Freitag, 11. März 2022, Radlfahren und Frieren für den Frieden?

Für mich ändert sich durch die gegenwärtig hohen Benzinpreise wenig. Das Fahrrad ist gut in Schuss, und die innerstädtischen Touren versuche ich schon seit jeher, mit dem Drahtesel zu erledigen. Die notwendigen Fahrten werden mit dem Auto erledigt, hohe Preise hin oder her, wobei die Preise an der Zapfsäule nur die eine Seite der Medaille sind. Die Lebenshaltungskosten werden sich grundsätzlich erheblich erhöhen. Die Inflationsraten werden eine ungeahnte Dynamik annehmen. Das Thema Getreideproduktion schaffte es heute in die Nachrichten. Ich habe das Thema hier schon eher beleuchtet.

Im Moment zahlen wir durch Öl- und Gaskauf 80 Millionen Euro an Russland, und dies jeden Tag. Härteste Sanktionen gegen Russland und gleichzeitig die fortgesetzten Öl- und Gaskäufe? Wie passt das zusammen. Eher gar nicht. Die Lieferungen zu stoppen ist leicht dahingesagt. Aber was dann? Frieren, um Putin in die Knie zu zwingen? Fahrradfahren für den Frieden? Da stecken wir aber in einem schönen Dilemma. Wobei die Gaskunden noch ein wenig mehr bibbern müssen als wir  Heizölkunden. Heizöl tankt man einmal, um dann für eine gewisse Zeit seine Ruhe zu haben. Gaskunden sind auf Tagespreise angewiesen. Da helfen auch Preisbindungen und Vertragszeiten nichts. Alles Schall und Rauch. Wenn der Gaslieferant die Preise nicht halten kann, wird er die Gaspreise erhöhen oder Insolvenz anmelden, Vertragsbedingungen hin oder her.

Die russischen Politiker lügen derweil, was das Zeug hält. Sie übertreffen und widersprechen sich hierbei gegenseitig. Außenminister Lawrow tritt auf einer internationalen Pressekonferenz auf und lügt, dass sich die Balken biegen. Die Journalisten hören sich das ehrfurchtsvoll an, anstatt aufzustehen und demonstrativ den Saal zu verlassen, oder ihn zumindest auszubuhen. Ich hätte ihn gleich wegen Völkermord festgenommen und in Untersuchungshaft gesteckt. Den russischen UN-Botschafter Wassili Nebensia würde ich wegen Missachtung der UN-Versammlung durch dreistes, fortgesetztes Lügen ebenfalls festsetzen. Den russischen Verteidigungsminister Sergei Schoigu würde ich in Abwesenheit per Eilverfahren als Kriegsverbrecher verurteilen.

Heute habe ich spaßeshalber beim Öllieferanten angerufen und nach dem aktuellen Preis gefragt. Ich hatte vor fünf Wochen für 75 Cent pro Liter getankt, heute waren es 1,46 Euro. Für uns traumatisierte Heizöl- bzw. Diesel- und Benzintanker gibt es aber Hilfe. Die Kinder, die in der Ukraine im Bunker sitzen, während oberirdisch die russischen Raketen einschlagen, drücken uns die Daumen und wünschen uns baldige Erholung.

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