Neumarkt-Sankt Veit: Na endlich.

07.10.2026

Ich habe die Videoüberwachung vorgeschlagen, ich habe sie gefordert, ich habe sie vorausgesehen und prophezeit, dass es ohne Kameraüberwachung nicht mehr gehen wird. Endlich ist die erste Kamera da.

Es wurde Zeit.

Ich bin froh, dass das Landratsamt und die Stadt alle Datenschutzbedenken vom Tisch gewischt und alle Zögerer, Zauderer und Bedenkenträger nun eines Besseren belehren. Aber Vorsicht. Gerade eine kommunale Videoüberwachung braucht eine konkrete Rechtsgrundlage, Zweckbindung, Beschilderung, definierte Speicherfristen und geregelte Zugriffsrechte. Der schöne deutsche Kompromiss lautet daher: Man darf Kameras aufhängen, nachdem vorher vermutlich genügend behördliches Papier produziert wurde, um den überwachten Müllberg selbst zu vergrößern.

Ich habe immer gesagt, dass das Datenschutzargument vorgeschoben, somit eine willkommene Einladung zum Nichtstun ist, und ich hoffe, dass das erst der Anfang ist. In Neumarkt-Sankt Veit gehören einige neuralgische Punkte überwacht. Auch den Quatsch, dass die am unteren Stadtplatzturm installierte Kamera aus Datenschutzgründen nur alle paar Minuten Einzelfotos schießen darf, würde ich sofort beenden.

Die Funktionsweise dürfte die übliche sein. Ein Bewegungsmelder (per Software oder per Hardware) löst die Kamera aus. Die Daten werden in Echtzeit per Mobilfunk in die Cloud übertragen.

Seinen Müll hinzuschmeißen und anschließend die Kamera zertrümmern bringt nichts.

Die integrierte Straßenleuchte finde ich gut. Der Vermüller erschrickt, wenn der Bewegungsmelder parallel zur Kamera auch das Licht einschaltet, dreht sich reflexartig Richtung zum Licht um und wird gefilmt. Ja, so könnte das funktionieren. Ups, eine Kamera, oh, zu spät.

Der flache und in Richtung Himmel justierte Teil könnte ein Mini-Solarmodul sein. Auch die Unterbrechung der Stromzufuhr läuft damit ins Leere. Die Kamera funktioniert weiter.

In der Cloud liegen die Daten ein paar Tage und werden gelöscht, ohne dass sich jemand auch nur eine Sekunde lang die Videos angeschaut hat. Denn eine KI dürfte hier noch nicht beteiligt sein, die brave und böse Mitmenschen voneinander unterscheidet. Eine Palantir-Lizenz kann sich das Landratsamt garantiert nicht leisten. Möglicherweise klappt das mit der Lizenz, wenn das Inn-Klinikum irgendwann einmal schwarze Zahlen schreibt.

KI dürfte noch unbeteiligt sein

Somit dürfte es wohl darauf hinauslaufen, dass Bürger, die Vermüllung beobachten oder feststellen, sofort in der Stadt oder beim LRA anrufen und den Fall melden. Nur dann setzt sich jemand vor den Rechner und checkt die Videosequenzen, basierend selbstverständlich auf den geregelten Zugriffsrechten.

Oder aber der Bauhof macht tägliche Kontrollfahrten, um die Untaten der vorangegangenen Nacht zu protokollieren. Diese Streifenfahrten sehe ich aber eigentlich in der Verantwortung der Polizei.

Meine Forderung, in Neumarkt-Sankt Veit endlich eine Polizeidienststelle einzurichten, geht bis auf weiteres wohl eher ins Leere. Mein Ersatzvorschlag wäre, ein Büro auf dem Stadtplatz einzurichten, wo wenigstens ein- oder zweimal pro Woche ein Polizist zwei oder drei Stunden seinen Dienst tut und sich die Sorgen und Nöte der Bürger anhört. Präsenz hätte Wirkung. Es wäre ein Signal. Genug räumliche Kapazitäten wären da – leider.

Ich hätte übrigens noch in eine Kamera mehr investiert. Eine, die direkt nach unten schaut, damit Saboteure nicht den Zaun hochklettern und die Kamera beschädigen. Ich darf in dieser Hinsicht zur Vorsicht raten. Solche Kamerasysteme besitzen einen integrierten Diebstahlsschutz. Sie bemerken, wenn an ihnen herummanipuliert wird und melden Alarm. Selbst ein Besprühen der Linse löst Alarm aus. Das ist kein Hexenwerk. Per Sim-Karte wird einfach eine SMS verschickt.


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