Dienstag, 09. September 2025, Terror: Teile Berlins stromlos.

https://de.indymedia.org/node/537364

Wenn man sich das Bekennerschreiben durchliest, kommt man zu dem Schluss, dass hier nicht etwa arme Irre am Werk sind. Es sind vielmehr gebildete arme Irre. Der Text ist schwungvoll geschrieben. Ich fand zwei, drei Tippfehler, was in diesem langen Text durchaus vernachlässigbar ist. Ansonsten wird stramm gegendert. Hier schreibt ein linker Akademiker als Teil eines großen linken und unheilvollen Netzwerkes. Es schreibt jemand, der selbst nicht arbeitet, Arbeit als ewig gestrig betrachtet und von seinem geerbten Vermögen lebt. Er hat keine anderen Hobbies, als den Staat herauszufordern – heute früh durch einen Brandanschlag auf zwei Strommasten.

RAF2.0 möchte der Verfasser sich uns sein Netzwerk nicht nennen. Das Anarchist-Sein klingt viel logischer, immerhin aber eine Stufe militanter als „Aktivist“. So viel Unterscheidung darf schon sein.

Hinter dem neoliberalen Versprechen von Wohlstand zeigt sich unverhohlen die faschistische Fratze.“

Unsere Anarchisten sind hier nicht ganz auf der Höhe. Deutschland arbeitet gerade mit Hochdruck daran, nach links zu driften und damit den Wohlstand abzuschaffen. Die Begrifflichkeit „faschistische Fratze“ ist das übliche Totschlagsargument gegen alle, die sich nicht links genug positionieren.

„Man atmet Traurigkeit.“

Wie poetisch.

Wir bitten die Anwohner:innen, die davon in ihren privaten Haushalten betroffen waren um Nachsicht, dies war keinesfalls unsere Intention.

Man konnte zwar ein terroristisches Attentat minutiös planen, zeigt sich aber überrascht, dass ein ganzer Berliner Stadtteil plötzlich ohne Strom war? Nein. Man hat das ganz bewusst in Kauf genommen. Man hat auch in Kauf genommen, indirekt für Tote verantwortlich zu sein. Vor direktem Mord schreckt man noch zurück. Auch einen ICE lässt man noch nicht entgleisen. Man kann die deutsche Infrastruktur schließlich in vielfacher Weise angreifen, ohne sich direkt dem Vorwurf des vielfachen Mordes auszusetzen.

Diese Gesellschaft, die unter dem Pranger der Technologie und des Kapitals steht, scheint vorerst das irdische Endprodukt der zivilisatorischen Errungenschaft zu sein.“

Unser Poet hat sich diesen Satz sicherlich zwanzig Mal durchgelesen, so gelungen schien er ihm. Mit jedem Mal Lesen steigerte er sich so hinein, dass ihm gar nichts übrig blieb, als sich selbst zu glauben.

Ganz abgesehen von den blutigen Kriegen, um Macht und Ressourcen, die die Herrschenden ihren Diener:innen aufzwingt.

Darauf hatte ich schon gewartet. Wir sind die „Diener“ des Systems, weshalb uns die Linken hassen.

Es (das verhasste kapitalistisch-militärische System) abzuschalten ist möglich und es ist auch möglich, es mit einem Leben in Freiheit ohne Herrschaft und Ausbeutung zu ersetzen.“

Seltsam, dass mir dieses Schreiben genau das Gegenteil suggeriert, nämlich, dass uns die Linken ihre Herrschaft aufzwingen wollen. Deshalb hätte es jetzt interessant werden können. Zu einer Erklärung, wie das von Anarchisten dominierte linke Paradies letztlich aussehen wird, kommt es nicht mehr. Das Schreiben endet in dem Moment, wo es hätte spannend werden können.

Fazit

Angesichts einer solchen linken Guerilla im eigenen Land dürfte Putin jubeln, denn die Aktionen sind ganz in seinem Sinne und ergänzen seinen hybriden Krieg in der gewünschten Weise. Ich selbst verstehe nicht, warum man diese indymedia-web-Seite nicht abgeschaltet bekommt. Die echte, fundamentale Gefahr für unser Land sitzt in der linken Ecke. Der Text ist eine Kriegserklärung an unsere Art zu leben.

Hier noch einmal der Link zum Original-Bekennerschreiben.

https://de.indymedia.org/node/537364


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