Donnerstag, 05. November 2026

Am 21. Oktober 2026 traf der us-amerikanische Chefunterhändler Steve Witkoff den russischen Präsidenten Wladimir Putin im Konstantinpalast bei Sankt Petersburg. Dort erklärte er allen Ernstes:
„Auch Sie sind ein Menschenfreund, Sir, und dafür zolle ich Ihnen meinen Respekt, spreche Ihnen meine Anerkennung aus und danke Ihnen noch einmal.“
Anlass für diese bemerkenswerte Liebeserklärung war die Freilassung des 74-jährigen US-Bürgers Stephen Hubbard, der über vier Jahre in russischer Haft gesessen hatte.
Selbst wenn das Zitat aus dem Zusammenhang gerissen sein sollte, so stellen sich mir dennoch alle Nackenhaare auf.
Offenbar gehören Schmeicheleien zu Wittkoffs Instrumentenkasten. Aber was ist von einem Busenfreund Trumps anderes zu erwarten?
Witkoff kennt Trump seit den 1980er-Jahren. Die beiden verbindet eine jahrzehntelange Freundschaft, gemeinsame Immobiliengeschäfte und ihre Begeisterung fürs Golfspielen.
Trump ernannte ihn 2024 zu seinem Sondergesandten für den Nahen Osten. Später übertrug er ihm auch wichtige diplomatische Aufgaben bei den Verhandlungen mit Russland über den Ukrainekrieg sowie mit dem Iran über dessen Atomprogramm.
Witkoff besaß vor seiner Ernennung keinerlei klassische diplomatische Erfahrung. Er war weder Berufsdiplomat noch Außenpolitiker.
Aber auch ohne Ausbildung würde ich mir eher auf die Zunge beißen als Putin einen Menschenfreund zu nennen. Wie tief kann man sinken?
Selbst Republikaner waren entsetzt
Der republikanische US-Senator Thom Tillis reagierte mit den Worten: „WTF, Steve?“ und bezeichnete die Äußerung als peinlich und empörend. Sein Parteikollege John Cornyn nannte Putin einen „eiskalten Killer“.
Putin führt seit Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, lässt Städte bombardieren und politische Gegner verfolgen. Und der amerikanische Friedensunterhändler entdeckt in ihm einen Menschenfreund.
Ich hatte mich hier mit Wladimir Putin beschäftigt. Seit diesem Blog sind 10.000e weitere Menschen durch Putins Angriffskrieg gestorben.
Putins Vornamen passt sogar nicht zu ihm. Die zwei Wortteile „Wladi“ und „Mir“ bedeuten „Herrscher“ und „Friede“, demnach also „Friedensherrscher“. Davon ist er leider weit enfernt.
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