06.11.2026, GIZ im Jemen: 15 Millionen Euro verschwunden? Kein Problem, wir zahlen uns das Geld selbst zurück!

Freitag, 06. November 2026

Ilustration darüber, wie Deutschland mit Steuergeld umgeht.

Bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sind im Jemen finanzielle Unregelmäßigkeiten in Höhe von rund 15 Millionen Euro festgestellt worden. Es geht um Gelder, die zwischen 2014 und 2024 Eine Million Euro entfällt auf nachgewiesene Betrügereien, unter anderem mit Treibstoffbestellungen und Wechselkursgeschäften. Bei weiteren 14 Millionen Euro fehlen ordnungsgemäße Abrechnungen und Belege. Ob das Geld tatsächlich zweckmäßig verwendet wurde, lässt sich nicht ausreichend nachweisen.

24 Mitarbeiter entlassen, keine Strafverfahren

Bereits 2022 gab es erste Hinweise auf Unregelmäßigkeiten. 2023 waren auch Bundesregierung und Aufsichtsrat informiert. Im September 2026 waren die Untersuchungen endlich abgeschlossen. 24 jemenitische Mitarbeiter mussten gehen. Strafrechtliche Ermittlungen? Fehlanzeige. Bei den Lebenshaltungskosten im Jemen dürfte von den 24 Leuten wohl keiner mehr arbeiten gehen müssen. Ein goldener Handschlag gewissermaßen.

Besonders bemerkenswert ist allerdings die Schadensregulierung. Die GIZ muss die 15 Millionen Euro an das Bundesentwicklungsministerium und das Auswärtige Amt zurückzahlen. Und woher nimmt sie das Geld? Aus ihren Rücklagen, die laut GIZ-Vorstandssprecher Thorsten Schäfer-Gümbel im Wesentlichen ebenfalls aus Steuermitteln stammen.

Wurden deutsche Führungskräfte, Projektverantwortliche oder Vorstandsmitglieder sanktioniert? Die Antwort können wir uns denken.

Der Steuerzahler finanziert also die Entwicklungshilfe, bezahlt den Schaden und anschließend auch noch dessen Wiedergutmachung.

Das Geld wandert von einer staatlichen Tasche in die andere. Dazwischen gehen 15 Millionen Euro verloren beziehungsweise lassen sich nicht mehr ordnungsgemäß nachweisen.

Wofür die betroffenen 15 Millionen Euro ursprünglich konkret vorgesehen waren, erfährt der Steuerzahler übrigens nicht. Die Bundesregierung hält die Liste der betroffenen Projekte unter Verschluss. Begründung: Sicherheitsbedenken. Toll, dass die Bundesregierung so ein schönes Instrument hat.

Wir wissen also, wie viel Geld durch Betrug und mangelhafte Abrechnungen zum Schaden wurde, dürfen aber nicht erfahren, bei welchen konkreten Hilfsprojekten das geschah.

Wer glaubt, Deutschland könne keine funktionierenden Kreislaufwirtschaften organisieren, hat die deutsche Entwicklungshilfe noch nicht verstanden. Die 15 Millionen können wir komplett abschreiben. Die 15 Millionen Euro haben in Jemen nichts bewegt. Die nach oben schießenden Kontobewegungen unserer jemenitischen Freunde lassen wir bei der Betrachtung außen vor.

Ich erzähle das alles nur, weil Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) gerade in die Kritik geraten ist. Auf die Frage, ob wir Deutschen den Gürtel in Zukunft enger schnallen müssten, antwortete er:

„Ja, ich glaube, das muss man genau so sagen.“

Angesichts der 15 Millionen Euro bei der GIZ stellt sich allerdings die Frage, wer hier eigentlich den Gürtel enger schnallen sollte.

Der Staat rechnet mit einer Billion Euro an Steuereinnahmen und kann nicht damit umgehen. Der Staat konnte noch nie mit Geld umgehen.

Wenn du möchtest, kann ich dir jetzt noch eine sprachlich etwas schärfere und zynischere Endfassung daraus machen.


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