Homepage der Stadt Neumarkt-Sankt Veit mit leichten Schwächen

Samstag, 28. Februar 2026

https://www.neumarkt-sankt-veit.de

Wer sich auf der Homepage der Stadt Neumarkt-Sankt Veit aus einem bestimmten Grund ein Amts- und Mitteilungsblatt anschauen möchte, das älter als sechs Monate ist, der hat Pech gehabt. Zu sehen sind immer nur die sechs letzten Amtsblätter. Ältere Amtsblätter verschwinden wie von Geisterhand. Diese Vorgehensweise ist unlogisch. Als interessierter Neumarkter wird man gezwungen, proaktiv und rechtzeitig die Amtsblätter auf das eigene NAS-Drive downzuloaden, wenn man – wie ich – eine ‚historische Bibliothek‘ aufrechterhalten möchte.

Jetzt stelle man sich nur mal vor, alle 2.000 Neumarkter Familien wären kommunalpolitisch interessiert und kämen auf die gleiche Idee wie ich. Die Januarausgabe 2026 hat eine pdf-Größe von 28MB. Würden 2.000 Familien das Amtsblatt herunterladen (damit sie es auch in einem Jahr noch lesen können), ergäbe das einen benötigten Speicherplatz von 54 Gigabyte auf den PCs, Tablets, Laptops und Mobiltelefonen von uns Neumarktern. Das Gleiche spielt sich dann Monat für Monat ab. Die Vorstellung ist einfach irre. Ich bin nah dran, die Bereitstellung der Amtsblätter auf meiner Homepage als Service zur Verfügung zu stellen.

Auch die Stadt Neumarkt-Sankt Veit sollte wissen, wie die Speicherpreise im Moment gestiegen sind: Etwa auf das Dreifache. Weltweit schießen für KI die Rechenzentren wie Pilze aus dem Boden, was die Preise in die Höhe schnellen lässt. Sollte China eines nicht mehr so fernen Tages Taiwan angreifen, dann sprechen wir nicht mehr über eine Verdreifachung, sondern über eine Verzwanzigfachung von Preisen.

Datenvermeidung sollte somit volkswirtschaftlich oberste Priorität haben. Grundsatz: Eine digitale Information, die man an einem Ort strukturiert zur Verfügung stellen kann, sollte durch User nicht vervielfacht werden müssen. Denn das wäre/ist IT-Nonsens. Wenn man aber das Gefühl hat, dass Informationen wieder verschwinden, baut man sich sicherheitshalber seine eigene Ablage-Welt auf. Mit viel Aufwand, mit viel Speicherplatz und letztlich Kosten.

Das ovb macht es in dieser Beziehung besser. Alle ovb-Printausgaben ab 12/2017 sind – fein säuberlich geordnet – abrufbar. Das macht einen verlässlichen Eindruck. So muss das sein. Auf der Neumarkter Homepage sind nicht einmal die sechs Amtsblätter korrekt von neu nach alt sortiert.

Es ist auch unlogisch, wenn auf der Homepage der Stadt Informationen zu einer Pflegemesse von 2017 zu finden sind, nicht aber das Amtsblatt von August 2025.

Wenn man sich den aktuellen Flyer für den Bahnhof anschauen möchte, kann man ihn sich nicht direkt anschauen, sondern muss ihn vorher downloaden. Für einen Moment dachte ich, dass könnte an den Einstellungen meines Laptops liegen. Aber man hat ja Alternativen. Da ging es auch nicht. Es funktionierte nur mit einem „Trick“, den aber nur die wenigsten anwenden werden: Rechte Maustaste und Anklicken von „open link in new tab“. Für mich ist das ein handwerklicher Fehler. Das geht besser.

Stadtwerke Neumarkt-Sankt Veit weiterhin ohne Homepage und Mail-Adresse

Seit Wochen heißt es, dass sich alles im Aufbau befinde, man daran arbeite und zeitnah informieren werde. Jetzt muss man an einer Domain und einer Mail-Adresse aber nicht wirklich „arbeiten“. Man registriert einfach die gewünschte Seite bei Ionos oder Strato und holt sich eine entsprechende Mail-Adresse. Das Grundgerüst einer Homepage samt Kontaktformular würde ich innerhalb eines Tages hinbekommen. Was gibt es da so lange dran zu „arbeiten“? Man muss ja nicht gleich mit einer perfekten Homepage starten. Eine Landing Page mit ein paar wesentlichen Informationen wäre schon ein Gewinn.

https://www.neumarkt-sankt-veit.de/fileadmin/Dateien/Formulare/SEPA-Mandat_Stadtwerke.pdf

Was ist das für ein denkbar schlechter Start, wenn man das neue Sepa-Lastschriftmandat „ausschließlich per Brief“ an die Stadtwerke Neumarkt-Sankt Veit zurückschicken soll? Und wenn man den Halbsatz auch noch fett markiert und dick unterstreicht, gehen die Emotionen in der 27a reflexartig nach oben. Es fehlte eigentlich nur noch das Ausrufezeichen, um die Sache auf die Spitze zu treiben. Willkommen in der digitalen Welt der Stadtwerke Neumarkt-Sankt Veit. Eine Privatfirma wäre – so ganz ohne Internetauftritt – jetzt schon wieder pleite.

Und selbstverständlich haben wir das Lastschriftmandat nicht per Brief zurückgeschickt, sondern elektronisch per Mail, direkt an den neuen Geschäftsführer. Mit dem iPad lassen sich pdf-Dokumente hervorragend elektronisch bearbeiten, samt digitaler Signatur. Es gibt im Jahr 2026 keinen Grund mehr zur Papiererzeugung bzw. -vernichtung. Hello world, hört endlich auf, aus niederen Beweggründen Bäume zu fällen.

„Das Mandat gilt für alle Forderungen bezüglich Stadtwerke“

Der Satz auf dem Formular klingt wie ein Freibrief. Neumarkter, was auch immer wir fordern, wir buchen in Zukunft einfach ab. Einfach cool bleiben. Lasst euch überraschen.

https://www.neumarkt-sankt-veit.de/nachrichten/artikel/stadtwerke-neumarkt-sankt-veit-ku

Und mit der Transparenz geht es lustig so weiter, wie die Ära unseres OV endet. Auf der ersten Sitzung des Verwaltungsrates hat man „besprochen“. Auf die Idee, dass uns Ergebnisse und Zahlen interessieren könnten, kommt man traditionell nicht.

Aber bald ist Kommunalwahl, weshalb ich mir das Bild vom Verwaltungsrat genau angeschaut habe.


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