Politik, Iran. Nicht unser Krieg. Nicht unser Krieg?

Mittwoch, 18. März 2026

Deutschland gefällt sich als weltweit agierender Moral-Apostel. Annalena Baerbock hat sich mit ihren zwei feministischen Ellenbogen bis an die Spitze der UN vorgekämpft, um die Welt in Sachen Völkerrecht zu belehren. Mit unseren Entwicklungshilfegeldern beeinflussen wir 65 Staaten weltweit und erklären ihnen, was gut und schlecht ist.

Jetzt hätten wir einmal eine Chance, ein Regime von der Bildfläche verschwinden zu lassen, um Völkerrecht herzustellen, und tun was? Wir erklären diesen Freiheitskrieg für die iranischen Menschen zu einem Krieg, der nicht unser ist. Wir sind Weltmeister beim Verteidigen des Völkerrechts, aber bitte nur verbal.

Erklärt wir das damit, dass dieser Krieg nichts mit der Nato zu tun hat und auch nicht auf Nato-Krieg stattfindet. Aber wo wäre bei dieser Erklärung der Unterschied zum Krieg zwischen Russland und der Ukraine? Wo ist der Unterschied zum Krieg in Afghanistan? Wo ist der Unterschied zum Krieg im Kosovo 1999, mit aktiver deutscher Beteiligung?

Wann wird denn ein Krieg zu unserem Krieg? Wenn die Moskauer Feuerwehr ohne jede Gegenwehr bis vor den Berliner Reichstag gefahren ist?

Deutschland wendet sein krudes Rechtssystem auf die Weltpolitik an. Wir wissen zwar, dass ein Mensch gefährlich ist, können ihn aber nicht einsperren. Der Mensch muss erst sein Verbrechen begehen, damit die deutsche Justiz reagieren kann.

Ich bin von Friedrich Merz über seine „nicht-unser-Krieg“-Aussage schwer enttäuscht. Natürlich ist es unser Krieg. Die Aussage des früheren Verteidigungsminister Peter Struck, dass die deutsche Sicherheit auch am Hindukusch verteidigt wird, war bis zur Aussage von Friedrich Merz unwidersprochen. Ab jetzt schon.

Wo ist der Verteidigungsminister und der beliebteste Politiker Deutschlands, Boris Pistorius, mit der Aussage, dass die deutsche Sicherheit auch im Iran verteidigt wird?


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