Neumarkt-Sankt Veit | Kommunalwahl | Radweg nach Marklkofen

Montag 26. Januar 2026

Im Bild sehen wir Stefan Streck, unseren Bürgermeisterkandidaten der CSU. Er setzt aus meiner Sicht grade die Themenschwerpunkte und scheint mir in der Wahlkampfführung gegenüber der UWG ein wenig im Vorsprung zu sein.

Das Thema Radweg nach Marklkofen ist pünktlich vor der Kommunalwahl über uns gekommen. Damit rückt auch Hörbering ins Blickfeld. Von dem neuen Radweg nach Marklkofen könnte ein abzweigender Radweg in den Nachbarort führen.

Beim Blick auf die alte Bahnstrecke nach Marklkofen blutet mir das Herz. Nach einer nur dreijährigen Bauzeit war die Bahnstrecke nach Marklkofen 1875 in Betrieb genommen worden. Nicht einmal 100 Jahre später war man der Meinung: Brauchen wir nicht mehr, kann weg. Ein paar Mülltransporte schlichen noch über die Schienen, irgendwann war dann aber Schluss.

Deutschland spricht von der Mobilitätswende und hat in den letzten Jahrzehnten eine Bahnstrecke nach der anderen stillgelegt. Das hätte nie passieren dürfen. Ich sehe einen schweren historischen Fehler einer früheren Politikergeneration, denen jede Weitsicht fehlte.

Jetzt könnte auf dem Bahndamm ein Radweg entstehen, während ich dafür wäre, die Bahnstrecke zu sanieren und wieder in Betrieb zu nehmen. Das zumindest verstehe ich unter gelebter Mobilitätswende. Der Zug ist aber buchstäblich abgefahren. Man setzt auf die Straße und… auf einen Radweg.

Der (fehlende) Radweg nach Hörbering begleitet uns schon seit Jahrzehnten. Nach allem, was ich weiß, waren die Bemühungen, dafür den notwendigen Grund zu erwerben, nicht zielgerichtet. Jetzt tut sich ein Ausweg auf, wenn auch nur am Horizont.

Ich erinnere beim Bau von Radwegen daran, dass allein das kleine Stück Radweg (2,8km) zwischen Feichten und Egglkofen rund 2,3 Millionen Euro gekostet hat. Der Radweg nach Marklkofen ist geschätzte 23 km lang.

Richtung Marklkofen gibt es zahlreiche Brückenbauwerke zu erneuern, was Richtung Egglkofen nicht der Fall war. Das treibt die Kosten in die Höhe. Auch wenn der Freistaat diese Kosten zu 100% übernimmt, sprechen wir über unsere Steuergelder.

Für Neumarkt-Sankt Veit bleibt nach der Inbetriebnahme die Aufgabe, den Weg instandzuhalten, gemeinsam mit Gangkofen, Frontenhausen und Marklkofen. In Neumarkter Verantwortung wäre eine Strecke von 5 bis 6 km. Die Verantwortung könnte sich auf einen Streifen von 30 bis 50m Breite erstrecken. Die Böschungen des Bahndamms machen die Pflege nicht leichter. Nehmen wir eine Länge von 5km an und eine Breite von 40m. Das ergibt 200.000 qm. Das ist nicht wenig, das sind ungefähr 28 Fußballfelder. Detailfragen, ob der Weg im Winter auch geräumt werden muss, kommen noch hinzu, genau wie die Erhaltung der Infrastruktur mit Bänken und Mülleimern.

Die jährlichen Folgekosten würde ich gern einmal geschätzt bekommen. Die KI schätzt die Kosten auf bis zu 60.000 Euro pro Kilometer und Jahr. Bei 5km sprächen wir über 300.000 Euro pro Jahr. Hoffen wir mal, dass sich ChatGPT gehörig verschätzt hat, wobei die KI aber schon recht logisch vorgegangen ist und folgende Aufwände sehr genau betrachtet hat – mit Einzelpreisen:

  • 2 Mähgänge pro Jahr
  • Rückschnitt von Hecken und Sträuchern
  • Pflege von Gräben und Böschungen
  • Baumsicherheit und -pflege
  • Entsorgung von Grüngut und Müll
  • Winterdienst
  • Belag
  • Bankette
  • Entwässerung
  • Beschilderung
  • Verkehrssicherheit

Neumarkt-Sank Veit wird die Kosten nicht vor dem Jahr 2036 treffen. Alles andere würde mich wundern. Aber zunächst einmal muss der Freistaat die geschätzten 30 bis 45 Millionen Euro spendieren. Aus heutiger Sicht würde ich nicht unbedingt behaupten, dass im Neumarkt-Sankt Veiter Haushalt für die Instandhaltung 300.000 Euro jährlich übrig sind. Und dann braucht es noch die Millionen-Investition in den abzweigenden Radweg nach Hörbering.

Das Leben könnte so schön sein, wenn mehr Geld in den Kassen wäre.


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