Samstag, 23. August 2025, Lokales, Kommunalwahl: UWG-Wahlkampfauftakt.

Der in den Schaukasten an der Johanneskirche gehängte Zettel der UWG wirkt als Wahlkampfauftakt noch etwas zaghaft, aber es ist immerhin ein Anfang. Der Slogan ‚Mitdenken, Mitreden, Mitmachen‘ gefällt mir, kommt mir aber irgendwie bekannt vor. Ah ja, stimmt. Bei uns auf der Homepage des Bürgernetzwerkes heißt es schon seit Jahren: Mitdenken, Mitreden, Mitgestalten.

Schön, dass der Slogan nun auch der UWG gefällt und sich die Wählervereinigung jetzt auf uns zubewegt. Bei so viel Übereinstimmung gehe ich davon aus, dass sich der eine oder andere UWGler noch bei uns melden wird, um in unserem Bürgernetzwerk mitzuwirken. Ich sehe das zarte Pflänzchen einer fruchtbaren Zusammenarbeit wachsen und gedeihen.

Unsere Stadt steht im ständigen Wandel und den Herausforderungen der Zukunft

Hm, meine Deutschlehrerin Frau Gärtner würde beim Lesen vermutlich – so wie ich – stolpern. Der Satz ist irgendwie nicht stimmig. Richtig wäre wohl „…und vor den Herausforderungen der Zukunft“. Ist aber nicht wichtig. Das ist ja nur ein Zettel.

Was machen derweil die Neumarkt-Sankt Veiter Parteien? Dazu gibt es in der heutigen Printversion einen längeren Bericht mit dem schönen Aufmacher „Kampf um Schloss Adlstein“. Darauf habe ich schon gewartet, weil die Online-Version schon seit 17.08. zu lesen ist. Ich hatte schon die Befürchtung, der ovb könnte vor lauter anderer Feierthemen den eigenen Bericht vergessen zu drucken.

Die SPD prescht aus meiner Sicht mit einer sehr guten Idee nach vorn. Es wird für die Stadtratswahl eine offene Liste geben. Man muss also kein Sozi-Parteibuch haben. Man kann sich einfach so bewerben. Das wird spannend und ist eine sehr noble Geste. Kommunalwahlen sind Personenwahlen. Je mehr Kandidaten auf irgendwelchen Listen stehen, desto mehr verteilen sich die 20 Stimmkreuze, die jeder Wähler hat. Die beiden vermutlich auf Platz 1 und 2 gesetzten SPD-Kandidaten Ulrich Geltinger und Ludwig Spirkl nehmen mit dieser offenen Liste – rein rechnerisch gesehen – vermutlich sich selbst ein paar Stimmen weg. Sind die Kandidaten allerdings qualitativ stark, führt das zu Stimmverlusten für die anderen Listen.

Mit 6% blieb sie (Michéle Gaulinger von der SPD) weit hinter den Erwartungen zurück.

Ich habe keine Ahnung, wessen Erwartungen das gewesen sein sollen, die für Michéle Gaulinger bei der Kommunalwahl 2020 mehr Prozente als Bürgermeisterkandidatin erwartet hatten. Für mich waren sechs Prozent realistisch und erwartbar. Ich habe keine Ahnung, wie der ovb auf die These kommt, dass die Erwartungen weit höher waren.

Grüne wittern Chance?

Ich erinnere an meinen Bericht über die Gründung des grünen Ortsverbandes im Mai diesen Jahres. Die Grünen haben einen Ortsverband, der sich „Neumarkt-Sankt Veit und Umgebung“ nennt. Zum Ortsverband gehören – außer Neumarkt-Sankt Veit – Niedertaufkirchen, Niederbergkirchen und Egglkofen. Alle vier Orte haben eigene Gemeinderäte.

