Fußball-WM: Felix Nmecha – der Christ

Dienstag, 16. Juni 2026

zu sehen ist ein snipping-Ausschnitt der TAZ, er zeigt Nmecha mit einer christlichen Geste
https://taz.de/Fussballprofi-mit-Christusfimmel/%216187200/

Der Kommentator der TAZ holt sämtliches Vokabular aus seiner Toolbox. Die Überschrift lässt nichts Gutes vermuten. Der Text selbst ist dann so Links, wie er bei der TAZ halt sein kann und muss. Wobei der Text weitgehend passabel ist und den dunklen Ankündigungen der Dachzeile (Platzverweis für Jesus), der Hauptüberschrift (Fußballprofi mit Christus-Fimmel) und des Teasers (finsteres Menschenbild) nicht gerecht wird.

Er macht sich ein wenig lustig, warnt hier und da und hat auch ein paar Hintergrundinformationen zum Thema, die man durchaus näher betrachten kann.

Der Text bewegt sich irgendwo zwischen politischer Polemik, Sarkasmus und dem Versuch, bestimmte religiöse Positionen gesellschaftlich zu delegitimieren.

Die Frage stellt sich allerdings, ob der Verfasser bei vergleichbaren religiösen Überzeugungen muslimischer Sportler dieselbe Schärfe an den Tag legen würde. Gerade dort, wo traditionelle oder konservative Glaubensvorstellungen vertreten werden, wäre ein Vergleich interessant. Journalistische Maßstäbe sollten schließlich unabhängig von der jeweiligen Religion gelten.

Ein Kommentator auf X fühlte sich bemüßigt anzuregen, dass man doch mal eben mit 10.000 Gläubigen vor dem TAZ-Gebäude auflaufen und „Großer Gott, wir loben dich“ anstimmen sollte. Innovative Idee. Aber ein Berlin-Besuch pro Jahr genügt. Und den haben wir schon hinter uns.

Anabel Schunke fasst es auf X wie folgt zusammen:

„Heute wieder im Artikel über Felix Nmecha auf t-online gelesen, dass er ja damals in einem Post auf Instagram um den „ultrarechten“ Charlie Kirk getrauert hat. Wie ich es bis heute als so eine krasse Ungeheuerlichkeit empfinde, dass sie uns selbst das Recht darauf absprechen wollen, um jemanden zu trauern, weil er ihnen nicht ins Weltbild passt. Als würde der Zusatz „ultrarechts“ jedes Recht auf Würde und Leben nehmen. Als hätte Kirk es deshalb irgendwie verdient und man dürfe nicht traurig sein. Linke einfach größte Arschlöcher. Wirklich. Nichts hat das so gezeigt, wie der Umgang mit Charlie Kirks Tod.“

Den Kraftausdruck hätte ich nicht verwendet. Der eigentliche Punkt ist jedoch berechtigt: Das Recht, um einen Menschen zu trauern, sollte nicht davon abhängen, ob dessen politische Ansichten dem jeweiligen Beobachter gefallen oder missfallen. Wer Trauer bereits moralisch bewertet, verlässt schnell den Bereich der menschlichen Empathie und begibt sich auf ideologisches Terrain.


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