Freitag, 16. Januar 2026

Er ist in Gang gekommen – der Kampf um das Neumarkt-Sankt Veiter Rathaus. Der Begriff „Kampf“ gefällt mir nicht wirklich, aber auch nach längerem Überlegen finde ich keinen Ersatzbegriff.
Der Plan war, mir erst vier Veranstaltungen der vier zur Wahl stehenden Parteien/Gemeinschaften „reinzuziehen“, um dann ein erstes Zwischenfazit zu ziehen. Ich muss die Sache ein wenig vorziehen. Ein Grund ist zum Beispiel, dass der ovb scheinbar grundsätzlich nicht bei Wahlkampfveranstaltungen erscheint und somit auch nicht darüber berichten kann. Ich springe aber ein, wo ich kann.
CSU im Gasthaus Irsigler in Elsenbach
Das Format der Veranstaltung war das Bekannte. Auf eine kurze Eröffnungsrede des Bürgermeisterkandidaten Stefan Streck folgte die Vorstellungsrunde der Kandidaten, die aber nicht alle zugegen waren. Die Inhalte haben mich nicht überrascht. Ich hatte das alles so ähnlich beim Wirt z’Teising schon gehört. Inhaltliche Neuigkeiten hatte ich nicht erwartet. Also registrierte ich eher das Drumherum. Als ich Punkt 1000 zur Tür reinschwebte, war das Gasthaus Irsigler schon fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Nach der Vorstellungsrunde gab es keine Fragen. Ich düste zügig wieder ab.
SPD lädt in die Post ein
Am Dienstag war es die gleiche Logik und das gleiche Spiel. Nach einer kleinen Einführungsrede von Ulrich Geltinger übernahm Bürgermeisterkandidatin Madlen Winterer. Sie hat mir Ihre Rede freundlicherweise zur Verfügung gestellt:
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde, liebe Interessierte,
schön, dass Sie heute hier sind und mir Ihre Zeit schenken und diese in mich investieren. Ich verspreche, dass ich ebenso meine Zeit voll und ganz in Sie investieren werde – sollte ich als Bürgermeisterin gewählt werden. Denn für mich steht der Mensch im Mittelpunkt. Mit mir als Bürgermeisterin werden sich einige Dinge grundlegend ändern: Wir machen Fenster und Türen des Rathauses weit auf, für maximale Ehrlichkeit und Transparenz. Wir etablieren echte Bürgerbeteiligung mit Rederecht für Antragsteller bei öffentlichen Stadtratssitzungen, mit Bürgerdialogen und online verfügbaren Sitzungsprotokollen. Wir fördern eine lebendige Stadt mit geschäftigem Stadtplatz, buntem Markttreiben, Kampagnen für lokales Einkaufen und damit verbundener Bekämpfung des Leerstandes. Wir steigern Attraktivität und Lebensqualität durch neue Konzepte – egal ob ein Waldkindergarten mit freiem Träger oder unterhaltsame Events im Freibad, um dessen Unterhalt zu fördern. Zukünftig wird alles, was die Bürgerinnen und Bürger betrifft, in den Vordergrund rücken. Wir müssen als Allererstes eine fundierte Bestandsaufnahme machen. Wir müssen sicherstellen, dass zukünftig Infrastruktur- und Modernisierungsmaßnahmen zeitnah umgesetzt werden. Wir müssen sicherstellen, dass keine Zentralisierung der Feuerwehr erfolgt (Beispiel Berlin). Wir müssen sicherstellen, dass unsere Stadt wieder attraktiv für Investoren wird. Und wir müssen sicherstellen, dass das Leben und Wohnen in Neumarkt-Sankt Veit für alle bezahlbar bleibt. Für zukünftige Projekte gilt eine Politik des Priorisierens unter Einbezug der Bürgerinnen und Bürger. Beim entstehenden Jugendzentrum sollen die jungen Menschen die Möglichkeit haben, bei der Gestaltung und Umsetzung aktiv mitzuwirken und ihre Ideen verwirklichen zu können. Dafür muss die Jugend befragt werden und Ihre Themen und Interessen ernstgenommen werden. Feste Formate, wie beispielsweise ein Jugendparlament, sollen zukünftig Anträge und Anregungen mit direktem Draht zum Stadtrat einbringen können. Unsere Stadt bleibt nur dann