Bundesregierung: Kampf gegen die Krise führt zum „Krisenbonus“

Mittwoch, 15. April 2026

Was ist von dem Krisenbonus in Höhe von 1.000 Euro für jeden Arbeitnehmer zu halten? Zunächst hört sich das gut an. Brutto für Netto. Die Sache ähnelt dem Inflationsausgleich aus dem Jahr 2022.

Aber irgendwie wirkt die Sache nicht logisch. Man kann natürlich argumentieren, dass deutsche Arbeitnehmer für das Bruttosozialprodukt sorgen und nicht die leer ausgehenden Studenten, Rentner, Arbeitslose bzw. Bürgergeldempfänger. Die hohen Energiepreise aber Richtung Arbeitgeber abzuwälzen, die den Bonus auszahlen sollen, ist schon ein interessanter Move der Schwarz-Roten-Koalition.

Um der Sache noch eins draufzusetzen, rechnete Finanzminister Klingbeil schnell aus, wieviel Steuereinnahmen dem Staat durch diese göttliche Idee verloren geht. Folglich muss dem Steuerzahler die Kohle auch wieder abgenommen werden. Wie gewonnen, so zerronnen – mögen sich die Raucher angesichts der geplanten Erhöhung der Tabaksteuer denken.

Was aber, wenn die Bundesregierung die Tabaksteuer erhöht, während es sich die Firmen gar nicht leisten können, die Krisenpauschale auszuzahlen? Und das wird der Fall sein. Denn zunächst müsste man entsprechend mehr Gewinne machen, was aber die Sozis als Übergewinn abschöpfen möchten. Wo also sollen die meisten Firmen in Deutschland das Geld für diese Krisenpauschale hernehmen?

Eine Idee wäre, gemeinsam mit dem Betriebsrat eine vielleicht geplante unternehmensweite Gehaltserhöhung auszusetzen. Ich bin mir sicher, dass alle Beteiligten in den Firmen jetzt die Köpfe zusammenstecken, die Taschenrechner anwerfen und genau ausrechnen, wie man die Steuereinsparungen mitnehmen kann, um die Arbeitgeber zu schonen, und wie man den Mitarbeitern aber dennoch etwas Gutes tun kann.

Reden wir jetzt über Geldverbrennung oder eher nicht? Ich bin mir unsicher. Ich denke, dass die finanzielle Wohltat für die meisten von uns ausbleibt. Nur die großen Gewerkschaften in den richtig großen Firmen werden diesen Krisenbonus durchboxen. In den meisten Firmen wird die Geschäftsführung abwinken. Zur Beruhigung der Massen werden vielleicht 500 Euro auf ein paar Gehälter verteilt. Die Sache wird somit „gestreckt“, die positive Wirkung aber dann entsprechend auch gedämpft. Ich kann das den Firmen nicht verdenken.

Hat es firmenintern Sinn, die Zahlungen auf die unteren Gehaltsschichten zu begrenzen oder bringt es Unfrieden? Ich denke es bringt Unfrieden.

Kann eine Staffelung nach dem Motto ‚je höher das Gehalt, desto niedriger fällt der Bonus aus“ die Lösung sein? Das hört sich zumindest besser an als eine Gehaltsobergrenze, wo man dann als Arbeitnehmer knapp drüber liegt (bad luck) oder knapp drunter (lucky loser).

Rauchen für die Kasse

Es ist eine dieser politischen Ideen, die auf den ersten Blick vernünftig klingt. Die Bundesregierung möchte die Tabaksteuer (als einem Punkt aus der 66-Punkte-Liste) massiv zu erhöhen. Zwei Euro mehr pro Packung stehen im Raum. Macht am Ende bis zu sieben Milliarden Euro zusätzliche Einnahmen pro Jahr. Klingt nach einem sauberen Deal: Rauchen wird teurer, die Kassen füllen sich, und ganz nebenbei lebt die Bevölkerung gesünder. Der Staat setzt gleichzeitig auf zwei Ziele, die sich gegenseitig ausschließen.


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