-Herne-Kanal geht ein Kind aus bislang ungeklärter Ursache unter. Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte suchen mit einem Großaufgebot nach dem Kind; zu Alter und genauen Umständen liegen zunächst keine Informationen vor.

26.06.2026, Starnberger See: Ein 23-jähriger Mann springt am Nachmittag von einem Boot in den Starnberger See und geht kurze Zeit später unter. Mehrere Zeugen versuchen noch, ihn zu retten, doch Taucher können ihn nur noch tot aus rund acht Metern Tiefe bergen.

26.06.2026, Isernhagen bei Hannover, Parksee Lohne: Ein achtjähriger Junge ist im Wasser plötzlich nicht mehr zu sehen. 80 Einsatzkräfte (Taucher, Boote, Rettungs- und Polizeihubschrauber) waren im Einsatz. Das Kind wurde leblos geborgen. Reanimierungsversuche waren ohne Erfolg, was nach zwei Stunden logisch ist.

26.06.2026, Bodensee, Immenstaad: Zwei Männer im Alter von 71 und 76 Jahren springen während einer Fahrt mit einem Mietsboot ins Wasser und verschwinden vor den Augen ihrer Ehefrauen. Erst nach einer aufwendigen Suchaktion mit Tauchern, Hubschraubern und Sonargeräten konnten beide tot geborgen werden. Das meine ich mit Unvernuft. Wer – aufgeheizt durch die Sonne – einfach ins kalte Wasser springt, dessen Kreislauf kann versagen. Dass das hier scheinbar gleich zwei Herren im gleichen Moment passiert, ist natürlich der reinste Wahnsinn. Von einer auf die andere Sekunde werden zwei Ehefrauen zu Witwen.

26.06.2026, Chiemsee: Ein 68-jähriger Schweizer stirbt, nachdem er von einem Elektroboot aus schwimmen gehen wollte und aus bislang ungeklärter Ursache ertrank. Seine Begleiterin verlor ihn aus den Augen. Einsatzkräfte der DLRG und Wasserwacht fanden ihn erst am Abend leblos im See.

26.06.2026, Düren, Badesee Echtz: Ein 14-jähriger Jugendlicher ist mit drei Freunden in einem Schlauchboot unterwegs und fällt aus bislang ungeklärter Ursache ins Wasser. Seine Begleiter versuchten noch, ihn über Wasser zu halten, doch der Jugendliche ging unter. 80 Einsatzkräfte (Taucher, Sonarroboter, Echolot, Boote, zwei Hubschrauber) bleiben bei der Suche bisher erfolglos. Anmerkung: Kann man von 14-jährigen erwarten, dass sie einem Untergehenden hinterherspringen und hat das auf Grund der Geschwindigkeit, in der ein bewusstloser Mensch sinkt, überhaupt Sinn? Ich glaube: Eher nicht.

25.06.2026, Landkreis Konstanz, Binninger Baggersee: Ein 19-jähriger Mann stirbt bei einem Badeunfall. Er schwimmt von einer Luftmatratze zurück ans Ufer, gerät vermutlich erschöpft unter Wasser und kann trotz eines großen Rettungseinsatzes nur noch tot geborgen werden.

25.06.2026, Großer Alpsee bei Immenstadt: Ein 85-jähriger Mann gerät beim Schwimmen vermutlich aufgrund einer medizinischen Notlage in Schwierigkeiten und geht unter. Trotz eines Großeinsatzes von Wasserwacht, Feuerwehr, Polizei und drei Rettungshubschraubern kann er nur noch tot aus dem See geborgen werden.

25.06.2026, Emmeringer See (Landkreis Fürstenfeldbruck): Ein 24-jähriger Mann kehrt von einem Badeausflug nicht mehr ans Ufer zurück. Nachdem Spaziergänger stundenlang unbeaufsichtigte Kleidung am Ufer bemerken, finden Rettungstaucher den Mann in rund neun Metern Tiefe; Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt es nicht.

25.06.2026, Krumme Lanke, Berlin: Ein 17-jähriger Schüler gerät beim Baden in der Krummen Lanke plötzlich unter Wasser und taucht längere Zeit nicht mehr auf. Seine Mitschüler ziehen ihn schließlich bewusstlos aus dem See und beginnen sofort mit der Wiederbelebung, doch der Jugendliche stirbt wenig später im Krankenhaus. Rund 15 Mitschüler waren mit ihm an der Badestelle und brauchten anschließend psychologische Betreuung.

