Samstag, 24. Oktober 2026

Sicherheitskopie von X
Es gibt politische Aussagen, die sind unglücklich formuliert. Es gibt Aussagen, die sind geschmacklos. Und dann gibt es diese zwei Worte, bei denen ich mich ernsthaft frage, ob bei einer Linken der politische Kompass gerade einen Totalschaden erlitten hat:
„Na endlich.“
Zwei Worte. Kein Bedauern. Kein Hinweis auf die Einsatzkräfte. Kein Gedanke an den Verlust eines historischen Gebäudes. Stattdessen ein Kommentar, der sich im Zusammenhang mit dieser Brandkatastrophe kaum anders verstehen lässt als ein Ausdruck der Genugtuung. Da brennt ein historisches Gebäude, dessen Geschichte untrennbar mit dem Nationalsozialismus verbunden ist, und einer Bundestagsabgeordneten fällt dazu offenbar nichts Besseres ein als ein beiläufiger Jubelruf?
Wer Geschichte beseitigen will, indem er ihre Zeugnisse vernichtet, hat Geschichte nicht verstanden
Das Kehlsteinhaus wurde 1938 errichtet, gehörte zum abgeschirmten Machtkomplex der nationalsozialistischen Führung auf dem Obersalzberg, diente als Repräsentationsgebäude und wurde seit 1952 als Berggaststätte genutzt. Eine Ausstellung beschäftigte sich mit seiner Geschichte. Jetzt ist die Ausstellung schwer beschädigt, wenn nicht sogar zerstört. Und Gohlke kommentiert das mit „na endlich“?
Der Unterschied zwischen Geschichtsbewusstsein und Geschichtsvergessenheit.
Man muss historische Zeugnisse nicht vernichten, um sich von der Ideologie ihrer Erbauer zu distanzieren. Im Gegenteil: Sie sollte sie erhalten, erklären und kritisch einordnen. Wer glaubt, mit der Zerstörung eines Gebäudes verschwinde auch nur ein einziges Verbrechen des Nationalsozialismus aus der Geschichte, verwechselt historische Aufarbeitung mit einer besonders primitiven Form der Gebäudesanierung.
Während 200 Einsatzkräfte gegen die Flammen kämpfen, kommt von einer Linken ein „na endlich“
In der Nacht zum 24. Oktober brach im Kehlsteinhaus ein verheerender Brand aus. Das Gebäude wurde weitgehend zerstört. Rund 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Bergwacht waren mit der Bekämpfung des Brandes beschäftigt. Auf über 1.800 Metern Höhe, bei schwierigen Wetterverhältnissen und unter erheblichen Gefahren. Während sich Feuerwehrleute unter schwerem Atemschutz durch ein brennendes Gebäude kämpfen, erscheint auf dem Bildschirm einer Politikerin die Nachricht über dessen Zerstörung. Und die Reaktion lautet: „na endlich“.
Was für ein politisches Armutszeugnis.
Vielleicht hätte Nicole Gohlke vor dem Absenden ihres Kommentars einen einzigen Gedanken an die Feuerwehrleute verschwenden können, die dort unter erheblichen Risiken ihre Arbeit verrichteten. Sie tragen nämlich keine ideologischen Debatten aus. Sie löschen Brände. Es gehört zu den bemerkenswerten Errungenschaften unseres Landes, dass Feuerwehrleute nicht erst die politische Vergangenheit einer Immobilie überprüfen, bevor sie entscheiden, ob sie den Löschschlauch ausrollen.
Brandstiftung? Auch darüber sollte man vielleicht nachdenken, bevor man Beifall spendet
Ein Motorradfahrer wurde festgenommen. Sollte sich der Verdacht der Brandstiftung bestätigen, hätten wir es mit einer schweren Straftat zu tun. Wer dann die Zerstörung eines Gebäudes mit einem „na endlich“ kommentiert, obwohl es um schwere Brandstiftung geht, sollte sich die Frage gefallen lassen, ob hier die Billigung einer Straftat im Raum steht. Der Eindruck, den ihre Worte vermitteln, ist verheerend. Denn in einem Rechtsstaat entscheiden weder politische Abneigung noch historische Schuldzuweisungen darüber, ob die Zerstörung fremden Eigentums begrüßenswert ist.
Und soll mir niemand damit kommen, mit dem „na endlich“ hätte sie gemeint: Na endlich ist der Brand gelöscht.
Der Kampf gegen den Nationalsozialismus braucht keine brennenden Gebäude
Ausgerechnet diejenigen, die besonders laut gegen Faschismus auftreten, sollten wissen, wie wichtig historische Erinnerung ist. Der Nationalsozialismus lässt sich nicht nachträglich bekämpfen, indem man seine architektonischen Hinterlassenschaften verschwinden lässt.
Nicole Gohlke sollte wissen, was politische Verantwortung bedeutet
Nicole Gohlke ist keine beliebige Kommentatorin, die sich irgendwo im Internet einen geschmacklosen Scherz erlaubt. Sie ist Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke. Gerade von einer Politikerin darf man erwarten, dass sie zwischen der Ablehnung einer menschenverachtenden Ideologie und der Zerstörung eines historischen Gebäudes unterscheiden kann. Das ist keine besonders anspruchsvolle intellektuelle Leistung. Es ist eine Grundvoraussetzung für einen verantwortungsvollen Umgang mit Geschichte. Man kann das Kehlsteinhaus als Symbol nationalsozialistischer Selbstinszenierung kritisieren. Man kann über seine heutige Nutzung diskutieren. Man kann darüber streiten, wie ein solcher Ort historisch eingeordnet werden muss. Alles legitim.
Aber die weitgehende Zerstörung eines denkmalgeschützten Gebäudes mit „na endlich“ zu kommentieren, ist politische Gedankenlosigkeit in ihrer denkbar kürzesten Form.
Unser Land muss dem linken Spuk bitte unbedingt und sofort ein Ende machen.
Und jetzt kommt – ganz zum Schluss – das Allerneueste. Normalerweise schreibe ich meinen kritischen Blog fertig, antworte dann entsprechend kritisch auf den betreffenden Tweet und setze einen Link auf den Blog auf meiner Homepage.
Und was ist passiert? Frau Gohlke hat ihren „na endlich“-Tweet still und heimlich wieder gelöscht. Als könnte sie dadurch die Sache wieder heilen. Eine Entschuldigung sucht man selbstverständlich vergebens.
Nicht nur ich hatte das vorausgesehen und vorsichtshalber eine Sicherheitskopie ihres Tweets erstellt. Das Internet vergisst nichts.
Sie kommt aus der Sache nicht mehr heraus. Ich wette, dass WeLT-TV morgen darüber berichten und Frau Gohlke die Hölle heiß machen wird.
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