Neumarkt-Sankt Veit | Kommunalwahl | Jetzt spricht er.

Freitag, 20. Februar 2026

https://www.ovb-online.de/muehldorf/neumarkt-st-veit/neumarkt-st-veit-baumgartner-reagiert-auf-kritik-in-neumarkt-st-veit-94176126.html

Der Eingangssatz ist lustig, wo er doch eigentlich gar nicht gesprochen hat, sondern ein Schreiben an alle vier Bewerber verfasst hat. Und weil er seine Schreiben für so toll hält, hat er es auch gleich noch dem ovb geschickt, leider nicht mir…

„Das Schreiben ist freundlich formuliert…“

Warum ist jetzt das eine Erwähnung wert? Kennt man etwa andersartige Schreiben vom OV?

„…und an alle vier Bewerber um den Rathausstuhl gerichtet.“

Interessant, dass auch innerhalb der UWG die Konversation jetzt nur noch schriftlich erfolgt. Peter Hobmaier musste sich vom dem Schreiben offensichtlich genauso überraschen lassen, wie alle anderen drei Kandidaten.

„Dabei wurde den Entscheidungsträgern im Rathaus auch Versäumnisse vorgeworfen.“

Oh nein, Majestätsbeleidigung. Das erfordert selbstverständlich eine umfassende Reaktion. Wer aber sind eigentlich „die Entscheidungsträger“. Gibt es tatsächlich mehrere? Wusste ich gar nicht. Wer könnte hier gemeint sein?

„Aufgrund verschiedener Aussagen in den Wahlinformationen, die sich auch noch auf meine Amtszeit und damit auch auf die Amtszeit und die Entscheidungen der amtierenden Stadtratsmitglieder beziehen, möchte ich Ihnen einige Informationen überlassen, die Sie vermutlich nicht wissen beziehungsweise nicht wissen können“

Wir sind zwar bei dem ovb-Artikel noch zeitig dran, doch war das jetzt schon der Offenbarungseid. Er richtet seine Worte auch an einen UWG-Stadtrat, der bereits seit 18 Jahren im Stadtrat ist. Und der honorige Stadtrat Hobmaier kann Informationen nicht kennen? Was ist schiefgelaufen, in den letzten 18 Jahren? Wir sprechen bei Stadtrat Hobmaier immerhin auch über den langjährigen UWG-Vorsitzenden (laut Homepage ist er es noch, aber ich glaube, es gab da einen Wechsel). Und er hat für seine Bürgermeisterkandidatur wesentliche Informationen nicht? Lustiger wird es heute nicht mehr.

Tatsächlich laden die jeweils einphasigen Säulen maximal nur 3,7 kW (Kilowatt) Strom pro Stunde und damit vergleichsweise langsam.

Die Begründung, warum man im Zuge der Stadtplatzsanierung nicht für eine ausreichende Erschließung gesorgt hat, finde ich unglaublich. Der Stadtplatzstandort sei nicht sehr beliebt, weil sie (die Ladesäulen) Parkplätze belegen würden. Hä? Ich kann nicht glauben, was ich da lese. Wir investieren mindestens zehn Millionen Euro in die Stadtplatzsanierung und lassen die langsamen Ladesäulen so langsam wie vorher? Ich kann nicht mehr.

„Alleine für die beiden Tiefenbohrungen stünden Kosten von mindestens 12 Millionen Euro im Raum. „Diese könnten auch bis zu 30 Millionen Euro kosten“

Genau wofür haben wir eine Wärmeplanung durchführen lassen? Damit die Kosten nachvollziehbar sicher zwischen 12 und 30 Millionen schwanken? Vielen Dank für die Wärmeplanung, die so sinnlos ist wie ein Kropf. So sinnlos wie der Feuerwehrbedarfsplan, der nicht rausgegeben wird.

„Völlig vage aber blieben die Kosten beim Fernwärmenetz, die er auf Grund der Größe des Neumarkter Gebietes auf 50 bis 100 Millionen Euro schätzt.

Genau. Wir packen auf die 30 Millionen einfach noch einmal 70 Millionen drauf, um den Abschreckunssgseffekt auch wirklich hoch zu halten. So lassen sich Zukunftsvisionen plattmachen. Glückwunsch.

