Bundespolitik: Bosbach (CDU) jetzt auch rechtsradikal.

Auf dem Streifzug durch die Sozialen Medien fiel mir heute eine Diskussion auf LinkedIn auf. Hier hatte Wolfgang Bosbach folgendes Zitat von Franziska Brantner (Grüne) aufgegriffen:

„Frei sind wir nur als wir.“

Gepostet hatte Bosbach das obige Bild von apollo-news.net. Die LinkedIn-Famile war sich daraufhin weitgehend einig und unterstellte Bosbach, dem ich niemals rechtes Gedankengut unterstellen würde, eine libertäre Haltung. Es sei doch das Erfolgskonzept der Spezies Mensch, durch Zusammenhalt etwas geschaffen zu haben.

Mich wundern die Reaktionen auf LinkedIn nicht. Dort versammelt sich der beruflich gehobenere Teil der Business-Gesellschaft. Zu einem ganz erheblichen Teil wollen und können sie grüne Positionen vertreten bis hin zur Wahlurne. LKW-Fahrer oder Friseure findet man hier weniger.

LinkedIn als Vorfeldorganisation der Grünen? Es scheint fast so.

Im vorliegenden Fall ist es unerheblich, ob das Zitat aus dem Zusammenhang gerissen wurde oder nicht. Jeder kann sich den apollo-blog anschauen und auch die Brantner-Rede. Danach ist jedem klar, dass der Satz in das Gesamtbild der Ideologie der Grünen passt.

Freiheit gelinge nur mit Gleichheit, fairen Startbedingungen und gesellschaftlicher Zugehörigkeit. Frei sei nicht der Einzelne, der allein kämpft, sondern derjenige, der sich zugehörig fühle und dessen Sorgen gesehen würden. Ein prägnanter Satz aus der Rede lautet:

„Frei ist nicht, wer alleine vor sich hin kämpft. Frei ist, wer spürt: Ich gehöre dazu.“ 

Wozu soll ich bitte gehören? Ich ahne, dass ich lieber nichts spüren will. Brantner grenzt sich bewusst vom klassischen liberalen Freiheitsverständnis ab, das Freiheit primär als Schutz des Individuums vor staatlichen Eingriffen versteht, garantiert durch das Grundgesetz, welches sie hier völlig ignoriert. Sinngemäß weiter:

„Freiheit gelingt nur mit Gleichheit, fairen Startbedingungen und gesellschaftlicher Zugehörigkeit. Frei ist nicht der Einzelne, der allein kämpft, sondern derjenige, der sich zugehörig fühle und dessen Sorgen gesehen würden.“

Freiheit durch Gleichheit. Willkommen in der „DDR“ Version 2.0. Und selbst in der „DDR“ waren nur die unteren Schichten „gleichgestellt“. Die obere Führungsschicht war immer erheblicher gleicher.

Schauen wir uns Albert Einstein an, der weder ein völliger Einzelgänger noch ein ausgesprochener Teammensch war. Seine berühmtesten Leistungen – die spezielle Relativitätstheorie, die Erklärung des photoelektrischen Effekts und die Brownsche Bewegung – entwickelte er 1905 weitgehend allein, während seiner Zeit beim Eidgenössisches Patentamt. Er brauchte keine gesellschaftliche Zugehörigkeit, und ich könnte darauf wetten, dass er sich dennoch völlig frei fühlte. Andernfalls wäre er zu solchen Spitzenleistungen nicht in der Lage gewesen.

Würde sich Brantners „Wir“ auf das korrekte Zahlen von Steuern und Abgaben beziehen und die Selbstverständlichkeit, gesetzeskonform zu leben, wäre ich einverstanden. Bei Brantner geht es aber in Richtung links-rot-grüner Stuhlkreis. Deutschland versammelt im Einheitsdenken.

Hier noch einmal die ganze Rede. Bei 07:40 sagt sie den Satz der Sätze: „Freedom requires equality“. Offensichtlich hat sie ihre Rede in Englisch gehalten, obwohl es manchmal komisch klingt.

Freiheit als kollektivistische Idee der Gleichstellung? Nein, danke.


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2 Gedanken zu „Bundespolitik: Bosbach (CDU) jetzt auch rechtsradikal.“

  1. Romanus Johann Kraft

    George Orwell läßt schön grüßen.
    “War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength.”
    Quote from „1984“

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