Samstag, 09. August 2025, SZ-Kommentar zum Klima – jedes Wort ist richtig.

https://www.sueddeutsche.de/meinung/klimawandel-rueckkehr-leugner-einfluss-us-regierung-kommentar-li.3292107?reduced=true

Jeder dämliche und provozierende X-Post hat heutzutage mindestens 300 Kommentare. Wenn aber in der SZ ein starker Beitrag zum Thema Klima kommt, ist nach 109 (positiven) Kommentaren Schluss. Vielleicht hätte es weitere Kommentare gegeben, doch schaltet die SZ die Kommentarfunktion nach ein paar Tagen für gewöhnlich ab. Offensichtlich hat man nicht die personellen Ressourcen, alle Kommentare redaktionell zu managen. Das unterscheidet die SZ von X, wo es faktisch kein Management gibt. Ich kann heute einen Kommentar unter einen Beitrag von 2015 setzen, wenn mir danach ist. Die SZ hat diesbezüglich gegenüber den sozialen Medien leider einen klaren Wettbewerbsnachteil.

Rekordtemperaturen von 52 Grad Celsius in Missouri, Texas.

Die Amerikaner sähen die Problematik nicht, würden ihre Klimaanlagen noch ein wenig aufdrehen und von Klimawandel nichts wissen wollen. Die Folgen der Erderwärmung träten immer deutlicher zu Tage während die US-Regierung zur Leugnung des Klimawandels zurückkehre. Den Klimawandel ins Reich des Glaubens zu verweisen, sei wegen des Bergs an Evidenz maximal dreist. Für die amerikanische Trump-Administration sind maximal eher veränderte Sonnenaktivitäten schuld.

Der Kommentarschreiber bringt es auf den Punkt, obwohl ich beim Verfasser schon sehr genau hinschaue.

Europa habe sich historische Klimaziele gesetzt. Wie sei das vereinbar mit dem “Deal” zwischen Trump und von der Leyen mit dem Inhalt, dass die EU in den nächsten drei Jahren fossile Energie im Wert von 750 Milliarden Dollar aus den USA importieren soll? Antwort: Gar nicht. Wobei ich in Frage stellen möchte, dass das überhaupt gelingen kann. Einzelheiten habe ich darüber noch nicht in Erfahrung bringen können.

LNG, Öl und Kernbrennstoffe sollen die Milliardenlücken zu den jetzigen Importen füllen. Das passt ja ganz und gar zu den Klimazielen der EU. Ich dachte bisher auch, dass Importe und Exporte privatwirtschaftlich geregelt werden. Wenn der Besitzer einer deutschen Raffinerie lieber auf Öls aus Libyen anstatt aus den USA setzt – mit welchen regulatorischen Mitteln will man den Betreiber zwingen, seine Importe umzustellen? Denn noch gibt es in Deutschland Reste privatwirtschaftlichen Handelns. Noch ist nicht alles Planwirtschaft. Wie also soll der “Deal” umgesetzt werden?

Ich sage: Funktioniert nicht. Der “Deal” ist Makulatur. Und alle Beteiligten wissen das.


Entdecken Sie mehr von Michael Behrens

Melden Sie sich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen

Entdecken Sie mehr von Michael Behrens

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen