IT: Hitzige Diskussion nach einer aus Versehen gelöschten Mail.

Mittwoch, 06. Januar 2026

Heute erhitzten sich die Gemüter, als meine Frau aus Versehen am iPhone über eine Mail so unglücklich drübergewischt hatte, dass sie einfach weg war, also die Mail. Blöd war, dass die Mail relativ wichtig war.

Die Vorhaltung in meine Richtung, auch eine versehentlich aus der Inbox eines Mailprogrammes gelöschte Mail müsste ja nun noch irgend wo im Papierkorb liegen und sich wiederherstellen lassen, war nicht ganz von der Hand zu weisen. Die anschließende, kontroverse Diskussion war so intensiv, dass ich darüber im Fernsehen den kompletten zweiten Durchgang der Vierschanzentournee verpasste. Während der verbalen Auseinandersetzung warf ich einen Blick auf den Fernseher und sah… die Siegerehrung.

IT ist wichtiger als Sportsendungen

Nun ist dieses sportliche Event jetzt so wenig kriegsentscheidend wie eine Mail aus Portugal. Trotzdem prallten zwei völlig unterschiedliche Meinungen unversöhnlich aufeinander. Meine Logik, dass ein Mailprogramm kein Archiv ist und wichtige Mails sofort in das sichere NAS-Laufwerk gehören, wurde mit einer unwirschen Handbewegung negiert. Die heimische IT habe zu funktionieren und müsse sich sozusagen fehlertolerant verhalten. Das ist die Kurzfassung der rund zehnminütigen initialen Ansprache.

Mit Grundsatzdiskussionen über die richtige Handhabung von Mails kam ich somit nicht weiter. Im Wissen, aus der Nummer niemals als Sieger herauszukommen, wurde es technisch. Ich hatte meiner Frau nach Weihnachten ein neues iPhone eingerichtet und musste auch den gmx-Account in der Mail-App wieder aktivieren. Unglücklicherweise entschied ich mich bei der Mail-App dafür, das ungeliebte pop-Protokoll gegen das fortschrittliche imap zu tauschen, ohne mir weitere Gedanken zu machen. Damit hatte ich den Schlamassel fahrlässig in Gang gesetzt.

Dennoch ließ sich die verlorengegangene Mail damit nicht erklären. Ich legte Laptop, iPad und iPhone nebeneinander, um mit ein paar Tests herauszubekommen, wie die Mailprogramme der drei Geräte reagieren, wenn zwei davon über imap laufen, und ein Geräte über pop. Es gab ein paar Aha-Effekte, aber letztlich keine Erklärung für die verschwundene Mail und somit weitere verbale Pfeile, die auf mich abgeschossen wurden.

Ich beschrieb dann noch einmal in warmen Worten die Vorteile von imap mit seinen Synchronisationsmöglichkeiten auf allen beteiligten Devices und konnte meine Frau mit vielen warmen Worten überzeugen, nach einem Jahrzehnt des bloßen Anhäufens von Mails das Outlook aufzuräumen, bevor ich den Account umstelle.

Murphys Gesetz

Kaum schaute sie sich die ersten Mails an, meldete sich Outlook prompt und pünktlich mit „not responding“. Die dazugehörige Fehlermeldung war „low space on disc“. Murphys Gesetz bewahrheitete sich.

Tatsächlich war die C-Platte vollgelaufen. Und dies musste natürlich ausgerechnet heute passieren. Ist selbstverständlich auch alles meine Schuld. Die Frau schmiss mir den Laptop virtuell vor die Füße und meinte nur: Kümmern.

Und so setzte ich mich in die cloud, frohlockte, kümmerte mich und sprach zu mir selbst: Was mich nicht umhaut, macht mich härter.

Ansonsten wartet Michael Aloisius aber weiter auf die göttlichen Eingebungen in Sachen heimische IT und die Fähigkeit, Frauen zu verstehen.


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