„Feuerwehrhaus Teising: Alle an einen Tisch.“

Keine Ahnung, wer von den vier Kandidaten das gesagt hat. Ich erinnere aber daran, dass es genau dieses „Alle an einen Tisch“ bereits gab. Oder was glaubt denn die Menschheit, wie der Feuerwehrbedarfsplan entstanden ist? Im stillen Kämmerlein in einem Passauer Büro? Herr Dittlmann hat mit allen lokalen Feuerwehren intensiv gesprochen. Das lässt sich aus der detaillierten Beschreibung im Feuerwehrbedarfsplan hervorragend ablesen – wenn man ihn denn kennt. Ach, stimmt, ich kenne ihn ja. Gleich mal nachschauen, was in Sachen Feuerwehrhaus Teising mit Stand 2021 da so drinsteht…

  • Für Bernloh, Fraßbach, Untergauling und Obergauling wird die Löschwasserversorgung bemängelt
  • Die Teisinger Aktiven hat beim Fragenkatalog eine Rücklaufquote von beachtlichen 84%, im Klartext haben 21 von 25 Aktiven den Fragenkatalog beantwortet.
  • 9 Jugendliche Feuerwehrler bedeuten einen Höchststand unter den Neumarkter Feuerwehren (gleicher Wert wie Thambach)
  • Bei der Anzahl der Damen kam man auf 3. Fast Schlusslicht. Wiesbach toppt den Wert aber mit 0 Damen
  • Teising-Fraßbach verfügt nicht über die notwendige Anzahl an Aktiven, welche als Mindeststärke einer kommunalen Feuerwehr in Bayern vorgegeben ist (dreifache Gruppenstärke).
  • Tendenz zur Überalterung (wie auch in Elsenbach und Feichten) und Verringerung von 33 Aktiven (in 2005) auf 25 Aktive (in 2021)
  • Der Standort kann derzeit tagsüber keine Alarmsicherheit garantieren.
  • Feuerwehrgerätehaus stammt aus dem Jahr 1966 (Umbau 1997).
  • keine Absauganlage
  • keine Drucklufteinspeisung
  • keine Umkleide für Frauen
  • keine Stiefelwaschanlage
  • keine Medien-EDV-Ausstattung
  • keine Toiletten
  • keine Duschen
  • kein Funkraum, keine Einsatzzentrale
  • kein allgemeines Lager
  • bei weiteren zehn Themen gibt es „andere Möglichkeiten“, also Ersatzlösungen
  • Man deckt nicht das gesamte Schutzgebiet innerhalb der zehnminütigen Hilfsfrist ab.
  • Das vorhandene Tragkraftspritzenfahrzeug TSF (BJ 2003) und die Tragkraftspritze (BJ 1982) der FF Teising-Fraßbach stehen mittelfristig zur Ersatzbeschaffung an.
  • Ein selbstständiger Fortbestand in Zukunft gilt derzeit zumindest als gefährdet.
  • Noten:
    • FW: 6
    • BP: 5

So, jetzt sind alle Fakten auf dem Tisch. Die Situation um das Haus und die Ausstattung dürfte ja nun – fünf Jahre später – nicht besser geworden sein. Wozu gleich wieder will jetzt einer der Kandidaten „alle an einen Tisch“ setzen? Um die völlig klar liegenden Fakten noch einmal durchzukauen?

Und wann ist eigentlich aus dem Feuerwehr-Arbeitskreis geworden, der nach der Finalisierung des Feuerwehrbedarfsplans eingesetzt wurde und der sich immer regelmäßig treffen wollte. Schauen wir uns doch den ovb-Artikel vom 13.10.2022 an und fragen uns, welche Ergebnisse dieser Arbeitskreis über die Jahre erzielt hat. Ich glaube, wir ahnen es: Zumindest für Teising muss er ohne Wirkung geblieben sein. Wie schön doch immer die Ankündigungen sind, und wie wenig davon übrigbleibt.

„Soweit Sie ein Gespräch über diese oder weitere Stadtthemen mit mir führen wollen, bin ich gerne bereit und unsere Rathaustür steht für Sie offen!“

Ich selbst dachte in Sachen Fußballheim auch einmal, die Rathaustür stünde mir und meinen Ideen weit offen. Was war das für ein enttäuschender Termin.


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1 Gedanke zu „Neumarkt-Sankt Veit | Kommunalwahl | Jetzt spricht er.“

  1. Gerhard Kalisch

    Es ist ein Vorgang, der die mangelnde Transparenz unseres scheidenden Bürgermeisters bestätigt. Es ist auch traurig, dass alle 4 Bewerber um seine Nachfolge nicht wissen können, was anscheinend nicht geht. Wenn man keine bzw. zu wenig Information bekommt, dann ist es doch klar, dass man es nicht wissen kann. (Ironie off)
    Zumindest ist es schön, dass das Schreiben freundlich formuliert ist. Zwei Bewerber um den Posten sind bereits im Stadtrat, der aktuelle UWG-Bürgermeisterkandidat ist bereits 18 Jahre im Amt, und er weiss soviel nicht, das ist ein Armutszeugnis.
    Anscheinend wird auch innerhalb der UWG zu wenig informiert, aber das ist nur meine persönliche Meinung.

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