lebenswert, wenn ihr Herz schlägt: Mit vielfältigen Bürgerinnen und Bürgern, aller Lebensphasen und sämtlicher Generationen. Eine Stadtpolitik mit Weitsicht erkennt, dass die Bedürfnisse eines 80-jährigen genauso wichtig sind, wie die eines 8-jährigen. Ziel ist es, dass wir alle wieder in regen Austausch kommen. Wir müssen wieder lernen, generationenübergreifend voneinander zu profitieren, z.B. in Projektwerkstätten nach dem Meister-Schüler-Prinzip. Genauso wichtig wie der Mensch sind für mich Tiere und Umwelt. Ich bin für wilde Gärten und wildes Grün. Ich bewundere Ehrenamtler, die sich mit ihren privaten Ressourcen für Wildtiere in Not einsetzen. Ich möchte, dass jedes Lebewesen (egal ob Mensch oder Tier) seine Nische hat. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass man in der Natur seinen Müll entsorgt, oder die öffentlichen Abfallcontainer als private Entsorgungsstelle missbraucht. Dies verursacht nicht nur Folgekosten für die Gemeinschaft, sondern zerstört Lebensräume und -qualität nachhaltig. Hier müssen wir gegensteuern: durch Aufklärung, breite Information und Videoüberwachung. Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch mitteilen: Ich freue mich auf den regen Austausch mit Ihnen. Es interessiert mich wirklich, was die Bürgerinnen und Bürger Neumarkt-Sankt Veits zu sagen haben. Für den anstehenden Wahlkampf habe ich mir vorgenommen, an so vielen Haustüren zu klingeln, wie es mir möglich ist. Denn ich möchte eine Bürgermeisterin sein für die, die seit Generationen hier verwurzelt sind. Und für die, die gerade erst hergezogen sind. Und für alle anderen dazwischen. Ideen verbinden – gemeinsam gestalten.
Danach übernahm Stadtrat Ludwig Spirkl, holte ein wenig weiter aus und schweifte auch in die Landes- und Bundespolitik ab. Ein weiterer Stadtratskandidat stellte sich nicht persönlich vor, während Frau Gaulinger als Fünfte im Bunde nicht anwesend war.
Auch alle anderen Bürgermeisterkandidaten dürfen mir gern ihre Reden zuschicken. Ich werde die Dinge wertfrei posten. Des Weiteren plädiere ich dafür, in den Kommunalwahlkampf ein belebendes Element einzubringen: Eine Podiumsdiskussion. Ich denke laut nach. Termin: Samstag, 21. Februar 2026, Ort: Kulturbahnhof, Teilnehmer: Alle vier Bürgermeisterkandidaten plus ein Moderator, der durch den Abend führt. Beginn: 2000, Ende: Undefiniert. Ablauf: Kurze Vorstellung der Kandidaten. Abarbeitung eines vorbereiteten Fragenkataloges, der sich aus den bekannten Aussagen und Strategiepapieren der Parteien/Gemeinschaften ergibt. Das Ganze wird in Themenschwerpunkte eingeteilt, um die Sache strukturiert durchzuziehen. Der Katalog mit wesentlichen Fragen wird den Kandidaten eine Woche vor der Veranstaltung zugeschickt. Ich halte das für sinnvoll. Wir sollten keinen der Kandidaten ins Straucheln bringen oder in die Enge treiben. Ist der Fragenkatalog abgearbeitet, dürfen Zuschauer Fragen stellen. Ja, so stelle ich mir das vor. Je länger ich darüber nachdenke, desto besser gefällt mir die Idee. Wann hätte es so etwas das letzte Mal in Neumarkt-Sankt Veit gegeben? Gehen wir die Organisation doch einfach an und starten mit einer einfachen E-Mail an die Protagonisten.
Gestern schaute ich bei den Grünen im epocq auf dem Stadtplatz vorbei. Obwohl öffentlich beworben, entpuppte sich der Termin eher als interner Workshop. Wir hatten dennoch angeregte Gespräche.
Heute sind wir bei der UWG in Blindenhaselbach im Gasthaus Obergaulinger. Um 1930 geht es los. Danach müssen wir mal überlegen, wo es uns hinverschlägt. Hier die weiteren Termine.
CSU:

UWG:

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