25.06.2026, Deckmannsche Kuhlen bei Kremperheide (Kreis Steinburg, Schleswig-Holstein): Ein 28-jähriger Mann – vermutlich ein Nichtschwimmer – geht beim Baden allein ins Wasser und kehrt nicht zu seinen Freunden zurück. Taucher bergen ihn nach einem groß angelegten Such- und Rettungseinsatz aus dem See.

24.06.2026, Gelsenkirchen, Rhein-Herne-Kanal: Zunächst stirbt ein 16-Jähriger beim Baden, nur einen Tag später erliegt auch ein 14-Jähriger nach einem ähnlichen Unfall seinen Verletzungen. Sein 19-jähriger Bruder kämpft weiterhin um sein Leben.

22.06.2026, Hohenthann (Landkreis Landshut): Ein 20-jähriger Mann steigt in der Nacht mit vier Freunden über den Zaun eines geschlossenen Freibads. Vermutlich bei einem Sprung ins Becken zieht er sich tödliche Verletzungen zu und stirbt wenige Stunden später im Krankenhaus.

22.06.2026, Regattastrecke Oberschleißheim: Ein 73-jähriger Mann geht gemeinsam mit einem Begleiter in der Regattastrecke schwimmen, trennt sich nach kurzer Zeit jedoch von ihm und willt allein zum Ufer zurückkehren. Wenig später entdeckt ein Zeuge den Senior leblos im Wasser; trotz sofortiger Reanimation und eines Hubschraubertransports ins Krankenhaus stirbt er noch am selben Tag. Die Polizei geht derzeit von einem tragischen Unfall aus.

22.06.2026, Haslacher See bei Bernbeuren: Eine 85-jährige Frau gerät beim morgendlichen Schwimmen plötzlich in Not und geht unter. Badegäste ziehen sie aus dem Wasser und beginnen sofort mit der Wiederbelebung, doch stirbt sie noch am selben Tag im Krankenhaus. Nach ersten Erkenntnissen könnte eine internistische Erkrankung die Ursache sein.

21.06.2026, Landkreis Aichach-Friedberg, Weitmannsee: Ein 20-jähriger Schwimmanfänger geht zunächst gemeinsam mit einem Freund baden. Nachdem beide das Wasser verlassen, kehrt der junge Mann allein zurück, geht unter und stirbt später trotz schneller Rettung im Krankenhaus.

21.06.2026, Hessen, Biblis, Rheinufer: Nach dem Baden werden drei Personen vermisst. „Wir müssen von dem Schlimmsten ausgehen“, sagte eine Polizeisprecherin.

21.06.2026, Landkreis Regensburg, Guggenberger See: Zwei Männer sind auf einem SUP unterwegs, als sie das Gleichgewicht verlieren und ins Wasser fallen. Ein 30-jähriger taucht wieder auf, der 29-jährige nicht. Naja, eigentlich doch. Aber erst nach zwei Tagen – mit Hilfe der Taucher.

21.06.2026, Gmund, Tegernsee: Ein 22-jähriger polnischer Nichtschwimmer ertrinkt bei einem Badeausflug mit Arbeitskollegen im Tegernsee. Obwohl er sich nach Angaben seiner Begleiter nur im flachen Uferbereich aufhalten will, verliert sich seine Spur. Er kann 30 Minuten später nur noch leblos aus dem Wasser geborgen werden.

21.06.2026, Wandlitzsee: Ein 29-jähriger Mann fällt von einem Stand-up-Paddle-Board ins Wasser und taucht nicht wieder auf. Stunden später wird seine Leiche gefunden.

21.06.2026, Kleve-Kellen: Ein 53-jähriger Mann schwimmt unerlaubt in einem Baggersee und gerät in Not. Sein Bekannter sieht noch, wie er um Hilfe ruft und untergeht.

21.06.2026, Epplesee bei Rheinstetten-Forchheim: Ein 23-jähriger Mann geht beim Schwimmen im Epplesee unter. Nach rund anderthalb Stunden Suche finden ihn Rettungskräfte nur noch leblos.