Wenn die Grünen es mit ihrer Arbeit ernstnehmen, dann haben sie sehr viel zu tun, denn sie müssen sich um die Kommunalwahlen in vier Orten kümmern. Was aber haben wir vom grünen Ortsverband seit Mai an Aktivitäten mitbekommen? Richtig. Nichts. Ich hatte schon damals gemutmaßt, dass sich die neu gewählten Vorstände bis zum Zeitpunkt der Wahl vielleicht gar nicht kannten, was die Sache auch nicht einfacher macht.

Was macht der Auftritt der Grünen im Netz?

Ich möchte aber auch nicht voreilig schlussfolgern, dass das alles nichts wird. Vielleicht sind Neumarkts Grüne im Netz ja hyperaktiv, und ich bekomme das nur nicht mit. Schauen wir uns die einzelnen Kanäle an:

  • Facebook: https://www.facebook.com/gruene.neumarktstveit Wer auch immer die Idee hatte, hier einen Kanal aufzubauen, hat im September 2020 aufgegeben.
  • Instagram: Kein Auftritt zu finden.
  • X: Kein Auftritt zu finden.
  • tiktok: Auch da tanzt niemand von den Neumarkter Grünen.
  • Grünen-Homepage: Leider auch keine Aktivitäten bzw. Termine erkennbar.
  • Letzte Chance, Anfrage an Chatgpt: In Neumarkt-Sankt Veit hat sich im Mai ein neuer Ortsverband der Grünen (Die Grünen/Bündins90) gegründet. Bitte finde heraus, welche Aktivitäten es seit diesem Zeitpunkt gegeben hat.

Die Antwort bestätigt noch einmal meine eigenen Recherchen. Keine Online-Aktivitäten, keine Termine. Meines Erachtens läuft ohne einem vernünftigen Internet-Auftritt nichts. Ich werde mir die Aktivitäten der Grünen im Hinblick auf die Kommunalwahl sehr genau anschauen.

Grüner Stadtrat Thomas Döring als Bürgermeisterkandidat?

Beide großen Fraktionen hätten angefragt, ob T. Döring auf deren Liste gehen möchte. Das würde ihm wahrscheinlich helfen, Stadtrat zu bleiben. Ideologisch ist ein Wechsel möglich. Nichts, rein gar nichts, weist ihn seit der letzten Kommunalwahl als Grünen aus. Insofern kann er sich beliebig jeder Liste anschließen. Jetzt dämmert mir auch, warum sich T. Döring bei der Gründung des grünen Ortsvorstandes so zurückgehalten hat. Er will sich alle Optionen offen lassen.

Wenn er aber Bürgermeister werden wöllte, dann müsste er das über die Grünen versuchen, die aber wenigstens in Fraktionsstärke in den nächsten Stadtrat einziehen sollten. 2020 lagen die Grünen bei 7%, hatten aber bekannte Gesichter auf ihrer Liste, während die Menschen noch keine Erfahrungen mit der Ampel-Koalition in Berlin hatten. Diese Erfahrungen sind jetzt da, während mir bekannte Gesichter für einen erfolgreichen Kommunalwahlkampf in Neumarkt-Sankt Veit im Moment (noch) fehlen.

Ein grüner Bürgermeister bei 20 Stadträten, die von UWG, CSU und SPD kommen, ist schwer vorstellbar. Ich halte es auch für ausgeschlossen, dass er über die CSU oder die UWG Bürgermeister werden kann. Da sind andere Platzhirsche am Werke.

Ein Thema, das ich bei allen Kandidatennamen, die ich bisher gehört habe, sehe, ist das Verwaltungsrecht. Ein Bürgermeister muss in Sachen Verwaltungsrecht wenigstens einigermaßen sattelfest sein. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man als Quereinsteiger ohne Verwaltungskenntnisse in dem Job froh wird. Somit müsste sich ein frischgebackener Bürgermeister nach der Wahl zur verwaltungs- und finanztechnischen „Druckbetankung“ wohl schnell bei der Bayerischen Verwaltungsschule melden.


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