Freitag, 09. Januar 2026

Die Kälte sorgt für das Zufrieren von kleinen Gewässern und lädt somit zum in Bayern beliebten Volkssport ein. Nach Hufeisenwerfen und Schafkopfen ist das die dritte urbayerische Sportart, die ich mir „angeeignet“ habe.
Jegliche Taktik und jegliche Regeln waren mir völlig unbekannt, als ich diese Woche erstmals aufs Eis ging. Aus irgendeinem Grund war ich dann gleich der Mohr und war direkt innerlich berührt, dass Cancel Culture Neumarkt-Sankt Veit noch nicht erreicht hat.
Mit meinem Team gewann ich die erste Runde und bekam dann auch noch irgendwie mehr Geld als die anderen. Habe ich nicht verstanden. Die Sache fing aber an, Spaß zu machen, wenngleich ich im Verlaufe des Wettkampfes den Anfangsgewinn wieder verloren habe. Und „Wettkampf“ ist wörtlich zu nehmen. Niemand verliert hier freiwillig. Zwecks der Gaudi? Von wegen.
Mit sechs bis sieben Zentimeter war das Eis nicht besonders dick. Das Bilden von Grüppchen auf dem Eis war zu vermeiden. Es knackte schon mal hier und da. Für den Fall der Fälle war aber mit Leiter, Boot und Surfbrett vorgesorgt.
Kann man in einem zwei Meter tiefen Weiher (1m Wasser, 1m Schlamm) sterben, wenn man ins Eis einbricht? Definitiv. Schon der Kälteschock kann ausreichen. Und der Schlamm zieht einen runter, wenn man versucht, sich aufzurichten. Ein anwesender Wasserwachtler hätte uns ganz bestimmt vom Eis geholt.
Einen Muskelkater oder auch nur eine Verspannung habe ich nicht davongetragen. Und deshalb…

…geht es am Sonntag wieder hin. Und das Eis schaut – dank intensivster Pflege – heute noch viel besser aus.
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Da „Mohr“. Leider nicht korrekt, sei einem Zuagroastn aber verziehen.
Richtig heisst es „Moar“. Kommt vom lateinischen „maior“ (Komparativ von „magnus“. Und weil in Bayern gern was verschluckt wird -> Mair. Das „ai“ wird immer „oa“ gesprochen und fertig ist der Moar.
Im Engischen würde man „Major“ dazu sagen.