Frauen bekommen im Durchschnitt 13.500 Euro weniger Rente.

Dienstag, 16. Dezember 2025

https://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/frauen-bekommen-im-durchschnitt-13-500-euro-weniger-rente-als-maenner_4a91a637-eb95-4440-bc53-206bba0d6af2.html

Ich war gespannt, was der Fokus Sinnvolles zu berichten weiß.

„Rentenlücke von 61%“

Das ist eine Zahl, die nichtssagend ist. Versuchen wir dennoch, sie zu interpretieren. Sollte ich als Durchschnittsrentner 1.000 Euro an Rente bekommen, dann bekommt meine Frau nach dieser Logik 390,00 Euro? Mag sein, aber wo wäre dann das Problem? Wir hätten zusammen 1.390,00 Euro, und keiner von uns käme auf die Idee, die einzelnen Renten zu gewichten oder gegeneinander aufzurechnen. So, wie wir gemeinsame Konten haben, haben wir eine gemeinsame Rente. Aus die Maus. Diese Einstellung ist offensichtlich die Folge der Gnade einer sehr frühen Heirat, bei der wir beide mit „nichts“ in Leben gestartet sind. Wir kamen gar nicht erst auf die Idee, Dinge getrennt zu betrachten.

„Gender Pay Gap“ führt zu „Gender Pension Gap“

16% Gender Pay Gap würden bei Frauen folglich viel häufiger zu Altersarmut führen. Alles sei das Ergebnis wohlfahrtstaatlicher Strukturen. Als ich glaubte, jetzt würde eine echte Analyse kommen, gefolgt von Ideen, um die deutsche Rentenpolitik in Ordnung zu bringen, war der Bericht auch schon zu Ende.

Man hätte z.B. die Witwenrente und ihre Auswirkungen betrachten oder mir erklären können, warum das Ehegattensplitting abgeschafft gehört. Ich finde die Logik, die beiden Einkommen der Ehegatten zu addieren, dann zu halbieren, um dann die Steuer festzulegen, vernünftig und fair. Wenn das dazu führt, dass sich Ehepartner bewusst dafür entscheiden, dass ein Partner viel und der andere wenig verdient, dann ist das die ganz private Entscheidung des Ehepaares.

Der Fokus hätte für die Abschaffung der geringfügigen Beschäftigung plädieren können. Das ist das wahre Einfallstor für die Altersarmut.

Letztens gab es die Idee, den Rentenbeginn künftig an die Zahl der Beitragsjahre zu koppeln. Das hätte man als mögliche Lösung bewerten können. Akademiker mit einer langen Studienzeit müssten dann unter Umständen bis 75 arbeiten. Könnte das der Akademikerschwemme ein wenig entgegenwirken? Eher nicht. Wer sich mit 20 Jahren für ein langes Studium entscheidet und erst mit 30 ins Arbeitsleben einsteigt, denkt nicht an die Folgen für die Rente. Außerdem sieht die Rechnung anders aus. Die Akademiker gehen davon aus, dass sie in den 37 Arbeitsjahren (bis zum Regeleintrittsalter 67) hohe Einkommen haben werden. Sie gleichen dadurch die fehlenden Beitragsjahre wieder aus.

Der ganze Fokus-Bericht war nichts weiter als ein Lückenfüller. Viel zu kurz gesprungen, annähernd substanzlos. An dem Renten- und Pensionswahnsinn wird sich in Deutschland nichts ändern. Kein Wunder, dass die Regierung eine Kommission vorschiebt, um Zeit zu gewinnen. 630 hochbezahlte Bundestagsabgordnete, 15 Bundesminister, 25 Regierungsbeauftragte, 31 Staatssekretäre, eine unbekannte Anzahl von Regierungsdirektoren und Spitzenbeamten reichen nicht aus, um in Sachen Rente etwas zu bewirken. Das Land ist festgefahren und unfähig zu einer wie auch immer gearteten vernünftigen Reform.

Armes Deutschland.


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