21.06.2026, Markgrafenheide bei Rostock (Ostsee): Eine 79-jährige Urlauberin aus Thüringen treibt regungslos im Wasser. Sie wird zwar reanimiert und ins Krankenhaus gebracht, stirbt dort jedoch wenig später.

20.06.2026, Gelsenkirchen, Rhein-Herne-Kanal: Beim abendlichen Schwimmen im Rhein-Herne-Kanal gerät ein 16-jähriger Jugendlicher plötzlich in Not und geht unter. Feuerwehrtaucher bergen ihn zwar bewusstlos aus dem Wasser, doch trotz sofortiger Reanimationsmaßnahmen stirbt er wenig später im Krankenhaus.

19.06.2026, Dörfles-Esbach, Landkreis Coburg: Ein 24-jähriger Mann geht bei einem Badeausflug schwimmen und kehrt nicht mehr ans Ufer zurück. Rettungstaucher bergen ihn aus dem Wasser und leiten sofort Wiederbelebungsmaßnahmen ein, doch kann im Krankenhaus nur noch sein Tod festgestellt werden.

25.05.2026, Marienhafe, Kiessee im Landkreis Aurich: Eine 13-jährige Ukrainerin spielt offenbar mit einer Freundin im Wasser und kommt plötzlich nicht mehr an die Oberfläche. Rund 80 Einsatzkräfte suchen nach dem Mädchen, Taucher bergen sie schließlich tot aus dem unbewachten Kiessee.

24.05.2026, Kahl am Main (Bayern): Ein 40-jähriger Mann verliert beim Schwimmen im Kahler Badesee den Kontakt zu seinem Begleiter und taucht nicht mehr auf. Taucher finden ihn später in rund vier Metern Tiefe, doch er kann nur noch tot geborgen werden.

24.05.2026, Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz): Ein vierjähriger Junge wird leblos im Wasser eines Freibades entdeckt. Für das Kind kommt jede Hilfe zu spät; die Polizei geht von einem tragischen Badeunfall aus.

24.05.2026, Marienhafe (Niedersachsen): Ein 13-jähriges Mädchen geht in einem Kiessee unter. Rund 80 Einsatzkräfte suchen nach dem Kind, können es jedoch nur noch tot aus dem Wasser bergen.

24.05.2026, Hasbergen (Niedersachsen): Ein 34-jähriger Mann verschwindet beim Baden in einem abgelegenen Privatsee. Einsatzkräfte finden ihn später leblos im Wasser.

24.05.2026, Marienhafe (Niedersachsen): Ein 13-jähriges Mädchen geht beim Baden in einem Kiessee unter. Rund 80 Einsatzkräfte suchen nach dem Kind und können es schließlich nur noch tot aus dem Wasser bergen.

23.05.2026, Essen (Nordrhein-Westfalen): Ein 14-jähriger Junge gerät in der Ruhr in Not und geht unter. Einsatzkräfte finden ihn nach stundenlanger Suche und bringen ihn noch ins Krankenhaus, wo er wenig später seinen schweren Verletzungen erliegt.

23.05.2026, Birlenbach (Rheinland-Pfalz): Ein 11-jähriger Junge verunglückt in einem Schwimmbad. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen und einer Behandlung im Krankenhaus kann sein Leben nicht mehr gerettet werden.

Und hier kommen ähnlich schlechte Nachrichten aus der Schweiz:

27.06.2026, Hallwilersee (Kanton Aargau): Ein 20-jähriger Mann springt am Abend von einem Boot in den Hallwilersee und taucht nicht mehr auf. Polizei, Feuerwehr und Taucher suchen die ganze Nacht nach dem Vermissten, müssen den Einsatz wegen der Dunkelheit aber vorübergehend unterbrechen.

27.06.2026, Aare bei Aarau (Kanton Aargau): Ein 35-jähriger Mann gerät beim Schwimmen in der Aare plötzlich in Not und geht unter. Rettungskräfte bergen ihn zwar aus dem Wasser und leiten sofort Wiederbelebungsmaßnahmen ein, doch er stirbt noch vor Ort.

Ich werde die Fälle aktualisieren und neue Fälle hinzufügen. Stay tuned.


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